Sie wurde in Sommerhausen (Unterfranken) geboren, kam mit 6 Jahren nach Höchst am Main. Bereits mit 16 Jahren organisierte sie sich gewerkschaftlich. Weiterhin gehörte die den Naturfreunden und der Sozialistischen Arbeiterjugend in Frankfurt an.
Sie erlernte den Beruf einer Stenotypistin. 1923 folgte die Heirat mit Hans Wolf, 1925 wurde eine Tochter geboren. Im Krisenjahr 1929 wanderte sie mit ihrem Ehemann nach den USA aus. Sie übersiedelte aber 1932 wegen Arbeitslosigkeit ihres Mannes in die Sowjetunion.
Während eines Urlaubsaufenthaltes in Deutschland erhielt sie 1933 ein Wiederausreiseverbot durch die NS-Regierung. Sie tritt in die illegale KPD ein und betreibt illegale antifaschistische Tätigkeit für die KPD und die Rote Hilfe und stellt 1933 bis 1934 in Frankfurt Flugblätter der "Roten Hilfe" her.
Über ihre Tätigkeit bei der Erstellung illegaler Flugblätter berichtet die offizielle Homepage der Stadt Frankfurt über den Frankfurter Widerstand [1]
Sie emigriert über das Saargebiet nach Frankreich und wird 1940 in Paris durch Verrat von der Gestapo verhaftet und vom Volksgerichtshof wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt. Sie verbringt lange Jahre der Einzelhaft im Zuchthaus Ziegenhain und wird 1945 aus der Haftanstalt Hamburg-Fuhlsbüttel befreit.
Sie kehrt nach Frankfurt am Main zurück, ist dort stellvertretende Leiterin der Betreuungsstelle für politisch, rassisch und religiös Verfolgte des Naziregimes und Mitglied des beratenden Landesausschusses Großhessen.
Danach arbeitet sie mehrere Jahre ehrenamtlich in den Redaktionen der antifaschistischen Zeitung "die tat" und der Deutschen Volkszeitung mit. Bis zu ihrer Pensionierung war sie Angestellte der Stadtverwaltung Frankfurt am Main.
Eine langjährige Freundschaft verband sie mit Anna Seghers
Mitglied des 1991 gegründeten Verbandes Deutscher in der Résistance, in den Streitkräften der Antihitlerkoalition und der Bewegung »Freies Deutschland«e. V. (DRAFD)
Ein Leben ist viel zu wenig Röderberg-Verlag, Frankfurt 1974
"Ich habe das Leben lieb" Tagebuchblätter aus dem Zuchthaus Ziegenhain, Weltkreisverlag, Dortmund 1983
Literatur
Hans Berkessel: Nachruf auf Lore Wolf. In: Argonautenschiff 6, 1997
Anna Seghers: Zwei Briefe an Lore Wolf 1946. In: Argonautenschiff 2, 1993
Ulrich Schneider: Freunde fürs Leben Lore wolf und Anna Seghers. Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945, Informationen Heft 52, November 2000, 25. Jg.
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