Westpreußen ist eine ehemalige Provinz des Königreiches Preußen, die überwiegend das Gebiet Pomerellen zwischen Ostpreußen und Pommern und das Gebiet um die Stadt Danzig mit ihrem Hinterland entlang der Weichsel umfasste.
Das spätere Westpreußen entspricht dem westlichen Teil des mittelalterlichen Ordensstaates Preußen. Durch den 2. Thorner Frieden kam dieses Gebiet 1466 unter die Oberhoheit des polnischen Königs und wurde als Königliches Preußen Teil des Königreiches Polen, behielt jedoch einen eigenen Landtag und das Recht zur Erhebung eigener Steuern. Im Zuge der Reformation übernahmen die meisten Städte den evangelischen Glauben. Erst im Rahmen der 1569 geschlossenen Lubliner Union wurde eine einheitliche Verwaltung für alle Gebiete des polnischen Königreiches beschlossen. Da die Stadt Danzig diesen Vertrag nicht unterzeichnet hatte, gab es in der Folgezeit immer wieder Auseinandersetzungen zwischen der Stadtverwaltung und den polnischen Truppen.
1772 kam es in der 1. Teilung Polens zum Königreich Preußen. Am 31. Januar1773 beschloss König Friedrich II., das westliche Preußen als Westpreußen und das bisherige Herzogtum Preußen als Ostpreußen zu bezeichnen. Hauptstadt Westpreußens wurde Danzig (polnisch Gdańsk).
Nach dem Wiener Kongress1815 wurden Ostpreußen und Westpreußen als Provinzen errichtet. Von 1824 bis 1829 waren sie personell und von 1829 bis 1878 real zur "Provinz Preußen" vereinigt.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhielten polnische Kandidaten in Westpreußen (ihrem Bevölkerungsanteil entsprechend) rund ein Drittel der Wählerstimmen, in einigen ländlichen Wahlkreisen (Berent, Karthaus, Neustadt) erreichten sie auh das Reichstagsmandat.
Nach dem ersten Weltkrieg kam Westpreußen durch den Vertrag von Versailles überwiegend an Polen (polnischer Korridor) und an die Freie Stadt Danzig. Der bei Deutschland verbliebene östliche Restteil wurde als Regierungsbezirk Westpreußen beziehungsweise Regierungsbezirk Marienwerder der Provinz Ostpreußen angegliedert. Ein kleiner ebenfalls bei Deutschland verbliebener westlicher Teil (Landkreise Deutsch Krone, Flatow und Schlochau) wurde 1922 mit dem beim Deutschen Reich verbliebenen Rest der Provinz Posen (Landkreise Bomst, Fraustadt, Meseritz, Schwerin an der Warthe und Netzekreis) zur neuen preußischen Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen vereinigt, welche 1938 jedoch aufgelöst und auf die Nachbarprovinzen Brandenburg, Pommern und Schlesien aufgeteilt wurde. Zu Zeiten der Weimarer Republik galt der deutsch-polnische Grenzverlauf in der Region Westpreußen als strittig, da sich bedeutende Teile der deutschen Gesellschaft nicht mit der Abtretung eines großen Teiles des Gebietes an Polen abfinden wollen.
Nach der deutschen Besetzung Polens im Zweiten Weltkrieges wurden die bis dahin zu Polen bzw. zur Freien Stadt Danzig gehörenden Teile Westpreußens Ende 1939 vom Deutschen Reich annektiert. Aus ihnen wurde zusammen mit dem bis dahin zur Provinz Ostpreußen gehörenden Regierungsbezirk Westpreußen der Reichsgau Danzig-Westpreußen gebildet.
Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das gesamte Gebiet Westpreußens von sowjetischen Truppen in bluitigen Kämpfen erobert. Nach dem Ende der Kämpfe wurde das Gebiet erneut an Polen gegeben bzw. unter polnische Verwaltung gestellt. Während die staatliche Zugehörigkeit der zum Deutschen Reich in den Grenzen von 1937 gehörenden Gebiete (Ostpreußen, Hinterpommern, Grenzmark Posen-Westpreußen, die Neumark Brandenburg und Schlesien) bis zum Deutsch-Polnischen Grenzvertrag umstritten blieb, erhob die Bundesrepublik Deutschland im Gegensatz zur Weimarer Republik niemals territoriale Ansprüche auf die schon vor dem Zweiten Weltkrieg zu Polen gehörenden Teile Westprußens.
Verwaltungsgliederung Provinz Westpreußen (vor 1920)
Folgend sind Weblinks mit historischen Landkarten von Preußen einschließlich Westpreußen, Ostpreußen, Ermland, Freie Stadt Danzig seit circa 1500 bis zum 20ten Jahrhundert:
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