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Zagreb

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Tabelle


Zagreb (dt. veraltet Agram) ist die Hauptstadt der Republik Kroatien. Es liegt im Norden des Landes an der Save nahe der slowenischen Grenze.


Inhaltsverzeichnis


1 Allgemeines

2 Klima

3 Politik

4 Geschichte

5 Wirtschaft

6 Verkehr

7 Wissenschaft und Forschung

8 Medien

9 Kultur und Sehenswürdigkeiten

  9.1 Veranstaltungen und Feste

  9.2 Organisationen

  9.3 Bauwerke und Parks

  9.4 Sport

10 Verschiedenes

  10.1 Partnerstädte

  10.2 Persönlichkeiten

  10.3 Weiteres

11 Weblinks


Allgemeines

Zagreb hat einschließlich der verwaltungsmäßig zur Stadt selbst gehörigen Vororte 779.145 Einwohner, mit den zur Gespanschaft Zagreb gehörenden Vororten, von denen die größten Velika Gorica (63.517 Ew.), Samobor (36.206 Ew.) und Zaprešić (23.125 Ew.) sind, ca. 900.000 Einwohner (Volkszählung von 2001).


Verwaltungsmäßig bildet Zagreb heute eine Gespanschaft für sich. Gleichzeitig ist sie Verwaltungssitz der Gespanschaft Zagreb (kroatisch Zagrebačka županija), die die Umgebung der Stadt umfasst. Das Gebiet der Stadt Zagreb ist seinerseits in 17 Stadtbezirke (Gradske četvrti) gegliedert.


Klima

[Bild extern:] Zagreb


Die durchschnittlichen maximalen Tagestemperaturen liegen bei 27 Grad im Juli und 2 Grad im Januar.


Politik

Zagreb ist die Hauptstadt und der Regierungssitz der Kroatischen Republik.


Bürgermeisterin von Zagreb ist Vlasta Pavić. Stärkste Fraktion im Stadtrat ist die HDZ.


Geschichte

Der Name Zagreb wurde zum erstenmal 1094 erwähnt, als der ungarische König Ladislaus I. die Zagreber Diözese gegründet hatte. Zagreb bedeutet "am Graben", woraus das deutsche "Agram" abgeleitet wurde. Die Stadt entwickelte sich aus zwei getrennten Siedlungen, Kaptol und Gradec. In Gradec hatten sich Kaufleute und Handwerker angesiedelt. Kaptol war die Stadt des Klerus, in der die Kanoniker des Zagreber Bistums wohnten. Politische Interessenskonflikte zwischen den beiden Siedlungen führten immer wieder zu Auseinandersetzungen und blutigen Kämpfen.


Im 13. Jahrhundert hatte Zagreb unter verheerenden Plünderungen der asiatischen Tataren zu leiden. Der König von Kroatien und Ungarn, Bela I., versteckte sich auf der Flucht vor den Tataren in Gradec und versuchte von dort die Verteidigung zu organisieren. Aus Dankbarkeit für seine Rettung verlieh er 1242 den Einwohnern von Gradec die Bulla Aurea. Durch dieses Dokument wurde Gradec zur freien königlichen Stadt. Die Bulla Aurea war ein Symbol der Freiheit und Unabhängigkeit. Nun erlebte Gradec seine wirtschaftliche Blüte. Es entstanden schöne Paläste, Kirchen und Befestigungswerke nach mittel- und westeuropäischem Vorbild, die der Stadt noch heute eine romantische Atmosphäre geben.


1557 wurde Zagreb erstmals als Kroatiens Hauptstadt erwähnt.


Auch die Unterstadt (Donji grad) begann sich schnell zu entwickeln und übernahm bald die Rolle von Gradec in Handel und Handwerk.


1850 wurden die zwei Städte Gradec und Kaptol zur Stadt Zagreb vereint und mit der Unterstadt verbunden. Ein schweres Erdbeben richtete 1880 beträchtlichen Schaden an, ermöglichte jedoch auch eine Modernisierung und dynamische Weiterentwicklung der Stadt.


Kaptol ist bis heute das Zentrum der katholischen Kirche und des geistlichen Lebens in Kroatien. Gradec, heute Oberstadt genannt, wurde zum politischen und administrativen Zentrum. In der Unterstadt mit ihren vielen prächtigen Gebäuden aus dem späten 19. Jahrhundert pulsiert das wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Leben.


Am 29. Oktober 1918 beschloss das kroatische Parlament in Zagreb die Aufhebung sämtlicher staatsrechtlicher Beziehungen zwischen Kroatien und der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Einen Monat später folgte der Beitritt Kroatiens zum Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen. Zehn Jahre später, am 6. Januar 1929, führt der 2 König des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen, Alexander I. Karađorđević einen Staatsstreich durch: Er proklamierte die Königsdiktatur, löste das Parlament auf und suspendierte die Verfassung von 1921. Nachdem sich abzeichnete, dass Alexander die zentralistische Staatsordnung beibehalten und vorwiegend mit Hilfe serbischer Offiziere regieren wollte, traf er vor allem unter den Kroaten auf wachsenden Widerstand. Die gegen die serbische Hegemonie in Jugoslawien gerichtete Nationalistische Ustascha Bewegung bekommt mehr und mehr Zulauf.


Am 10. April 1941 marschiert die deutsche Wehrmacht in Zagreb ein. Kroatische Nationalisten unter der Führung von Slavko Kvaternik feiern die Deutschen als Befreier und rufen den so genannten "Unabhängigen Staat Kroatien" aus. Erste Rassengesetze werden erlassen.


Die jugoslawische Volksbefreiungsarmee zieht am 8. Mai 1945 in Zagreb ein.


Am 10. September 1976 kollidierten über Zagreb ein jugoslawisches und ein britisches Flugzeug. Das Unglück forderte 176 Tote, davon 27 Deutsche.


1990 fand in Zagreb der von 500 Millionen Fernsehzuschauern verfolgte fünfunddreißigste Grand Prix d'Eurovision de la Chanson (Eurovision Song Contest) statt.


Am 7. Oktober 1991 wurde Zagreb im Zuge des Balkankonflikts von der serbisch dominierten jugoslawischen "Volksarmee" angegriffen. Die Stadt war zum Zeitpunkt der Bombardierung überfüllt mit Flüchtlingen aus Ostslawonien und dem belagerten Vukovar. Am darauf folgendem Tag, am 8. Oktober 1991, setzte Kroatiens Regierung die nach einer Volksabstimmung erklärte Unabhängigkeit offiziell in Kraft.


Weitere Raketen Angriffe fanden am 2. und 3. Mai 1995 statt. Damals ließ die Führung der Krajina-Serben als Vergeltung für die erfolgreiche Offensive der kroatischen Armee Raketen mit Kassettenbomben auf die Innenstadt von Zagreb abfeuern. Der militärisch sinnlose Angriff kostete sieben Zivilisten das Leben; 176 wurden verletzt.


Am 11. Dezember 1999 starb Kroatiens Präsident, Franjo Tuđman, in Zagreb. Zu seiner Beerdigung kamen neben den diplomatischen Vertretern des Westens auch der türkische Präsident Demirel und die Ministärpresidenten von Slowenien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Ungarn.


Am 24 November 2000 fand in Zagreb der EU-Balkan-Gipfel statt. Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union sowie der Staaten des westlichen Balkans, also Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Bundesrepublik Jugoslawien (heute Serbien und Montenegro), Albanien und Mazedonien) besprachen die langfristige Assoziierung der Staaten Südosteuropas an die EU.


Am 30. Oktober 2003 hielt sich Bundeskanzler Schröder zu einem Besuch in Zagreb auf. Es war der erste Besuch eines deutschen Bundeskanzlers in der Republik Kroatien.


Wirtschaft

Zagreb besitzt ein großes Messegelände ( Zagrebački Velesajam ) und ist Sitz einer Börse.


Im südöstlichen Teil der Stadt liegt die größte Industriezone Žitnjak.


In Zagreb hat auch die Deutsch-Kroatische Industrie- und Handelskammer ihren Sitz.


Verkehr

Von Zagreb aus führen Eisenbahnstrecken nach Osijek, Vinkovci, Rijeka und Split sowie nach Slowenien, Ungarn, Bosnien-Herzegowina und Serbien.


Durch den Ausbau der Autobahnen ist Zagreb im Begriff, ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen Mitteleuropa und der Adria zu werden. Die Stadt ist durch Autobahnen unter anderem mit Rijeka sowie mit Slawonien verbunden. Am 30. Juni 2004 wurde die Autobahn A1 (Zagreb Richtung Split) fertiggestellt.


Zagreb besitzt einen internationalen Verkehrsflughafen.


Wissenschaft und Forschung

Die Universität Zagreb (gegründet am 23. September 1669) ist eine der ältesten in Südosteuropa.


Medien

In Zagreb erscheinende Zeitungen und Zeitschriften sind:




Kultur und Sehenswürdigkeiten

Veranstaltungen und Feste

In Zagreb finden unter anderem das ZAGREB FILM FESTIVAL, ein internationales Zeichentrickfilmfestival (das ANIMAFEST), ein internationales Folklore-Festival, das Schwulen-und-Lesben-Festival Queer Festival und das internationale Festival von Avantgarde-Theatern EUROKAZ statt.


Organisationen

  • In Zagreb hat das weltbekannte Filmstudio Zagreb Film seinen Sitz. Es produzierte seit 1953 mehr als 600 animations-Filme, gewann über 400 internationale Preise (darunter einen Oscar) und begründete durch seinen einzigartigen Stil die Zagreber Schule.
  • SFera ist Zagrebs Science-Fiction und Fantasy Verein.


Bauwerke und Parks

  • Zagreb besitzt eine sehenswerte Altstadt mit dem Stefansdom.
  • Das Importanne Centar ist ein großes Einkaufszentrum im Herzen der Stadt. Es erstreckt sich über eine Fläche von 10.000 m².
  • Mit 92 m ist der Cibona-Tower eines der höchsten Gebäude der Stadt.
  • Das Regent Esplanade ist eines der legendärsten Bauwerke in Zagreb und hat bei den Bewohnern der Stadt beinahe denselben Stellenwert wie der Dom oder das Nationaltheater. 1925 wurde Zagreb durch das Hotel zu einer wichtigen Station des Orient-Express. Berühmte Persönlichkeiten wie Charles Lindbergh, Josephine Baker oder Elizabeth Taylor waren hier schon zu Gast. Nach einer längeren Renovierung wurde es nun wieder eröffnet.
  • In unmittelbarer Nähe der Stadt liegt das Bergland von Zagreb, die Medvednica. Die Medvednica ist ein bewaldetes Gebirge; die höchste Erhebung ist das Sljeme (1032 m). Zwischen Stadtrand und Gipfel verkehrt eine Seilbahn. Zu den Sehenswürdigkeiten gehört die Veternica Höhle, in der prähistorische Lebensspuren gefunden wurden und die mittelalterliche Burg Medvedgrad.
  • Der Wehrturm Lotrscak wurde Mitte des 13. Jh. gebaut. Seit über 100 Jahren wird täglich um Punkt 12 Uhr vom höchsten Turmfenster ein Kanonenschuss abgefeuert.
  • Am Stadtrand liegt der Jarun See. Im Sommer finden hier Theater- und Musicalaufführungen statt (2004 sind es Hair und Jesus-Christ-Superstar).


Sport

Der bekanteste Fußballverein Zagrebs ist Dinamo Zagreb, der wichtigste Basketballverein KK Cibona. Es gibt auch einen Zagreber Damen-Basketball-Verein und einen Zagreber Veteranen-Basketball-Verein.


In Zagreb finden das Tennisturnier Zagreb Open und die internationale Ruderregatta GRAND PRIX JARUN statt.


Verschiedenes

Partnerstädte

Zagreb unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:




Persönlichkeiten

Die folgende Übersicht enthält bedeutende, in Zagreb geborene Persönlichkeiten. Ob die Personen ihren späteren Wirkungskreis in Zagreb hatten oder nicht ist dabei unerheblich. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.


  • Janica Kostelić, Weltmeisterin in Slalom, schrieb bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City Sportgeschichte als sie vier Olympia-Medaillen in acht Tagen gewann (dreimal Gold, einmal Silber).
  • Ivica Kostelić, Slalom-Weltmeister 2003 in St. Moritz (gleichzeitig mit seiner Schwester Janica), Slalom-Weltcup-Sieger 2001/02.
  • Miroslav Nemec, Tatort-Hauptkommissar.
  • William Feller, (1906-1970), Mathematiker. Feller war der Autor des erfolgreichsten Lehrbuches über Wahrscheinlichkeitstheorie, das jemals geschrieben wurde.
  • Mira Furlan, Schauspielerin aus der Science Fiction Serie "Babylon 5" (Botschafterin Delenn).
  • Željko Mavrović, Boxer, Ex-Europameister im Schwergewicht. War zu seiner Zeit der einzige Schwergewichts-Profiboxer mit abgeschlossenem Abitur.
  • David Schwarz, (1852-1897), Erfinder des Luftschiffs. Schwarz, ein jüdischer Holzhändler aus Zagreb, baute 1897 das erste Starrluftschiff. Es wurde bei seiner Probefahrt am 3. November 1897 in Berlin zerstört. Das Gerüst von Graf Zeppelins berühmter "LZ1" wurde zum Teil aus den Überresten des Schwarz'schen Prototypen gefertigt.
  • Zinka Milanov, (1906-1989), Opernsängerin (Sopran). Sie sang hauptsächlich für die Metropolitan Opera in New York, aber auch bei den Salzburger Festspielen und in der Wiener Staatsoper.
  • Tatjana Simic, Schauspielerin, Europäisches Sex-symbol in den 90ern. Die schöne Zagreberin wurde vor allem durch ihre Rolle als "Kees" in der Niederländischen Trash-Serie "Familie Flodders" berühmt.
  • Josip Franjo Domin, (1754-1819), Erfinder der Elektrotherapie. Domin studierte Physik und Theologie in Wien. In Ungarn wurde er später der Dekan an der Fakultät für Philosophie und der Rektor der Universität von Budapest. Anwendung findet die Elektrotherapie heute unter anderem zur Schmerzbehandlung, bei Durchblutungsstörungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Lähmungen und Muskelschwäche.
  • Miroslav Krleža (1893-1981), Schriftsteller. Krleža gilt als der bedeutendste und produktivste kroatische Schriftsteller.
  • Zlatko Balokovic, (1895-1965), Violinist. Gewann 1913 den Österreichischen Staatspreis.
  • Franjo Zlatko "Tschik" Cajkovski, (1923-1998), ehemaliger Trainer des FC Bayern München. Seine Mannschaft gewann 1967 den ersten internationalen Titel des FCB im Endspiel des Europapokals der Pokalsieger in Nürnberg.
  • Bora Ćosić, einer der bedeutendsten serbischen Schriftsteller der Gegenwart. 1992 verließ Ćosić Serbien aus Protest gegen das Milošević-Regime. Im Jahr 2002 wurde er mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet.


Weiteres

  • Die im Herzen des amerikanischen Bundesstaates Minnesota gelegene Gemeinde Agram (Morrison County) hat ihren Namen von der kroatischen Hauptstadt (benannt nach dem alten deutschen Namen).


Weblinks



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