Archäologe und Kunstschriftsteller, gilt als der Begründer der wissenschaftlichen Archäologie.
Winckelmann, der Sohn eines Schusters, war dank eines Stipendiums in der Lage, in Halle (Saale)Theologie zu studieren. Später nahm er das Studium der deutschen Reichsgeschichte auf, damals ein eigener und blühender Studiengang. Seine Lieblingsthematik, die griechische Kunstgeschichte, hat er zeitlebens als Autodidakt betrieben, sich jedoch darin als Meister erwiesen. Nach kurzen Anstellungen als Lehrer und Erzieher wurde er 1748Bibliothekar in Dresden. In den dortigen Galerien konnte er seinen Sinn für bildende Kunst entwickeln.
1755 gab Winckelmann seine erste Schrift heraus: "Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in Malerei und Bildhauerkunst" (3 Bde., Dresden u. Leipzig). Dieses Werk enthält bereits fast alle seine späteren Ideen und Konzepte in einer formvollendeten Sprache. Hierauf erhielt er die Einladung zu einer Reise nach Rom, wo er nach kurzer Zeit als Bibliothekar bei Kardinal Archinto arbeitete, später in der gleichen Stellung bei Kardinal Albani, einem ebenso liberalen wie kunstbeflissenen Mäzen. Winckelmann verfasste in dieser Zeit u.a. Schriften zu den neuesten Ausgrabungen bei Herculaneum, die er interessiert verfolgte. 1764 schließlich konnte er sein Hauptwerk "Die Geschichte der Kunst des Altertums" (2 Quartbde., Dresden) herausgeben. Winckelmann stellt darin nicht die Geschichte der Kunst, sondern auch ein entwickeltes System der griechischen Kunst auf: Charakteristik des Stils der Plastik nach den Bestandteilen und nach Typen und Klassen des Idealschönen.
Für Winckelmann ist es die höchste Aufgabe der Kunst, die Schönheit darzustellen ("edle Gestalt und stille Größe").
Winckelmann gehörte auch zu den Personen, die Grabungen anmahnten, um das historische Olympia freizulegen. Im Januar 1768 nahmen die Reisepläne Winckelmanns konkrete Formen an, jedoch brachte sein gewaltsamer Tod diese Initiative zum Erliegen.
Im April 1768 reiste Winckelmann zurück nach Deutschland, wurde unterwegs jedoch von einem melancholischen Anfall überwältigt. Schließlich kam er über Wien nach Triest, wo er dem stadtbekannten Räuber Arcangeli zum Opfer fiel: dieser tötete Winckelmann mit fünf Messerstichen, um seiner Reisebörse habhaft zu werden.
Werke
Werkausgabe
Schriften und Nachlaß:
Bd.IV,1: Geschichte der Kunst des Alterthums, Mainz 2003, Text, Erste Aufl. Dresden 1764; Zweite Auflage Wien 1776.
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