Man kann folgende Qualitäten von Wissen unterscheiden:
Unvollständiges Wissen: Einer bekannten Eigenschaft kann zu einem bestimmten Zeitpunkt oder aufgrund anderer Faktoren wie einem fehlenden Messwert (Missing_Value) kein Wert zugeordnet werden, was z.B. in einer Frame-Repräsentation durch einen leeren Slot beschrieben wird.
Widersprüchliches Wissen: Widerspüche in Wissensbasen können behandelt werden, indem
die Wissensbasis in Teile aufgespaltet wird, die jeweils widerspruchsfrei sind,
epistemische Logiken verwendet werden, bei denen verschiedene Agenten jeweils widersprüchliches Glauben,
mehrwertige Logiken verwendet werden, die neben "wahr" und "falsch" mindestens einen weiteren Wert wie z.B. "inkonsistent" besitzen.
Unsicheres Wissen: Es wird eine stochastische Aussage zu einer Eigenschaft gemacht.
Ungenaues Wissen: Es wird keine genaue numerische Angabe zu einer Eigenschaft wie z.B. groß oder schnell gemacht, sondern es wird ein Eigenschaftsbereich (Intervall) angegeben, (siehe auch Intervall-Arithmetik, Fuzzy-Logik, Fuzzy-Arithmetik).
Default-Wissen: Wissen, welches normalerweise zutrifft, in Einzelfällen jedoch falsch sein kann. Es wird solange als wahr angenommen, bis eine widersprechende Aussage als wahr akzeptiert wird, was zur Folge hat, dass in der Zwischenzeit gemachte Annahmen und Aussagen zurück genommen werden müssen (nicht-monotones Schlussfolgern, Default-Reasoning). Default-Wissen wird auch als prototypisches oder stereotypisches Wissen bezeichnet.
Definitorisches Wissen: Definitorische Aussagen haben die unanzweifelbaren Eigenschaften einer Aussage, eines Objekts oder einer Klasse zum Gegenstand.
Allgemeinwissen: Kulturell abhängiges Wissen, welches verwendet wird, um in dem entsprechenden kulturellen Umfeld alltägliche Problemstellungen zu lösen (siehe auch Common-Sense Knowledge).
Fachwissen, Expertenwissen: Problem- und problemtypabhängiges Wissen, das von Experten verwendet wird, um Probleme in ihrem Fachgebiet zu lösen.
Modallogiken: Semantische Erweiterung der Prädikatenlogik mit Hilfe von "möglichen Welten". Alethische Modularität beschreibt notwendige und mögliche Gegebenheiten. Notwendige Gegebenheiten sind wahr, wenn sie in allen möglichen Welten, die von der betrachteten Welt erreichbar sind, zutreffen. Mögliche Gegebenheiten sind wahr, wenn sie in mindestens einer möglichen Welt zutreffen. Deontische Modularität beschreibt gebotene und verbotene Gegebenheiten.
Physikalisch Unwissbares: Eigenschaften, die durch Beschränkungen der Naturgesetze oder Naturkonstanten zu einem bestimmten Zeitpunkt oder prinzipiell nicht gewusst werden können. Z.B. zu wissen, wie "jetzt" ein 1000 Lichtjahre entfernter Stern aussieht, oder zu wissen, ob ein Teilchen in den nächsten 5 sec quantenphysikalisch tunneln wird (über letzteres ist nur unsicheres Wissen möglich).
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