Der Wingolf pflegt freundschafliche Kontakte zum Falkensteiner Bund in der Schweiz
Wahlspruch des Wingolfsbundes ist "Di henos panta" (griech.: Durch einen (Jesus Christus) alles). Alle Wingolfsverbindungen treffen sich alle zwei Jahre zum "Wartburgfest des Wingolfs" in Eisenach.
Geschichte des Wingolfsbundes
Das Wort Wingolf stammt vom altnordischen Wort Vingolfr ab. In der germanischen Mythologie war Vingolfr ein Raum in Walhall - die Freundeshalle.
Friedrich Gottlieb Klopstock griff dieses Wort auf. 1767 schrieb er seine Ode "An des Dichters Freunde" aus dem Jahre 1747 um in eine Liedfolge in germanischem Gewand unter dem Namen Wingolf. Das in Deutschland unbekannte Wort fasste er als Freundschaftsbund auf.
Christliche Studentenvereine in verschiedenen Universitätsstädten griffen um 1840 das Wort auf und nannten sich Wingolf. Die erste Wingolfsverbindung wurde 1841 in Bonn gegründet. Der Wingolfsbund wurde 1844 gegründet. Gründungmitglieder waren die Wingolfsverbindungen aus Bonn, Erlangen, Halle (Saale), Berlin und Marburg.
Die einzelnen Wingolfsverbindungen wurden im 19. Jahrhundert an Unversitätsstädten mit evangelischen Fakuläten durch Theologiestudenten gegründet. Der Wingolf aber war von Anfang an überkonfessionell. Katholische Studenten aber traten jedoch häufig katholischen Studentenverbindungen z.B. dem CV oder dem KV bei. Das galt insbesondere für katholische Theologiestudenten.
Mit Hilfe örtlicher Pfarrer, die Mitglieder des Wingolfs waren, konnten Wingolfsverbindungen an Technischen Hochschulen gegründet werden.
In Würzburg (Universität mit ausschließliche einer katholischen Fakultät) gelang die Gründung einer Wingolfsverbindung erst 1932.
In Österreich konnte der Wingolfsbund, außer in Wien, an den traditionsreichen Unversitäten, z.B Graz, nicht Fuß fassen.
Während der Zeit des Dritten Reiches wurden die Wingolfsverbindungen und der Wingolfsbund, wie auch die anderen Studentenverbindungen, verboten. (Die Studenten wurden in NS-Kameradschaften organisiert).
Ab 1947 wurden die einzelnen Wingolfverbindungen und der Wingolfsbund in Westdeutschland und Wien wieder gegründet. In der DDR, wie auch in Polen und der UdSSR, war der Wingolf verboten. Die Tradition des Wartburgfestes wurde wieder aufgenommen. Es fand alle zwei Jahre an anderen Orten der Bundesrepublik Deutschland statt. Ihren Tiefpunkt erlebten die Verbindungen Anfang der 70er Jahre. Nach Neuorientierung konnten die Verbindungen wiederbelebt werden.
Nach der Wende finden seit 1991 die Wartburgfeste wieder in Eisenach statt. Der Wingolf konnte an den traditionsreichen Universitäten wiedergegründet werden. In Tartu/Estland entstand eine neue Wingolfsverbindung. Die Wiederbelebung der Verbindungen in Polen und Russland ist aufgrund der Geschichte ausgeschlossen.
Literatur
Waitz Geschichte des Wingolfs, Eigenverlag des Wingolfsbundes
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