Auf dem Gemeindegebiet befindet ein römisches Legionslager mit dem Namen Vindonissa, dessen bestens wiederhergestellte Ruinen man heute wieder besichtigen kann.
Lage
Auf einem Sporn am Zusammenfluss von Aare und Reuss kontrollierte das Legionslager wichtige Verkehrsverbindungen, gerade aufgrund seiner Nähe zum Rhein (etwa 15 km).
Vor der Ankunft römischer Truppen existierte ein keltisches Oppidum, von dem ein tiefer Abschnittsgraben entdeckt wurde.
Traditionell wird die Gründung des Legionslagers auf 16/17 n.Chr. im Zusammenhang mit der tiberischen Neuordnung datiert. Die Errichtung im Bereich der Burgundischen Pforte markiert damit eine Phase der strategischen Konsolidierung. Aus dieser Zeit sind nur noch wenige Befunde erhalten. Um 21 n.Chr. wird eine erste Erweiterung nach Westen angenommen, um 30 n.Chr. findet eine erneute Vergrösserung und Verschiebung des Lagers nach Norden und Osten statt. Von dieser Phase sind Thermen, Valetudinarium (eine Art römisches Lazarett) und Kasernen bekannt.
Die 13. Legion war in dem Lager bis 44/45 n. Chr. stationiert. Mit der aus Vetera/Xanten kommenden 21. Legio Rapax wurde das Lager in Stein umgebaut. Der Lagergrundriss aus dieser und der folgenden Zeit ist im wesentlichen bekannt.
Da die 21. Legion im unruhigen Vierkaiserjahr 69 n. Chr. das helvetische Umland verheerte, wurde sie durch die 11. Legio Claudia Pia Fidelis ersetzt, die in Windisch bis zum endgültigen Abzug der Legion 101 n. Chr. blieb. Die Truppen wurden aus der befriedeten Provinz Germania Superior an die Donau entsandt, um die Feldzüge gegen die Daker vorzubereiten.
Neben den Bauten im Lager gibt es ein Amphitheater und eine immer noch teils in Benutzung befindliche Wasserleitung aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. (!), ausserdem sind Heiligtümer, der Hafen, vier Friedhöfe, eine Mansio und ein sehr fundträchtiger Schutthügel bekannt. Aus diesem stammen viele Kleinfunde, unter anderem Schreibtäfelchen, die viele Details aus dem Leben der Besatzung offenbaren.
Mittelalter
Das bedeutendste mittelalterliche Bauwerk ist die Klosterkirche Königsfelden. Deren Bau erfolgte auf Initiative der Habsburger, welche ihren Stammsitz ca. 2 km südwestlich von Windisch hatten. Am 1. Mai1308 war König Albrecht umweit des Reussübergangs bei Windisch von seinem Neffen, Herzog Johann von Schwaben, ermordet worden. Zum Gedenken an diese Familientragödie stiftete die königliche Witwe Elisabeth ein Kloster, das Königsfelden genannt wurde. Die ersten Mönche zogen 1311 ein. Nach der Reformation in Windisch im Jahre 1528 wurde das Kloster aufgehoben. Seit 1804 dient der Gebäudekomplex als Psychiatrische Klinik.
Literatur
Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa, Bände I-XVII, davon die Neusten:
Ch. Unz, E. Deschier-Erb, Katalog der Militaria aus Vindonissa (1997) XIV.
Ch. Meyer-Freuler, Vindonissa-Feuerwehrmagazin 1976. Untersuchungen im mittleren Bereich des Legionslagers (1998) XV.
M. Bossert, Die figürlichen Skulpturen des Legionslagers von Vindonissa (1999)XVI.
D. Hintermann, Der Südfriedhof von Vindonissa (2000)XVII.
A. Hagedorn, Zur Frühzeit von Vindonissa (2003) XVIII.
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