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Wieliczka

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Wieliczka (Aussprache etwa wie "Wjälitschka", deutsch: Groß Salze) ist eine Stadt in Kleinpolen, Polen, ca. 17 km südostlich von Krakau (Krakow) im Powiat Wielicki gelegen.


Inhaltsverzeichnis


1 Die Stadt

  1.1 Entwicklung bis 1945

  1.2 Neuzeit

2 Das Salzbergwerk

  2.1 Geschichte

  2.2 Prominente Besucher

3 Städtepartnerschaften

4 Ehrenbürger

5 Weblinks


Die Stadt

Entwicklung bis 1945

Erstmals wird Wieliczka als Magnum Sal (Großes Salz) in einer päpstlichen Urkunde um 1125 erwähnt. Die Stadt erhielt 1290 das fränkische Stadtrecht durch Herzog Przemysl von Krakau und Sandomir verleihen und war königliche Bergstadt. 1361 erhielt Wieliczka von Kasimir dem Großen das Magdeburger Recht und unterstand dem Obersten Gericht der sechs kleinpolnischen Städte in Krakau. Das Salzhandelsprivileg beeinhaltete den direkten Einkauf auf der Saline und den Verkauf auf den Märkten in Krakau und Auschwitz, es führte zum Reichtum der Stadt und ihrer Bürger. In dieser Zeit hatte Wieliczka etwa 1000 Einwohner. In der Stadt blühte das Handwerk auf, zu seinem Schutz vor Konkurrenz siedelte König Sigmund II. August die Juden in die Vorstadt Klasno um und verbot Ausländern den Zuzug in die Stadt.


Am Ausgang des 16. Jahrhunderts war die Blütezeit der Stadt beendet. Ursache dafür waren zum einen die zerrütteten politischen Verhältnisse in Polen aber auch durch ungenügende Sicherung der Bergwerke verursuchte Bergschäden und Tagebrüche. Insbesondere der Brand des Bonerschachtes von 1644-1646, bei dem 20 Bergleute ums Leben kamen, führte durch das Zusammengehen des Schachtes zu großen Schäden in der Stadt. Der 2.Nordische Krieg führte zur Verarmung der Stadt durch Militärdurchzüge, in Folge von Seuchen dezimierte sich die Zahl der Einwohner auf 500. Alle weiteren Versuche der polnischen Könige, der Stadt durch weitere Privilegien wieder auf zu helfen, waren erfolglos.


In Folge der 1. Polnischen Teilung von 1772 gelangt Wieliczka zu Österreich, die alten Privilegien wurden aufgehoben, die Selbstverwaltung aufgelöst und Deutsch zur Amtssprache erklärt. Dadurch wurde die Stadtentwicklung stark eingeschränkt, jedoch mit der Öffnung der Saline für den Besucherverkehr auch deren Weltruhm begründet.


In der Zeit des Großherzogtums Warschau war die Stadt von 1809-1813 gemeinsamer Besitz Österreichs und des Königs Friedrich August I. von Sachsen. Zur Regelung der speziellen Verhältnisse mit Österreich hatte der sächsische König den späteren Oberberghauptmann Sigismund August Wolfgang von Herder nach Krakau gerufen, der für seine Arbeiten zur Wiederaufhilfe des Bergbaus in Kleinpolen in den Freiherrnstand erhoben wurde. Jedoch bezüglich Wieliczka konnte auch Herder nicht viel erreichen, weil Österreich sämtliche Verhandlungen gekonnt verzögerte.


Zu Beginn des 19. Jahrhunderts begann der Kurbetrieb in Wieliczka, als Dr. Felix Boczkowski die Heilwirkung der Salzsole erkannte.


Mit Errichtung des Königreiches Galizien und Lodomerien im Jahre 1867 wurde Wieliczka Kreisstadt und Sitz des Starosten und die Stadt erlebte einen kurzen kulturellen und gesellschaftlichen Aufschwung. Im Jahre 1877 wurde die Oberstadt durch einen Stadtbrand zerstört. Die Situation der Stadt verschlechterte sich rapide. Als die Stadt 1918 zum wieder errichteten Polen kam, war sie völlig verkommen und verarmt. Ein weiterer Niedergang erfolgte 1932 durch die Aufhebung des Stadtkreises Wieliczka und die Schließung der Bergschule. Während der deutschen Besetzung im 2. Weltkrieg erfolgte 1942 die Deportation der Juden aus dem Stadtteil Klasno.


Neuzeit

Nach 1945 erlebte Wieliczka auf Grund seiner Lage in der Umgebung Krakaus einen großen Bevölkerungszuwachs und es entstanden neue Stadtviertel.


1959 wurde die Stadt als für den Tourismus bedeutsam anerkannt und 1971 zum Kurort aufgewertet.


Bei der Verwaltungsreform von 1975 wurde Wieliczka zu einer Großgemeinde (poln. Gmína) mit 44000 Einwohnern und 100 km² Fläche, der außer der Stadt mit heute 19000 Einwohnern noch 29 Dörfer zugeordnet wurden.


Seit 1990 wurde vor allem die bisher mangelhafte Infrastruktur (Kanalisation, Schulen, Wasser-, Strom- und Gasversorgung) ausgebaut.


1992 kam es durch einen der Wassereinbruch im Bergwerk zu einem Tagebruch am Bahnhof und Kloster; durch eine Rettungsaktion konnten das Bergwerk und das Kloster gesichert werden.


1995 wurde die Reliquie der Franziskus von Assisi-Kirche, das Bildnis der Heiligen Maria Gnadenvoll, dem Wunder zugesprochen werden, in einer großen Feier mit päpstlichen Kronen versehen.


Das Salzbergwerk

Geschichte

Wieliczka besitzt eines der ältesten Salzbergwerke der Welt.


Schon seit etwa 3500 vor Christus lässt sich die Salzsiederei in der Gegend nachweisen. Als sich Mitte des 13. Jahrhunderts die Salzquellen erschöpften, suchte man nach unterirdischer Salzsole. Dabei stieß man auf die Steinsalzlagerstätte.


Eine Sage bringt die Entdeckung mit der Herzogin Kunigunde (poln. Kinga), der Gattin des Herzogs Boleslaus des Keuschen von Krakau und Sandomir und Tochter der Königs Béla IV. von Ungarn in Verbindung.


Der Goryszowskischacht wurde etwa 1280 abgeteuft. Im 15. Jahrhundert kamen im Bergwerk erstmals Maschinen und seit dem 17. Jahrhundert auch Pferde zum Einsatz. Der Abbau erfolgte bis zum 18. Jahrhundert nur im oberen Teil des Flözes bis in 60 m Teufe, später wurden 4 weitere Sohlen unter den alten Bauen angelegt, die bis in 340 m Teufe reichen.


Ab dem 14. Jahrhundert bis 1772 vereinigten die Königlichen Salinen die Salzbergwerke Wieliczka und Bochnia; sie waren das größte königliche Bergbauunternehmen in Polen.


1368 erließ Kasimir der Große eine Bergordnung, die die Salzproduktion und den Salzhandel regelte, und als erste europäische Bergordnung gilt. Die Verwaltung der Salinen oblag einem Salzgrafen, der seinen Sitz im Schloss Wieliczka hatte. Aus den Einnahmen des Salzhandels, der in seiner Blüte im 14. - 16. Jahrhundert 1/3 der gesamten Staatseinnahmen erwirtschaftete, wurden u.a. die Kosten für den Bau des königlichen Schlosses Wawel, der Akademie und der Stadtbefestigungsanlagen in Krakau sowie der Heeressold bestritten.


1913 wurde die noch immer in Betrieb befindliche Salzsiederei zur Produktion von Salzsole erbaut.


Nach 1918 wurde das Bergwerk Staatsbesitz der Republik Polen, die sich 1932 das staatliche Monopol auf Salz vorbehielt. 1965 wurde der Name der Saline von Zupa Solna in Wieliczka geändert. 1976 kam das Bergwerk auf die Liste der nationalen Kulturdenkmäler Polens und 1978 auf die UNESCO-Liste des Weltkultur- und Naturerbes. Seit 1994 ist das Salzbergwerk Denkmal der Geschichte der polnischen Nation, der Eintrag in die Liste des gefährdeten Welterbes erfolgte 1989.


Seit 1993 ist die Salzförderung eingestellt und das Bergwerk dient ausschließlich dem Tourismus und als Sanatorium.


Dennoch ist Wieliczka ein wichtiger polnischer Salzproduzent, jedoch ausschließlich von Sudsalz. Wegen der Gefahr des Einsturzes der Saline und damit auch der Stadt bei Wassereinbrüchen wird das eindringende Wasser an die Oberfläche befördert und daraus Siedesalz gewonnen.


Neben den Abbaustollen gibt es eine Touristenroute bis in die Tiefe von rund 200 m, einen Heilstollen für Atemwegserkrankungen, und einige der Säle können für Feste im Bergwerk gemietet werden.


Bekannt sind auch die Kupferstiche von Wilhelm Hondius aus Danzig von 1645 über Stadt und Bergwerk, sowie von Johann Gottfried Borlach von 1719 und von Johann Esaias Nilson (von 1760-1790) über den Bergwerksbetrieb.


Prominente Besucher

  • Alexander I., russischer Zar
  • Franz I., Kaiser v. Österreich
  • Franz Josef I., Kaiser v. Österreich
  • Fryderyk Chopin, polnischer Komponist
  • Jan Matejko, polnischer Maler
  • Eliza Orzeszkowa, polnische Schriftstellerin
  • Ignacy Paderewski, polnischer Pianist
  • Józef Piłsudski, polnischer Politiker
  • Ferdinand Foch, französischer General und Politiker
  • Ignacy Moscicki, polnischer Politiker
  • Karol Wojtyła, Papst Johannes Paul II.
  • George Bush sen., Präsident der USA
  • Lech Wałęsa, polnischer Präsident
  • Aleksander Kwaśniewski, polnischer Präsident
  • Maha Chakri Sirindhorn, Prinzessin von Thailand
  • Takamado, japanisches Fürstenpaar
  • Franciszek Macharski, polnischer Kardinal
  • Czesław Miłosz, polnischer Nobelpreisträger


Städtepartnerschaften



Ehrenbürger

  • Tadeusz Piekarz, Woiwode
  • Franciszek Macharski, Kardinal


Weblinks



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