Geboren wurde er als Sohn eines Försters im Forsthaus Kleinort im südlichen Ostpreußen im Kreis Sensburg.
Nach Schulzeit und Studium wurde er Studienrat in Königsberg mit den Fächern Deutsch und Naturwissenschaft. Bereits hier schrieb er Romane, Novellen und Erzählungen. Im Jahre 1930 siedelte er von Königsberg nach Berlin über. 1932 erschien sein Roman Die Magd des Jürgen Doskocil, mit dem er seinen Ruf als Schriftsteller begründete. Er gehörte zu den meistgelesenen Schriftstellern seiner Zeit mit seinen Werken in Millionenauflagen. Wiechert gab den Lehrerberuf auf und arbeitete als freier Schriftsteller am Starnberger See. Seine christliche Grundeinstellung verarbeitete er in seinen Werken.
Ernst Wiechert appellierte 1933 und 1935 an die Studenten im Münchner Auditorium Maximum, sich kritisches Denken gegenüber der nationalsozialistischen Ideologie zu bewahren. Dies wurde als Aufruf zum inneren Widerstand gewertet. Die Niederschrift der Rede kursierte illegal in Deutschland und erreichte Moskau 1937 in einem Brot eingebacken. Hier wurde sie in der einflussreichen Exil-Zeitschrift Das Wort veröffentlicht.
Er lehnte die Teilnahme an der Volksabstimmung über die Angliederung Österreichs öffentlich ab.
Später verfasste Wiechert einen offenen Brief für die Freilassung Martin Niemöllers und kündigte an, statt dem NS-Winterhilfswerk Niemöllers Familie zu unterstützen, woraufhin er 1938 ins KZ Buchenwald verbracht wurde. Er erlebte hier vier eindrucksvolle Monate, den Bericht über die Tage des Schreckens schrieb er 1939 nieder und vergrub das Manuskript im Garten.
Nach seiner Entlassung hatte ihm Goebbels gedroht: Wir wissen, dass Ihr Einfluss auf die Jugend groß und gefährlich ist. Sollten Sie noch ein einziges Wort gegen unseren Staat sprechen oder schreiben, so werden Sie noch einmal ins KZ kommen, und zwar auf Lebenszeit und mit dem Ziel Ihrer physischen Vernichtung. (Der Totenwald, S. 131 f.)
Niemals war die Nacktheit der Macht schamloser verbrämt worden, niemals das Ebenbild Gottes tiefer geschändet worden. Wiechert drückte aus, wie durch das Bild Gottes ein Sprung hindurchlief, der nicht mehr heilen würde. Er hatte seinen Glauben im KZ verloren.
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