Die Insel - bzw. das Naturreservat - besteht aus einer etwa 7.608 km² großen Hauptinsel und ein paar kleinen vorgelagerten Eilanden und der etwa 135 km weiter nordöstlich liegenden und nur 11 km² großen Insel Herald. Sie stellt die Trennstelle zwischen der westlich angrenzenden Ostsibirischen See und der östlichen Tschuktschensee (die zur tückischen Beringstraße überleitet) dar; südlich trennt die De Long-Straße die Insel vom etwa 150 km entfernten asiatischen Festland und damit von Ostsibirien ab.
Obwohl ihre Gebirgswelt bis zu 1.096 m hoch aufragt ("Herald" bis zu 364 m) und die Wrangelinsel im Winter völlig von Treibeisschollen eingeschlossen wird, ist das Land nicht vergletschert. Allerdings ist die Insel, die etwa 500 bis 600 km jenseits des Nördlichen Polarkreises und etwa 2.080 km vom Nordpol entfernt ist, nicht nur in der Polarnacht des Winters von einer teils dicken Schneedecke überzogen. Die sich nördlich anschließende polarePackeisgrenze ist in dieser Gegend in der Regel nur etwa 100 bis 200 km entfernt. Daher kommt es vor, dass die Wrangelinsel selbst im Sommer zumeist nur schwer erreichbar ist, wenn sie von dicken Treibeisschollen umschlossen wird.
Die Koordinaten der etwa 150 km langen (West-Ost-Achse) und 80 km breiten (Nord-Süd-Achse) Insel sind: 72° nördliche Breite, 180° Länge.
Geschichte
Fossile Funde ergaben, dass zu den "Ureinwohnern" der Wrangelinsel unter anderen das Mammut gehörte - und zwar das zwergwüchsige, zottige Wollhaarmammut. Verschiedenen Angaben zufolge sollen sie dort noch bis vor etwa 5.700 bis 1.500 v. Chr. gelebt haben - meist jedoch ist 2.000 v. Chr. angeben. Auf dieser Insel, die zu diesen eisigen Zeiten aufgrund des zurückgegangenen Wasserspiegels mit dem nordostasiatischen Festland verbunden war, haben sie damit die Nach-Eiszeit länger überdauert, als anderswo auf der Erde.
Erst ein paar Jahrtausende später (1823) wurden die Inseln auf einer Expedition von Ferdinand Petrowitsch Baron von Wrangel an dieser Stelle vermutet, nicht aber gesichtet oder betreten; er war damals dabei die ostrussische Tschuktschen-Halbinsel zu kartieren. Wrangels Vermutung gründete sich auf die von ihm beobachteten Vogelschwärme, die weiter in Richtung Norden auf das Polarmeer hinausflogen. Die einheimischen Tschuktschen, die damals (wie heute) auf der eben erwähnten Halbinsel wohn(t)en, bestätigten seine Vermutung, dass dort eine Insel liegt, bzw. liegen könnte. Erst 1849 wurde die Insel gesichtet und einige Jahre später erstmals betreten.
Flora & Fauna
Die Landschaft auf der Wrangelinsel wird ausschließlich von der arktischen Tundra beherrscht; in den Höhenlagen finden sich unbewachsene Frostschuttwüsten; der nördliche Teil der Insel wird von einer Niederung eingenommen, die im Sommer sumpfig ist und sogar von einem kleinen Fluss durchflossen wird. In dieser nur wenige Wochen andauernden warmen Jahreszeit stürzen außerdem noch einige Bäche von den Berghängen. Wegen des Permafrosts und dem nur geringen Wassergehalt im Boden können sich keine hohen Pflanzen - wie zum Beispeiel Bäume - entwickeln, sondern es herrschen Flechten, Moose, Mohne und Farne vor. Die meisten dieser und anderer Pflanzen, die auf den Berghängen gedeihen, werden nur wenige Zentimeter hoch.
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