Diese Dialekte breiteten sich dann in westlicher Richtung aus und es kam zur Bildung neuer türkischer Sprachen. Dabei war der Anteil der ogurischen Völker sehr groß.
Zu dieser Gruppe war vor allem die Sprache der Wolgabulgaren zu rechen. Ihre Sprache, das Wolgabulgarische, kann als dessen Hauptvertreter angesehen werden (8.-14. Jahrhundert). In dieser Sprachform sind nur spärliche Denkmäler überliefert. Aus ihr ging die Kyptschakische Sprache hervor.
Auch die Sprache der Chasaren gehört in diese Gruppe. Ferner sind die Sprachen der Kimeken und wohl auch der Keraiten dieser Sprachgruppe zugehörig.
Umstritten ist die Zugehörigkeit der Hunnischen Sprache und der Awarische Sprache in diese Gruppe. Die beiden hatten von diesen hier aufgeführten Sprachen noch immer den größten Einfluß der ogurischen Sprachen, so daß man sie auch zu den Westtürkischen Sprachen rechnen könnte. Dem steht entgegen, daß sie geographisch aus dem Osttürkischen hervor gegangen ist. So werden diese Sprache dieser Sprachgruppe zugerechnet.
Oghusisch-Bulgarische (Oghusisch-Ogurische) Gruppe
Diese Sprachform bestand früher aus den Dialekten der Kumanischen Sprache. Eng verwandt waren die Dialekte der Petschenegen, von denen allerdings nur ein paar Stammesnamen bekannt sind. Ferner waren die Sprachen der Usen dieser Gruppe zugehörig.
Oghusische Gruppe
Diese Gruppe entstand unmittelbar aus dem Osttürkischen. Ab dem 8. Jahrhundert zogen die Sprachträger in westlicher und südwestlicher Richtung ab. Sie ließen sich im späteren Turkestan nieder und wurden so zu "Westtürken".
Oghusisch-Turkmenisch: Sie war der Hauptvertreter der Oghusen im 10.-11. Jahrhundert. Sie zerfiel in die Dialekte der Oghusen, Onoghusen, Toghusen, Guzz und Torken. Aber auch die Sprache der Naimanen gehört wohl in diese Gruppe.
Oghusisch-Seldschukisch: Aus ihren Dialekten sollte die Sprache der Seldschuken hervorgehen. Im 11. Jahrhundert zerfiel diese Sprachform in Alt-Osmanisch und Alt-Aserbaidschanisch. Die Trennung in diese Einzelsprachen war bis 1450 vollzogen.
Alt-Aserbaidschanisch war die Sprache der gleichnamigen Landschaft Aserbaidschan. Sie entstand ab dem 11. Jahrhundert aus Abspaltung aus der Seldschukischen Sprache. Sie galt lange Zeit mit der Alt-Osmanischen Sprache identisch. Als diese 1299/1300 Staatssprache des Osmanischen Reiches wurde, ging die Alt-Aserbaidschanische Sprache eigene Wege. Sie teilte sich ab dem 15. Jahrhundert in zwei große Sprachgebiete, die das Osmanische noch immer als engste Verwandte ansahen: Nord-Aserbaidschanisch und Süd-Aserbaidschanisch.
Karlukische Gruppe
Karlukisch war die Sprache des Karachaniden-Reiches. Zum Westtürkischen gehörten vor allem die Dialekte des Westreiches.
Neu-Uigurisch besteht aus zwei großen Dialektgruppen. Auf den Süd-Dialekten (Kaschgar und Tufan) basiert die Schriftsprache der UigurenChinas. Auf den Nord-Dialekten basiert die Sprache der Uiguren in den GUS-Staaten.
Das Westtürkische hat teilweise noch starke Bezüge zum Osttürkischen.
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