Dieser Artikel befasst sich mit dem Zäpfchen als Arzneiform, andere Bedeutungen unter Zäpfchen (Begriffsklärung).
Als Zäpfchen oder Suppositorium wird eine medikamentöse Darreichungsform (Arzneizubereitung) bezeichnet, bei der ein entsprechender Wirkstoff in die Scheide oder über den After in den Mastdarm eingeführt wird.
Die walzen-, projektil- oder kegelförmige Gestalt erleichtert das Einführen des Zäpfchens und wird durch den Zusatz von Substanzen wie Kakaobutter, Polyäthylenglykolen, Seifengelen, Glyceringelatine und Fetten gewährleistet, die bei höherer Temperatur - wie im Körperinneren - schmelzen und die Resorption des Medikaments in die Blutbahn über die Schleimhaut des Darmes oder die Haut der Vagina teilweise fördern.
Vaginale Suppositorien
Vaginale Suppositorien (Scheidenzäpfchen) werden zur Behandlung gynäkologischer Erkrankungen wie einer Soorkolpitis, aber auch zur Linderung von Miktionsbeschwerden wie der Stressinkontinenz eingesetzt, die durch einen Mangel an Östogenen und eine damit bedingte Atrophie der Scheidenhaut sowie darunter liegender bindegewebiger Strukturen entstehen können. Des weiteren können spermizide Zäpfchen zur Empfängnisverhütung eingesetzt werden.
Rektale Suppositorien
Rektale Zäpfchen werden z.B. als Abführmittel verwendet. Auch bei Brecherkrankungen wie der akuten Gastroenteritis kann die rektale Verabreichungsform Vorteile bringen, da die Resorption über die Schleimhaut des Darmes schnell erfolgt, sodass auch bei bestehendem Durchfall oft noch eine ausreichende Menge an Wirkstoff in die Blutbahn gelangen kann. Bei Migräne und der dort meist bestehenden Beeinträchtigung der Magenentleerung ist die Gabe eines analgetischen Zäpfchens sinnvoll - so wie bei kleinen Kindern, da diese sich oft weigern, ein Medikament in Tablettenform oder auch als Saft zu schlucken. Bei Kindern dienen Zäpfchen meist ebenfalls zur Schmerzbehandlung und dem Senken hohen Fiebers (meist mittels Paracetamol) sowie der Behandlung von Brecherkrankungen.
Der Vollständigkeit halber sei die Möglichkeit erwähnt, dass bei der erektilen Dysfunktion das potenzfördernde Mittel Alprostadil auch als Zäpfchen in die Harnröhre eingeführt werden kann.
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