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Windpocken

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Die Windpocken - auch als Wasserpocken oder Feuchtblattern bezeichnet; ICD-10-Kode B01 - sind eine durch das Varicella-Zoster-Virus ausgelöste Tröpfcheninfektion. Der Name Windpocken kommt von der hohen Ansteckungsfähigkeit dieser Viren, die auch über einige Meter in der Luft übertragen werden. Die Erkrankung führt in der Regel zu einer lebenslangen Immunität. Deshalb und aufgrund der hohen Kontagiosität sowie einem in Europa fehlenden Impfprogramm sind überwiegend Kinder im Vorschulalter betroffen. Ein Impfung ist möglich, eine Mehrfachimpfung (Masern-Mumps-Röteln-Windpocken)


ist in Vorbereitung. Die Impfung wird neuerdings von der Stiko (Ständige Impfkommission) empfohlen.


Inhaltsverzeichnis


1 Symptome

2 Komplikationen

3 Therapie

4 Kontagiosität

5 Gürtelrose als Zweiterkrankung

6 Weblinks


Symptome

Nach einer Inkubationszeit von 10 bis 21 (meist 14-17) Tagen kann es zum Auftreten von leichtem und kurzanhaltendem Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen kommen, dem tags darauf im Bereich des Rumpfes und Gesichtes, typischerweise aber auch des behaarten Kopfes, erst später an den Gliedmaßen bis zu linsengroße, manchmal juckende rote Flecken bzw. später Knötchen folgen, in deren Zentrum sich innerhalb von Stunden bis maximal reiskorngroße Bläschen bilden können. Diese können gedellt sein und entwickeln sich in weiterer Folge rasch zu Pusteln. Seltener können auch die Schleimhäute im Bereich des Mundes, hier v.a. am Gaumen als gelblich belegte Erosionen sichtbar, der Nase, der Augen, sowie die Haut der Genitalien und des Afters betroffen sein. Die Bläschen platzen schließlich und es bildet sich eine hellbraune Kruste.


Da die Läsionen nicht gleichzeitig entstehen, findet sich zu einem gegebene Zeitpunkt eine vielgestaltigen Ausprägung der Hauterscheinungen, sodass oft von einem Bild ähnlich einem "Sternenhimmel" gesprochen wird, was oft eine Blickdiagnose ermöglicht.


Komplikationen

Der Krankheitsverlauf ist meist gutartig. Die Krusten fallen ohne Narbenbildung ab, sofern darauf geachtet wird, dass das Kind nicht kratzt und damit eine bakterielle Superinfektion mit Streptokokken oder Staphylokokken herbeiführt.


Selten kann es zu einer Leber- oder Gelenksbeteiligung, sehr selten zu einer Lungenentzündung oder den gefürchtetsten Komplikationen, einer Enzephalitis oder Meningitis - also einer Beteiligung des Gehirns und der Hirnhäute - kommen. Bei einer Beteiligung des Kleinhirns kommt es meist nur zu einer vorübergehenden zerebellären Ataxie, die während der Heilungsphase der Erkrankung oder noch später auftritt.


Windpocken in der Schwangerschaft können eine ernste Gefährdung des Embryos bedeuten (besonders im ersten und zweiten Trimenon, 13. bis 20. Woche). Rund um den Geburtstermin (ca. 5 Tage vor und 2 Tage nach der Geburt) kann es beim Neugeborenen, besonders wenn es nicht behandelt wird, zu ernsteren Komplikationen kommen. Daher sollten sich Frauen mit Kinderwunsch, die sich nicht sicher sind, ob sie die Windpocken schon hatten, beim Frauenarzt auf Antikörper untersuchen und gegebenenfalls impfen lassen. In diesem Fall sollte allerdings etwa drei Monate mit einer Schwangerschaft gewartet werden, um eine Schädigung des Kindes auszuschließen.


Therapie

Die Behandlung beschränkt sich meist auf die Linderung eines bestehenden Juckreizes, indem kühle und feuchte Kompressen aufgelegt oder - besser - adstringierende Emulsionen aufgetragen werden. Die Fingernägel des Kindes sollten geschnitten werden, um die Gefahr der Entwicklung einer bakteriellen Superinfektion zu minimieren.


Ein bestehendes Fieber sollte, wenn überhaupt, nicht mit Acetylsalicylsäure (Aspirin®), sondern mit Paracetamol (Ben-u-ron®) behandelt werden, da Acetylsalicylsäure bei viralen Infektionen mit der Entstehung eines Reye-Syndroms in Zusammenhang gebracht wird.

Aciclovir oder Vidarabin soll die Symptome bei Kindern älter als zwei Jahren minimieren helfen, sofern es innerhalb 24 Stunden eingenommen wird. Bei einer bestehenden Immunschwäche sollte eines dieser Medikamente ebenfalls verabreicht werden.

Kontagiosität

Windpocken sind schon zwei Tage vor Auftreten des Hautausschlags ansteckend und bleiben dies, bis die Kruste des letzten Bläschens abfällt. Als weitere Faustregel gilt, dass eine Ansteckungsfähigkeit für 7-10 Tage nach Bildung der ersten Bläschen besteht - was für den Fall eines abgeschwächten Verlaufs mit verkürzter Krankheitsdauer von Bedeutung sein kann. Da die Erreger an der Luft nur für ca. zehn Minuten überlebensfähig sind, ist eine Übertragung durch Kleidung oder Spielzeug nicht zu befürchten.


Gürtelrose als Zweiterkrankung

Menschen, die in ihrer Kindheit an Windpocken erkrankt waren, können später im Erwachsenenalter an der Gürtelrose erkranken. Die Ursache sind nach der Erkrankung im Körper verbliebene Varicella-Zoster-Viren, die entlang sensibler Nervenfasern in die Spinalganglien wandern und dort latent verbleiben. Bei einem geschwächten Immunsystem können nun diese Viren reaktiviert werden und eine Gürtelrose im Versorgungsgebiet der betroffenen Nerven verursachen.


Weblinks



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