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Wirtschaftsinformatik

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Die Wirtschaftsinformatik ist eine "Schnittstellen-Disziplin" zwischen der Informatik und den Wirtschaftswissenschaften, besonders der Betriebswirtschaftslehre. Sie wird oft als Teilgebiet der angewandten Informatik gesehen. Ferner besteht auch ein enger Bezug zum Wirtschaftsingenieurwesen, v.a. im Bereich der Materialwirtschaft, der Produktionsplanung und -steuerung und der Logistik.


Die Wirtschaftsinformatik befasst sich mit Planung, Entwicklung, Implementierung, dem Betrieb und der Weiterentwicklung von IV-Systemen, die zur formalisierten Unterstützung der ablaufenden Geschäftsprozesse und zur strukturierten strategischen Entscheidungsfindung in Unternehmen und in der öffentlichen Verwaltung eingesetzt werden. Anwendungen, die insbesondere entweder wegen ihrer Spezialisierung (z.B. finite-Element-Systeme zur Berechnung von auftretenden Spannungen im KFZ-Bereich) oder aufgrund ihrer Generalisierung (z.B. Textverarbeitungssoftware) nicht in einem gleichbleibenden formalen Rahmen eingesetzt werden können, zählen nicht zum klassischen Arbeitsgebiet der Wirtschaftsinformatik.


Inhaltsverzeichnis


1 Arbeitsgebiete

2 Geschichte

3 Ausbildung und Studium

4 Weblinks


Arbeitsgebiete

Betriebswirtschaftlich lässt sich die Wirtschaftsinformatik zunächst in die großen Teilbereiche der operativen Funktionsunterstützung und der strategischen Entscheidungsunterstützung aufteilen. Aufgabe der Wirtschaftsinformatik ist es, beide Bereiche so abzudecken, dass die operativen Prozesse bestmöglich unterstützt werden, dabei aber gleichzeitig möglichst viele Daten als Ausgangsbasis für strategische Entscheidungen abfallen. Von der Anwendungsseite deckt die Wirtschaftsinformatik daher konkret folgende Funktionen ab:




Im Verlauf der Entwicklung der Informatik im Allgemeinen und der Wirtschaftsinformatik im Besonderen haben sich eine ganze Reihe an technologischen Bausteinen herausgebildet, die im Rahmen der Wirtschaftsinformatik eingesetzt werden. Vorwiegend handelt es sich dabei um Software-Komponenten; die Hardware wird im Rahmen der Wirtschaftsinformatik eher am Rande betrachtet, spielt jedoch natürlich bei Verfügbarkeits- und Kapazitätsüberlegungen eine gewichtige Rolle.


Bezüglich der Betrachtung verwendeter Softwarekomponenten unterscheidet die Wirtschaftsinformatik zunächst zwischen Standardsoftware und Individualsoftware. In der Regel wird die IV-Unterstützung einer Organisation durch eine Kombination von Softwarekomponenten aus beiden Bereichen abgebildet, wobei der Hang zur Individualsoftware umso größer ist, je spezieller die abzubildende Funktion ist.


An Grundkomponenten für die Realisierung der Anforderungen stehen im Rahmen der Wirtschaftsinformatik eine Reihe von Softwarekomponenten zur Verfügung, die relativ standardisiert bestimmte Teilfunktionen des zu erstellenden Softwaresystems übernehmen. Im wesentlichen ist dies die Datenbanktechnik, die sich mit der dauerhaften und sicheren Speicherung organisierter Daten beschäftigt, die betrieblichen Transaktionssysteme, die auch bei einer großen Anzahl gleichzeitiger Benutzer das Arbeiten auf gemeinsamen Datenbeständen ermöglichen, die so genannte Enterprise Application Integration (EAI), unter die all jene Komponenten fallen, die die Zusammenarbeit verschiedener eigenständiger Teilsysteme sicherstellen, sowie Reporting-Systeme im weitesten Sinne, die Abfragen auf den Datenbeständen erlauben (Reporting-Software im engeren Sinne, Data Warehouses und OLAP-Werkzeuge).


Geschichte

Historisch geht die Wirtschaftsinformatik auf die Begriffe "Betriebliche Datenverarbeitung", "Betriebsinformatik" ("Betriebliche Informatik") und "Informationswirtschaft" zurück. Entwickelt wurde der Begriff der Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Furtwangen, die 1971 als erste Hochschule diesen Studiengang einrichtete.


Im Englischen wird 'Wirtschaftsinformatik' meist enger gefasst als Information Systems (IS), auch Management Information Systems (MIS), Business Information Systems (BIS) oder Information Systems (&) Management (ISM), bezeichnet.


Wenig oder nicht etablierte Übersetzungen sind Business Informatics (ein Versuch die im deutschsprachigen Raum inhaltlich weiter gefasste Disziplin international bekannt zu machen), sowie Computer Science for Business Applications, Business Information Technology, Business Data Processing & Management, Information Management und Business Computing.


Ausbildung und Studium

In Deutschland kann man Wirtschaftsinformatik als eigenen Studiengang an zahlreichen Universitäten, Fachhochschulen, Berufsakademien oder Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien studieren. An der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg gibt es die erste Fakultät für Wirtschaftsinformatik (Fakultät für Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik). In Österreich wird das Studium an der Universität Linz, der Technischen Universität Wien und der Universität Wien (als interuniversitäres Programm), und seit 2002 auch an der Wirtschaftsuniversität Wien angeboten. Ein umfassender Überblick über das Studienangebot im deutschsprachigen Raum findet sich in Mertens, P. et al. (Hrsg.): Studienführer Wirtschaftsinformatik. 3. Auflage, Vieweg, Wiesbaden 2002. ISBN_3-528-25539-0


Desweiteren gibt es die Möglichkeit, Wirtschaftsinformatik als Fachrichtung oder Schwerpunktfach innerhalb eines Studiums der Informatik, der Informationswissenschaft(en), der Betriebswirtschaftlehre oder des Wirtschaftsingenieurwesens zu studieren.


Die Wirtschaftsinformatik als Fachrichtung der BWL kann in folgende Teilbereiche zerlegt werden




Im Rahmen der betrieblichen Lehrberufe gibt es die Ausbildung zum Fachinformatiker (IHK) und an Fachschulen den staatlich geprüfter Wirtschaftsinformatiker. Berufsfachschulen/Berufskollege bieten die (meist 2-jährige) schulische Ausbildung zum staatlich geprüfter Informatiker Fachrichtung Wirtschaft an.


International, insbesondere in den USA erkundigt man sich am besten am "Department of Information Systems" einer Universität nach den angebotenen Studiengängen. Mehr hierzu unter Studieren im Ausland.


Die Berufstätigkeit als Wirtschaftsinformatiker ist auch ohne ein speziell hierauf bezogenes Studium erreichbar, in der Tat begann ein nicht geringer Teil der heutigen Wirtschaftsinformatiker im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich. Dies ist insbesondere auf den starken Einfluss zurückzuführen, den vorhandene praktische Erfahrungen als Einstellungskriterium spielen. Weiterhin ist in Deutschland auch die universitäre Ausbildung in der Regel so flexibel, dass man beispielsweise auch an einer Maschinenbau-Fakultät problemlos seinen Schwerpunkt auf die Wirtschaftsinformatik ausrichten kann.


Siehe auch: Wikipedia:WikiProjekt Wirtschaftsinformatik


Weblinks



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