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Winkel, Rosa
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[Bild extern:] Rosa Winkel


Der Rosa Winkel war ein Symbol, das von den Nazis benutzt wurde, um männliche Häftlinge in Konzentrationslagern zu identifizieren, die wegen ihrer Homosexualität dorthin verschleppt worden waren. Jeder Häftling musste einen Winkel an seiner Jacke tragen, dessen Farbe ihn einer der verfolgten Gruppen zuordnete. Juden mussten den gelben Stern tragen.


Inhaltsverzeichnis


1 Schwule als eher verstreute Opfergruppe

2 Die Häftlinge mit dem Rosa Winkel

3 Der Rosa Winkel als ein Symbol der Schwulenbewegung

4 Literatur

5 Weblinks


Schwule als eher verstreute Opfergruppe

Nicht alle Häftlinge mit einem Rosa Winkel verstanden sich selbst als schwul (manchmal waren sie verheiratet und hatten nur wenige Male Sex mit einem Mann). Und nicht jeder, der nach Paragraph 175 verurteilt wurde, kam später in ein Konzentrationslager (tatsächlich wurden die meisten "nur" ins Gefängnis gesteckt). Aber vor allem trugen die meisten Schwulen, die von den Nazis gequält und ermordet wurden, in Wirklichkeit den gelben Stern (weil sie jüdisch waren). Daher ist es schwierig, eine kohärente schwule Opfergruppe zu konstruieren und ihren Umfang zu beziffern.


Die Häftlinge mit dem Rosa Winkel

[Bild extern:] Rosa-Winkel-Häftling Erwin Jahnke, KZ Auschwitz


Aber man kann gleichwohl die Zahl der Häftlinge mit dem Rosa Winkel schätzen. Er wurde von ungefähr 5.000 bis 15.000 Männern getragen. Für Nicht-Juden hatten sie eine überdurchschnittlich hohe Todesrate von 60 Prozent. Der Grund hierfür mag darin liegen, dass sie oft auf sich allein gestellt waren, manchmal sogar gemieden und auf Abstand gehalten wurden, weil sie als "anders" gebrandmarkt waren. (Dies obwohl schwuler Sex in den streng geschlechter-getrennten Nazi-Lagern vorherrschend war.)


Die Häftlinge mit dem Rosa Winkel sind nie von der deutschen Regierung entschädigt worden. Wenn sie nicht aufhörten, Sex mit anderen Männern zu haben, konnten sie immer wieder eingesperrt werden, wie etwa Heinz Dörmer, der insgesamt 20 Jahre lang Häftling war, sowohl in einem Nazi-Konzentrationslager als auch in den Gefängnissen der Bundesrepublik Deutschland. Die Nazi-Verschärfung des Paragraphen 175, die homosexuelle Handlungen von einem Vergehen zu einem Verbrechen machte, blieb auch nach dem Krieg für weitere 24 Jahre gültig.


Heute weiß man von weniger als zehn noch lebenden Rosa-Winkel-Häftlingen. Und erst in jüngster Zeit haben die Menschen angefangen, sie nach ihren Geschichten zu fragen (vor einigen Jahren sicherte der US-amerikanische Film Paragraph 175 ihre mündlichen Zeugnisse auf Zelluloid).


Der Rosa Winkel als ein Symbol der Schwulenbewegung

Der um 180° gedrehte Rosa Winkel ist zu einem internationalen Symbol der Schwulenbewegung geworden und erst in den letzten Jahren von der Regenbogenflagge verdrängt bzw. an Popularität überholt worden.


Literatur

  • Joachim Müller; Andreas Sternweiler: Homosexuelle Männer im KZ Sachsenhausen. Berlin 2000.
  • Gad Beck; Frank Heibert (Hrsg.): Und Gad ging zu David : Die Erinnerungen des Gad Beck. Berlin 1995.
  • Andreas Sternweiler: Und alles wegen der Jungs : Pfadfinderführer und KZ-Häftling: Heinz Dörmer. Berlin 1994.
  • Pierre Seel; Jean Le Bitoux; Miriam Magall (Übers.): Ich, Pierre Seel, deportiert und vergessen. Köln 1996.


Siehe auch: Abzeichen in den Konzentrationslagern, Paragraph 175, Konzentrationslager


Weblinks



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