In der Frühzeit der Fotografie wurden die Möglichkeiten und Grenzen des neuen Mediums entdeckt; dabei gelang in unterschiedlichen Bereichen die Visualisierung des zuvor Unsichtbaren; im Rahmen einer visuellen Zeitenwende wurden zunächst die Möglichkeiten der Optik und des Lichtes erkundet und ausgereizt.
Zu den Pionieren der wissenschaftlichen Fotografie zählen beispielsweise Louis Pierre Rousseau, Achille Jacques Jean Maria Deveria, Louis Auguste, Auguste Rosalie Bisson.
Naturkundliche Dokumentation
Zu den Fotopionieren der Frühzeit zählt auch James Deane mit seinen Fotografien von Fossilien, Edward Steichen mit seinen Blumen- und Pflanzenfotos sowie die Brüder Richard und Cherry Kearton mit ihren zahlreichen Büchern zur Naturgeschichte.
Die Astrofotografie zeigte den Makrokosmos auch den Menschen, die nie durch ein Telekop geblickt hatten; bereits 1840 gelang J. W. Draper das Fotografieren des Mondes, 1845 nahmen Léon Foucault und Hippolyte Fizeau erstmals Sonnenflecken auf. Zu den weiteren Pionieren zählen John Adams Whipple, George Philips Bond, Warren De la Rue sowie Lewis Morris Rutherfurd
Mit Hilfer der Blitzlichtfotografie und des Stroboskopblitzes gelang es Harold Edgerton in den 30er Jahren, Geschosse im Flug fotografisch festzuhalten; [[Arthur Banfield}} fotografierte um 1900 in einer Fotoserie die Lebendauer eines Milchtropfens.
Die Luftfotografie wurde bereits von Nadar (Gaspard Félix Tournachon) praktisch angewandt: Er fotografierte 1858 Paris aus einem riesigen Fesselballon mit eingebauter Dunkelkammer zur Entwicklung der fotografischen Platten. Ähnliche Versuche unternahm James Wallace Black 1860 in Boston.
In einem weiteren visuellen Paradigmenwechsel als mit der Entdeckung des Phänomens der Nebenstrahlung 1895 die Röntgenstrahlen entdeckt und etwa ab 1896 als Röntgenbild (z.B. John McItyre, A. W. Wright u.a.) fotografisch fixiert werden konnten. Hier wurde erstmals "etwas anderes als das sichtbare Licht zur Visualisierung" genutzt (Rumpf).
In der Psychiatrie wurde die Fotografie erstmals von Hugh Welch Diamond im Jahre 1852 als Hilfsmittel für Diagnosen eingesetzt. Ähnliches versuchte Jean Martin Charcot um 1884 an der berüchtigten Pariser Salpêtrière.
Einen Grenzbereich zur wissenschaftlichen Fotografie bildet die paraphysikalische Methode der so genannten Kirlianfotografie, die um 1939 von Semjon Kirlian und Valentina Kirlian entwickelt wurde präzise Bezeichnung hierfür lautet Hochfrequente Hochspannungsfotografie, ist wissenschaftlich reproduzierbar und wurde 1949 patentiert.
Mit dieser Methode der Koronaentladungsfotografie können elektrische Entladungen um Lebewesen visualisiert werden. Die aura-ähnlichen Erscheinungen werden mit dem paranormalen Phänomen des Energiekörpers der Theosophie und der Anthroposophie in Verbindung gebracht, jedoch auch pragmatitisch in der medizinischen Krebsdiagnostik eingesetzt.
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