XviD ist ein Open Source-MPEG-4-Video-Codec, der ursprünglich auf dem OpenDivX-Quellcode basierte. Der zugrunde liegende Quellcode von OpenDivX stammte wiederum aus der MPEG-4-Referenzimplementierung des EU-Projekts 'MoMuSys'. Das XviD-Projekt wurde von mehreren freiwilligen Programmierern gestartet, nachdem der Quellcode von OpenDivX geschlossen wurde. Auch der Name des Projekts ist eine Anspielung darauf (XviD ist DivX rückwärts). Zusammen mit DivX ist dieser Codec der bekannteste MPEG-4-Encoder.
Wegen Patentrechtsangelegenheiten kann XviD nicht an Personen und Firmen in den USA oder Japan lizenziert werden. Zudem werden deshalb keine offiziellen kompilierten Versionen des Quelltextes vom XviD-Team bereitgestellt.
Die momentane stabile Version ist 1.0.1 und unterstützt das MPEG-4 Advanced Profile. Das heißt, XviD unterstützt nun Advanced Simple Profile Features wie B-Frames, Quarter Pixel Motion Compensation, Global Motion, lumi masking, Trellis Quantization und Custom Quant Matrizen.
Im Januar2001 gründete DivXNetworks OpenDivX als Teil des Projektes Mayo, welches open source Multimedia-Projekte beherbergen sollte. OpenDivX war ein open source MPEG-4 Video-Codec, der von Grund auf neu geschrieben wurde; allerdings wurde der Code unter eine einschränkende Lizenz gestellt und nur Mitglieder des DivX Advanced Research Centre hatten Schreibzugriff zum CVS. Im Frühjahr 2001 schrieb DARC Mitglied Sparky eine verbesserte Version des Encoderkerns, genannt encore2, welcher dann vom CVS ohne Vorwarnung entfernt wurde. Die Erklärung von Sparky war: "Wir (unsere Vorgesetzten) entschieden, dass wir noch nicht bereit sind, es der Öffentlichkeit zu zeigen" (übersetzt).
Im Juli 2001 fingen die Entwickler an, sich über einen Mangel an Aktivität in dem Projekt zu beschweren, da die letzte Quelltextveränderung schon Monate her war, Verbesserungen von Programmfehlern ignoriert wurden und die versprochene Dokumentation nicht erschienen war. Kurz danach veröffentlichte DARC eine Beta-Version ihres closed source und kommerziellen DivX 4 Codecs, welches auf encore2 basierte, mit der Erklärung "Was die Community wirklich will ist ein Winamp, nicht ein Linux"(übersetzt). Manche warfen DivXNetworks vor, OpenDivX nur gestartet zu haben, um anderer Leute Ideen zu sammeln und sie dann in ihrem DivX 4 Codec zu benutzen; manche waren enttäuscht, dass die Codecentwicklung stagniert hatte, wollten aber daran weiter arbeiten, während andere wütend darüber waren, wie DivXNetworks ein so genanntes Open-Source-Projekt handhabt. Danach wurde ein Fork von OpenDivX erstellt, der die letzte Version von encore2 verwendet, den ein paar Leute sich herunter geladen hatten, bevor er entfernt wurde. Seitdem wurde der gesamte OpenDivX-Code ersetzt und XviD unter der GPL veröffentlicht.
Sigma Designs Kontroverse
Im Juli 2002 veröffentlichte Sigma Designs einen MPEG-4 Video Codec, genannt REALmagic MPEG-4 Video Codec. Nach kurzer Zeit fanden Personen, die diesen neuen Codec getestet hatten, heraus, dass er viel XviD-Code enthielt. Sigma Designs wurde benachrichtigt und bestätigte, dass ein Programmierer REALmagic auf XviD aufgebaut hatte, versicherte aber auch, dass es allen GPL Code ersetzen würde, um Urheberrechtsverletzungen zu vermeiden.
Als Sigma Designs den angeblich neugeschriebenen REALmagic-Codec veröffentlichte, haben ihn die XviD-Entwickler sofort dekompiliert und festgestellt, dass er immer noch XviD-Code enthielt; nur umgestellt in einem Versuch, die Herkunft zu verschleiern. Die XviD-Entwickler entschieden sich darauf hin, mit ihrer Arbeit an XviD aufzuhören und an die Öffentlichkeit zu gehen, um Sigma Designs zu zwingen, die Bestimmungen der GPL einzuhalten. Nachdem Artikel darüber auf Slashdot[1] und The Inquirer [2] veröffentlicht wurden, stimmte Sigma Designs zu, den Quelltext für ihren REALmagic MPEG-4 Video Codec zu öffnen.
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