Wilhelm Zaisser (* 20. Juni1893 in Rotthausen bei Gelsenkirchen † 3. März1958) war Funktionär in der KPD und der KPdSU, Spanienkämpfer und Minister für Staatssicherheit in der DDR.
Von 1913 bis 1919 leistete er seinen Militärdienst, zwischenzeitlich und danach war er auch als Volksschullehrer in Essen tätig. 1919 trat er in die KPD ein und war während des Kapp-Putsches einer der militärischen Leiter der so genannten Roten Ruhrarmee. 1921 wurde er nach vier Monaten Gefängnis aus dem Schuldienst entlassen. 1921 und 1922 arbeitete er als Zeitungsredakteur.
1923 bis 1926 war er Mitglied der KPD-Bezirksleitung Ruhrgebiet bzw. Oberbezirksleitung West. Vom März bis Juni1924 nahm er an einem Lehrgang an der Militärpolitischen Schule der Komintern (KI) in Moskau teil. Seit 1926 war er als Mitarbeiter des Zentralkomitees der KPD für die militärpolitische Schulung verantwortlich. 1927 wurde er Mitarbeiter der KI in Moskau und war von 1927 bis 1930 Agent in der Mandschurei.
1932 wurde Zaisser Mitglied der KPdSU(B) und ab jenem Jahr bis 1936 leitete er die Militärpolitische Schule in Babowka bei Moskau. Von 1936 bis 1938 nahm er am Spanischen Bürgerkrieg zunächst als militärpolitischer Berater teil, ab November1936 als Kommandeur der XIII. Internationalen Brigade. 1937 kommandierte er die Basis der Internationalen Brigaden in Albacete.
1938 und 1939 war er Mitarbeiter des Exekutivkomitees der KI (EKKI) in Moskau. 1939 bis 1943 arbeitete er als Chefredakteur der deutschen Sektion im Verlag für fremdsprachige Literatur in Moskau. 1943 wurde er Lehrer an Antifa-Schulen bzw. Leiter des deutschen Sektors für antifaschistische Schulung der Kriegsgefangenen. Dort blieb er bis 1946.
In den Jahren 1948 und 1949 war er Innenminister des Landes Sachsen und leitete ab 1949 bis 1950 die Verwaltung für Schulung der DVdI und die Hauptverwaltung Ausbildung des Ministeriums des Innern.
Ab Februar1950 war er Minister für Staatssicherheit und Mitglied des SED-PV/ZK und des Politbüros.
Im Juli1953 wurde er wegen "parteifeindlicher fraktioneller Tätigkeit" in Verbindung mit dem Juniaufstand aus dem Politbüro und dem Zentralkomitee der SED ausgeschlossen und als Minister abgesetzt.
Im Januar1954 folgte der Parteiausschluss. Bis zu zu seinem Tod war als Übersetzer tätig. Bei seinem Tod am 3. März1958 gab es keine offizielle Reaktion von Seiten der Partei.
Die PDS rehabilitierte Wilhelm Zaisser am 25. April 1993.
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