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Yasukuni

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Yasukuni (靖国神社, Yasukuni Jinja) ist ein shintoistischer Schrein in Tokyo. Übersetzt etwa "Tempel des friedlichen Landes".


Als Kami verehrt werden Individuen, die nach der Meiji-Restauration 1868 in kriegerischen Auseinandersetzungen gestorben sind.


Der heutige Yasukuni-Schrein war ursprünglich unter dem Namen shokonsha (Schrein zum Herbeirufen der Totengeister) in der ehemaligen Kaiserstadt Kyoto gegründet worden. Seine Einrichtung sollte an alle gefallenen Soldaten des im Zuge der Meiji-Restauration stattfindenden Bürgerkrieges, also in der Übergangphase vom Shogunat zur Tenno-Herrschaft, gedenken. 1875 wurde er nach Tokyo in den Stadtteil Chiyoda (unmittelbar nördlich des Kaiserpalastes) überführt, wo er noch heute steht, und 1879 bestimmte ihn der Tenno zum »Reichsschrein der Sonderklasse« und gab ihm den Namen yasukuni; fortan sollten in ihm alle für den Kaiser und damit für Japan gefallene Soldaten aufgenommen werden.


Aufgrund der in der Nachkriegsverfassung verfügten Trennung von Staat und Religion, musste der Schrein aus staatlicher Trägerschaft entlassen werden und wird heute als Religionsgesellschaft geführt. Der immer wieder von konservativen Kreisen erhobenen Forderung, den Yasukuni-Schrein zur nationalen Gedenkstätte zu erheben, steht bislang noch die japanische Verfassung entgegen. Nichtsdestotrotz wird er jedes Jahr von schätzungsweise mehr als acht Millionen Japanern besucht, vornehmlich von Hinterbliebenen, den einflussreichen Veteranenverbänden und auch von nationalistischen, rechtsextremen Vereinigungen.


Klaus Antoni weist in "Yasukuni - der 'Schlimme Tod' des Kriegers" (München 1991) darauf hin, dass es sich hier nicht um ein Kriegerdenkmal im Sinne nationalistischer Propaganda handelt, wie Kritiker gerne behaupten, wenn sie darauf hinweisen, dass in diesem Schrein auch Angehörige etwa der Einheit 731 verehrt werden, sondern eher um einen Schrein, in dem die wütenden Seelen Verstorbener besänftigt werden sollen, damit sie keinen Unfrieden im Land stiften.


Das Museum, das direkt neben dem eigentlichen Schreingebäude liegt, verklärt den Zweiten Weltkrieg völlig im Sinne der konservativen Revisionisten: der Große Ostasiatische Krieg sei kein Invasions- oder Angriffkrieg gewesen, sondern ein heiliger Krieg, um die Welt vom Kommunismus zu beschützen und zu erlösen, außerdem seien die Chinesen von den Engländern und Amerikanern zu antijapanischen Handlungen getrieben worden. Auch wird dort der Angriff auf Pearl Harbour zu einer Frage des »nationalen Überlebens« erklärt.


Aber trotz der vor dem Museum stehenden Waffen, die von den »Heiligen des Schreins mit Liebe und Sorgfalt gepflegt und benutzt« werden, der unausgewogenen Zurschaustellung der Leiden der japanischen Gefangenen (vor allem in russischen Lagern) und der apologetischen Verklärung des Krieges ist dies keine Stätte des Hasses oder der Verherrlichung des Krieges an sich; vielmehr wird hier auf eine religiöse Art das Selbstopfer für Kaiser und Vaterland glorifiziert. Der Tenor des Museums, wie überhaupt der gesamten Schreinanlage, kommt auf einer anlässlich des 40. Jahrestages des Angriffs auf Pearl Harbour enthüllten Bronzetafel zum Ausdruck: »Fast sechstausend Männer starben bei Selbstmordangriffen, deren tragischer Heldenmut kein Beispiel kennt und der die Herzen unserer Feinde vor Angst erstarren ließ. Die ganze Nation hat angesichts ihrer unerschütterlichen Treue und ihrer Selbstaufopferung Tränen der Dankbarkeit vergossen.«


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