Um 15 v. Chr. wurde das Römerlager Vetera Castra I auf dem Fürstenberg nördlich von Birten gegründet und während des Bataveraufstands 70 n. Chr. zerstört, worauf ein neues Lager, Vetera Castra II, auf der Bislicher Insel errichtet wurde.
Wenig nordwestlich davon entstand zur gleichen Zeit eine Siedlung. Der römische Kaiser Marcus Ulpius Traianus verlieh diesem Ort, Colonia Ulpia Traiana, 110Stadtrechte; diese Niederlassung wurde nach Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln) zum zweitwichtigsten Handelsposten in der Provinz Niedergermanien. 275 wurde Colonia Ulpia Traiana von Germanen eingenommen, wurde aber Anfang des 4. Jahrhunderts zurückerobert. Mitte des Jahrhunderts allerdings nahmen die Überfälle der Germanen jedoch dermaßen zu, dass die Siedlung aufgegeben wurde.
Mittelalter
Im 5. Jahrhundert fingen Franken an, sich auf dem Xantener Gebiet niederzulassen. In der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts wurde bei der dortigen Kirche ein Stift angelegt, dessen Name "Sanctos (super Rhenum)" zuerst um 838 belegt ist. Diese Bezeichnung als "Ort der Heiligen" leitet sich aus dem ursprünglich an dieser Stelle vorhandenen Gräberfeld ab und bildet die Grundlage des heutigen Stadtnamens "Xanten".
Während Xanten mit seinem durch Grundbesitz und Kirchenschätze bedeutenden Viktorstift noch 863 von Normanneneinfällen betroffen war, erscheint der weltliche Ort bereits im Jahr 1122 als Teil eines kaufmännischen Netzwerkes am Niederrhein. 1228 verlieh ihm der Kölner ErzbischofHeinrich von Molenark die Stadtrechte.
Friedrich von Hochstaden legte 1263 den Grundstein für den gotischen Bau der Stiftskirche St. Viktor, der jedoch erst im 16. Jahrhundert vollendet wurde.
Ende des 14. Jahrhunderts wurde in Xanten mit dem Bau einer steinernen Stadtbefestigung begonnen. Nach der Übernahme des Stadtregiments durch die Herzöge von Kleve 1444 stagnierte die Einwohnerzahl bis zum Ende des 18. Jahrhunderts durch Kriege, Missernten und der Verlagerung des Rheins bei etwa 2.500.
Neuzeit
1802 wurde der Viktorstift durch die Franzosensäkularisiert, und es setzte eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage ein. Zwischen 1821 und 1825 wurden weite Teile der Stadtmauer abgerissen.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde Xanten zu großen Teilen zerstört. 1969 lebten in der Stadt an die 16.000 Einwohner. Ab 1975 wurden Gebäude restauriert, auf dem Gelände des ehemaligen Römischen Kastells das APX (Archäologischer Park Xanten) errichtet, ein teilweiser Wiederaufbau der alten Gebäude. Am 28. November1988 erhielt Xanten den Titel eines »Staatlich anerkannten Erholungsortes«, dem ersten im Regierungsbezirk Düsseldorf.
Politik
Bürgermeister von Xanten ist Christian Strunk (CDU).
Sitzverteilung im Stadtrat nach der Kommunalwahl 1999 (insgesamt 38 Stimmen):
Xanten liegt in der niederrheinischen Tiefebene westlich von Wesel. Xanten selbst teilt sich in die 3 Ortsteile Hochbruch, Niederbruch und den eigentlichen Stadtkern Xantens. Weitere Dörfer, die zur Stadt gehören, sind Birten, Lüttingen, Vynen, Obermörmter, Wardt und Marienbaum, sowie Ursel und Beek.
Persönlichkeiten
Der Heilige Viktor von Xanten soll im 3./4. Jahrhundert als Angehöriger der Thebäischen Legion bei Xanten das Martyrium erlitten haben. Er ist Schutzpatron der Xantener Kirche.
Der Heilige Norbert von Xanten (* um 1080, † 6. Juni1134 in Magdeburg) war Gründer des Prämonstratenserordens und späterer Erzbischof von Magdeburg.
Enea Silvio Piccolomini, 1458 als Pius II. zum Papst gewählt, war Propst des Xantener Viktorstiftes.
Der Philosoph Cornelis de Pauw stirbt am 7. Juli1799 als Xantener Kanoniker. Zu seinem Gedenken wurd auf Geheiß Napoléons ein Obelisk auf dem Domplatz errichtet.
Ingo Runde, Xanten im frühen und hohen Mittelalter. Sagentradition - Stiftsgeschichte - Stadtwerdung (= Rheinisches Archiv 147; Geschichte der Stadt Xanten 2), Köln / Weimar / Wien 2003
Studien zur Geschichte der Stadt Xanten 1228-1978, hrsg. von der Stadt Xanten, 2. Aufl. Köln 1983 [1978].
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