Als Wissensordnung bezeichnet der Wissenschaftstheoretiker Helmut F. Spinner die dritte Grundordnung moderner Gesellschaften neben der Rechts- und der Wirtschaftsordnung. Spinner meint damit insbesondere die Rahmenbedingungen und Regelungen für "nichtkommerzielle schöpferische Wissenstätigkeiten im Dienste des Erkenntnisfortschritts und der professionellen Erstklassigkeit"; er unterscheidet dabei die alte oder klassische von der neuen, neoklassischen Wissensordnung.
Spinner untersuchte in seinem Wissensordnungs-Projekt besonders die geschichtliche Entwicklung am Beispiel der Humboldtschen Universitätsverfassung) und rekonstruierte daran systematisch die "klassische" Wissensordnung; darauf aufbauend untersucht er den Wandel der Wissensordnung durch die heutigen kognitiv-technischen Entwicklungen und entwickelt daraus die neue oder "neoklassische" Wissensordnung.
Karsten Weber, Michael Nagenborg, Helmut F. Spinner (Hrsg.): Wissensarten, WIssensordnungen, Wissensregime. Beiträge zum Karlsruher Ansatz der integrieten Wissensforschung. (=Studien zur Wissensordnung. 2) Leske+ budrich , Opladen 2002 ISBN_3-8100-3683-8.
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