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Wilson, Brian
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Brian Wilson wurde am 20.06.1942 in Hawthorne, Kalifornien (einem Vorort von L.A.) geboren und war der kreative Kopf der Beach Boys. Zusammen mit seinen Brüdern Dennis (04.12.1944-28. Dezember 1983) und Carl (21. Dezember 1946-06.02.1998) musizierte er schon früh im Familienkreis. Getrieben von einem tyrannischen Vater mit verhinderten Songwriter-Ambitionen, entfaltete Brian Wilson mit den Beach Boys eines der größten musikalischen Talente in der Pop-Musik.


Ab 1961 begannen die Brüder zusammen mit ihrem Cousin Mike Love und einem Schulfreund, Al Jardine, als The Beach Boys Platten aufzunehmen. Al Jardine wurde zwischenzeitlich durch den Wilson-Nachbarn Dave Marks ersetzt, kehrte aber nach einem kurzen Abstecher zum College wieder zur Band zurück. Die Songs der Beach Boys waren neben den damals üblichen Coverversionen hauptsächlich Kompositionen von Brian Wilson, oft mit Texten von Mike Love. Brian Wilson bezeichnete "Surfer Girl" als sein erstes eigenständig komponiertes Lied, das allerdings erst auf dem dritten, gleichnamigen Beach-Boys-Album erschien.


Nach dem lokalen Hit "Surfin'" bei einem kleinen Label, wurden die Beach Boys bei Capitol unter Vertrag genommen und produzierten in rascher Folge mehrere Alben und zahlreiche Top 20 Hits, darunter "Surfin U.S.A.", "Surfer Girl", "Fun, Fun, Fun" und mit "I get Around" 1964 sogar einen Nummer-1-Hit während der Beatlemania. Die ersten beiden LPs wurden noch pro-forma von einem Capitol-Producer, Nik Venet, betreut, aber auch hier war Brian Wilson schon maßgeblich involviert, bevor er ab dem dritten Album auch offiziell Regie führte. "Produced by Brian Wilson" stand von nun an auf den Beach-Boys-Alben (das änderte sich erst in den 1970ern). Damit wurden die Beach Boys Vorreiter einer eigenständigen, band-internen Produktionsweise. Selbst die Beatles hatten stets einen "externen" Produzenten, George Martin.


Für den introvertierten Brian Wilson waren die Tourneen der Band ungeliebter Stress und endeten 1964 in einem Nervenzusammenbruch. Bruce Johnston übernahm seinen Part auf der Bühne, so dass sich Wilson vollständig auf seine Arbeit als Komponist, Produzent und Sänger im Studio konzentrieren konnte. Seine Markenzeichen wurden aufwendiger Harmoniegesang, ausgetüftelte Instrumentarrangements und sein Falsett. Den Höhepunkt erreichte das kompositorische Schaffen als Gesamtkunstwerk in dem Album "Pet Sounds". Fernab von den bis dato vorherrschenden Surf- und Hot-Tod-Themen, wendete sich das Album thematisch der Umbruchzeit des Erwachsenwerdens zu. Die mitunter klassisch anmutenden Instrumentierungen inspirierten insbesonder Paul McCartney bei der Erstellung des "Sgt. Pepper"-Albums der Beatles.


Der Nachfolger für "Pet Sounds", "Smile", umrankt der Mythos des unvollendeten Meisterwerks. Zusammen mit Van Dyke Parks konzipierte Brian Wilson eine musikalische Rundschau des "Americana" mit psychedelischen Fragmenten. Nach großem Hype durch die Medien und großen Vorschusslorbeeren, wurde das Projekt nach fast einem Jahr abgesagt. Das Album ist bis heute unveröffentlicht, ist aber nach öffentlichen Aufführungen für den Herbst 2004 in einer Neuaufnahme von Brian Wilson und seiner Tour-Band vorgesehen - 37 Jahre nach dem urprünglichen Veröffentlichungstermin. Nur einzelne Songs wurden nach und nach auf verschiedenen Beach-Boys-Alben veröffentlicht. Darunter "Good Vibrations", "Heroes and Villains", "Surf's Up" und ein Zusammenschnitt von etwa 30 Minuten "Smile"-Material auf dem CD-Boxed-Set "Thirty Years of Good Vibrations".


Drogenkonsum und seine fragile Persönlichkeit ließen die Produktion nach dem Smile-Desaster erratischer werden. Wilson zog sich zunehmend aus dem Musikgeschäft zurück und war auch für die Beach Boys immer weniger erreichbar. Legendär ist seine Zurückgezogenheit vom Ende der 60er bis Ende der 70er (besungen in dem Lied "Brian Wilson" von den "Barenaked Ladies"), in denen die übrigen Beach Boys sich faktisch selbst produzierten.


Durch eine Therapie durch den umstrittenen Prominententherapeuten Eugene Landy fasste Wilson jedoch in den 80ern wieder Fuß und veröffentlichte 1988 sein erstes Solo-Album "Brian Wilson", das kommerziell relativ erfolgreich war (Platz 50), deren Singles jedoch floppten. Mit "Rio Grande" enthielt es ein 11-minütiges Epos, das an die besten Zeiten erinnerte.


In den 90ern erschienen mehrere Alben Wilsons, jedoch waren diese Jahre überschattet durch verschiedene Prozesse mit Mike Love über Tantiemen aus alten Beach-Boys-Hits und mit Eugene Landy wegen der harschen Therapiebedingungen, die dem Therapeuten praktisch unbeschränkten Einfluss auf alle (auch geschäftlichen und musikalischen) Belange seines Patienten gaben. Zudem erkrankte sein Bruder Carl an Krebs und starb Anfang 1998. Zugleich waren die 90er aber auch eine Zeit der Rehabilitation und öffentlichen Anerkennung seiner musikalischen Leistung. 1995 erschien die TV-Dokumentation "I Just Wasn't Made For These Times" mit vielerlei Lob von Kollegen. Ein gleichnamiges Album enthielt Neufassungen einiger Hits und Lieblingssongs, die ihn allerdings stimmlich stark geschwächt zeigten. Bei einer erneuten Zusammenarbeit ("Orange Crate Art") mit Van Dyke Parks fast 30 Jahre nach Smile war Wilson nur als Sänger aktiv.


Mit Anbruch des neuen Jahrtausends verstärkte Brian Wilson seine öffentlichen Auftritte und ging wieder regelmäßig auf Tour. Thematisch ging er dabei auf seine Höhepunkte in den 60ern zurück und führte "Pet Sounds" und "Smile" als quasi-sinfonisches Werk und nicht als "Greatest Hits"-Show auf. Die mentale Fragilität scheint durch seine zweite Ehe (mit Melinda Ledbetter) verbessert und mit "Gettin' In Over My Head" ist 2004 nach dem 1998er "Imagination" wieder ein reguläres Studio-Album erschienen.


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