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Wharton, Ken
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Biografie / Biographie / Biography

* 1. März 1916 - † 12. Januar 1957

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Ken Wharton (* 1. März 1916, Smethwick bei Birmingham; † 12. Januar 1957, Ardmore in Neuseeland) war ein englischer Formel 1-Rennfahrer.


Inhaltsverzeichnis


1 Beginn der Karriere

2 Begegnung mit dem Idol

3 Der britische "Bergkönig"

4 Einsätze als Werksfahrer

5 Die Legende von Goodwood

6 Der Rennfahrertod


Beginn der Karriere

Bereits in den späten 1930er-Jahren probierte sich der Garagenbesitzer am Steuer eines kleinen Austin Seven mit Kompressor bei Rennen im Donington Park aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg wollte er seine unterbrochene Rennfahrerkarriere fortsetzen und startete daher bei diversen Trial- und Bergrennen sowie einigen Rallyes auf den britischen Inseln und dem Kontinent.


Begegnung mit dem Idol

Zeichnete sich anfangs der Stil des untersetzten Mannes mit den Boxerschultern durch grimmige Entschlossenheit aus, so sollte er sich in vielen Dingen durch die Begegnung mit seinem Idol wandeln: In Zandvoort traf er den französischen Grand-Prix-Fahrer und Europameister von 1946 Raymond Sommer. Dieser schien von der ungekünstelten Begeisterung des Briten angetan, sodass er sich die Zeit nahm ihm noch vor Ort in die tieferen Geheimnisse der Abstimmung, der Bremspunkte und der Ideallinie einzuweihen. Wharton wollte nun auch in die höheren Grand Prix-Klassen aufsteigen.


Der britische "Bergkönig"

Um dieses Ziel zu erreichen, wollte er in möglichst vielen verschiedenartigen Rennen seine Fahrkunst unter Beweis stellen - eine Strategie, die nach dem Krieg viele Piloten verfolgten. Hat er bisher erfolgreich Rallyes und Trials bestritten, wie der Klassensieg bei der Tulpen-Rallye in den Jahren 1949 und 1950 und derjenigen in Lissabon sowie das Championat der Trialmeisterschaft des Royal Automobile Club (RAC) auf einem Ford V8 Pilot bewiesen, so wendete er sich nun verstärkt den Bergrennen zu, da dort die Starterfelder übersichtlicher sind und die Rennen auch mit Formel-Wagen bestritten werden.


Daher erwirbt er zunächst einen Cooper-Formel-3-Rennwagen, dessen 500 cm3-Motor er schnell durch einen 1000 cm3-JAP-Motorradmotor ersetzte, schließlich einen Zweiliter-Formel-ERA, wobei er mit beiden Modellen schon 1950 erste Klassensiege verbuchen konnte.


Bereits im Folgejahr errang er zum ersten Mal den Titel eines RAC-Bergmeisters, den er auch in den folgenden drei Jahren erfolgreichen verteidigen sollte. Dies sollte auch seine eigentliche Domäne bleiben, aber sein eigentliches Ziel verlor er nicht aus den Augen.


Einsätze als Werksfahrer

Folgerichtig wurde er auch als Werksfahrer für Frazer-Nash und Jaguar bei Langstrecken-, Sportwagen- und Formel-1-Rennen eingesetzt. Später erlebte man ihn auch auf BRM und Vanwall in der Formel 1. Insgesamt bestritt er in der so genannten "Königsklasse" des Motorsports zwischen 1952 und 1955 15 Rennen. Gleich seine erste Saison war allerdings auch die erfolgreichste, als er sich mit dem Frazer-Nash-Bristol beim Grand Prix der Schweiz in Bremgarten einen vierten Platz erkämpfte. Dies sollten seine einzigen Wertungspunkte bleiben, da in den Jahren der Ferrari-Dominanz in der Regel nur vierte und fünfte Plätze zu holen waren.


Bei Sportwagenrennen, wie dem "August Bank Holiday Saturday" in Boreham im selben Jahr auf einem Frazer Nash MkII Le Mans Replica im selben Jahr oder zwei Jahr später als Werksfahrer bei dem 12-Stunden-Rennen von Reims auf einem Jaguar-D-Type sah man ihn jedoch wieder als Sieger.


Die Legende von Goodwood

1954 gelang ihm auch sein erfolgreichstes Jahr mit einem Grand-Prix-Wagen. Bei dem nicht zur Weltmeisterschaft zählenden berühmten Rennen im Easter- Monday-Goodwood-Meeting gelang ihm auf dem kapriziösen BRM-16-Zylinder ein von der Startlinie an heißerkämpfter Sieg gegen seinen Erzrivalen Roy Salvadori, der einen eigentlich überlegenen Maserati steuerte. Lediglich der bessere Start und das konsequente Blockieren hielten Ken vor seinem Gegner, der den in Kurven deutlich langsameren BRM, der ihm aufgrund seiner Breite auch noch die Ideallinie sichtmäßig versperrt, nicht überholen konnte. Wharton fuhr konsequent Kampflinie, was ihm noch durch den Umstand erleichtert wurde, dass sein Monoposto permanent Öl spuckte, welches sich auf der Windschutzscheibe und der Brille seines Verfolgers niederschlug. Salvadori verlor die Nerven, fuchtelte wild mit den Armen und versuchte in einer Verzweifelungstat während der 19. Runde in der Lavant-Kurve innen reinzustechen - die Kollision war unvermeidlich. Beide Fahrer konnten zwar nach dem Dreher weiterfahren, aber Roy musste mit einem Kupplungsschaden aufgeben, während Ken Wharton das Rennen gewann. "Ken war einer der allerhärtesten Fahrer, ich hätte es besser wissen müssen._..", urteilte Roy Salvadori im Rückblick dazu.


Der Rennfahrertod

Nach vielversprechenden Einsätzen auf einem Sportwagen von Ferrari 1957 sollte er sich auch bei einem Rennen im neuseeländischen Ardmore versuchen. Dort trug ihn der Ferrari nach einem Drift auf eine Rasenfläche, wo die Bremsen des Boliden unwirksam wurden. Seitlich prallte der Wagen gegen die Streckenbegrenzung, wobei Ken Wharton auf der Stelle getötet wurde.


Dank seines Kampfgeistes war Wharton bei den Briten zeitweilig sehr populär und galt als einer der vielseitigsten Fahrer seiner Zeit. Mangelndes Talent machte er anfangs durch Begeisterung und Einsatz weg, erst in den späteren Jahren pflegte er einen ökonomischen Fahrstil.


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