Geboren in Bonn, studierte Willemsen nach dem Abitur (1976) Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte in Bonn, Florenz, München und Wien. Er promovierte über die Dichtungstheorie von Robert Musil. Die Habilitationsarbeit über "Selbstmord in der Literatur" beendete er nicht.
Berufliche Laufbahn
Neben dem Studium arbeitete Willemsen mehrere Jahre lang (1977-1981) als Nachtwächter, Reiseleiter und Museumswärter. 1984-1986 ist er als Assistent für Literaturwissenschaften an der Universität München (1984-1986) beschäftigt, arbeitet als Übersetzer, Herausgeber und freier Autor. 1988 ging er für drei Jahre nach London, um als Korrespondent für Zeitungen und Rundfunkstationen zu arbeiten. Er übersetzte Autoren wie Umberto Eco und Thomas Moore und schrieb eigene Bücher wie "Die Abruzzen" oder "Kopf oder Adler - Ermittlungen gegen Deutschland".
Seine TV-Karriere begann Willemsen 1991 beim Pay-TV-Sender Premiere, der auf den Kulturkritiker aufmerksam geworden war. Er moderierte mehr als 600 Ausgaben der Interviewreihe "0137", benannt nach der Telefonvorwahl, unter der sich Zuschauer an der Live-Sendung beteiligen konnten. Das Themenspektrum des Magazins reichte von Politik bis Boulevard. Er führte Gespräche unter anderem mit der Schauspielerin Audrey Hepburn, dem PLO-Chef Yassir Arafat, einem leibhaftigen "Menschenfresser" oder auch einem entflohenen Bankräuber. Selbst die Vergewaltigung eines jungen Mannes durch seine Mutter war für W. kein Tabu. 1992 wurde W. von einer unabhängigen Kritiker-Jury mit dem Goldenen Kabel für die "innovativste Sendung" und mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet.
1993 erhielt er den Adolf-Grimme-Preis in Gold. Man würdigte damit Willemsens hohes Einfühlungsvermögen und die Tatsache, dass er als einer der wenigen im deutschen Fernsehen die Sätze grammatikalisch korrekt hintereinander sprach, wie der Leiter des Adolf-Grimme-Instituts in Marl, Lutz Hachmeister, sagte.
Im Februar 1994 wechselte Willemsen zum ZDF nach Mainz. Dort moderierte er vom 14. Okt. 1994 bis 5. Juni 1998 die 60-minütige Talk Show "Willemsens Woche". Sie genoss unter TV-Kritikern hohes Ansehen für intelligente Unterhaltung. Regelmäßiger musikalischer Gast war der mit Willemsen befreundete Jazzmusiker Michel Petrucciani.
Zum Wintersemester 1995/1996 übernahm er eine Gastprofessur am Lehrstuhl für Literaturwissenschaften der Ruhr-Universität Bochum.
Ab 1999 moderierte Willemsen zahlreiche Kulturveranstaltungen, darunter die "Echo-Klassik-Gala" oder die Brecht-Hommage zum 100. Geburtstag "Und der Haifisch, der hat Zähne". Außerdem interviewte er für das ZDF-Format "Willemsens Musikszene" unter anderem Pierre Boulez, Herbie Hancock oder Chic Corea.
In der Sendereihe "Gipfeltreffen" inszenierte Willemsen filmische Doppelportraits prominenter Zeitgenossen, in der "Nachtkultur mit Willemsen" diskutierte er aktuelle Themen aus Kunst und Kultur mit drei bis vier Gästen.
Neben seiner Tätigkeit vor der Kamera führte Willemsen unter anderem Regie beim Dokumentarfilm "Non Stop - Eine Reise mit Michel Petrucciani", der mittlerweile in 13 weiteren Ländern ausgestrahlt wurde. Auf der EXPO 2000 präsentierte er eine zehnstündige Videoinstallation aus Gesprächen mit 55 Künstlern unter dem Titel "Welcome Home. Künstler sehen Deutschland".
2002 erschien Willemsens Buch "Deutschlandreise", in dem Fragmente einer mehrmonatigen Reise quer durch Deutschland formuliert.
Nach rund zweijähriger Pause als TV-Moderator präsentiert Willemsen ab dem 8. Februar 2004 den "Literaturclub" auf 3sat.
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