Werte sind Dinge, die einer Gruppe von Menschen oder einer Gesellschaft sehr wichtig sind. Man kann hierbei zwischen materiellen Werten und immateriellen Werten unterscheiden. Werte sind Dinge, die als wünschenswert angesehen werden. Werte sind die konstitutiven Elemente der Kultur, sie definieren Sinn- und Bedeutung innerhalb eines Sozialsystems (Gruppe, Gesellschaft, etc.)
Aus Werten (z.B dem Wert der Achtung des Eigentums) lassen sich soziale Normen (konkrekte Vorsschriften für das Verhalten) ableiten (Beispiel für eine Norm: "du sollst nicht stehlen"). Werte sind ein zentraler Bestandteil vieler Verhaltensvorschriften, jedoch sind sie nicht selber Verhaltensvorschriften.
Werte werden häufig über die Sozialisation an nachfolgende Generationen weitergegeben. Dies geschieht jedoch nicht vollständig, so lässt sich beispielsweise in den westlichen Industriegesellschaften innerhalb der letzten Jahrzehnte ein Wertewandel weg von materiellen und hin zu post-materiellen Werten beobachten (vergleiche hierzu die Wertewandeltheorie von Ronald Inglehart). Die Ursachen für den Wertewandel sind vielfältig (veränderte Umweltbedingungen, Konflikthaltung gegenüber anderen Generationen, etc.). Werte unterscheiden sich von Einstellungen darin, dass Werte stabiler sind.
Das System aller Werte ist nicht wiederspruchsfrei: Zum einen stehen einige Werte untereinander in einem immanenten Konkurrenzverhältnis. So steht z.B. der Wert des Wohlstands im Konflikt mit dem Wert der Nachhaltigkeit; oder der Wert der individuellen Freiheit steht im Widerspruch zu nahezu allen anderen Werten. Zum anderen können in einer konkreten Situation Werte miteinander in Konflikt treten, die abstrakt gesehen miteinander vereinbar scheinen. Es ist dann nicht möglich, sich so zu verhalten, dass man allen Werten gleichzeitig gerecht wird. Jedoch werden auch nicht alle Werte als gleichrangig angesehen, so dass auch in solchen Fällen meist eine mehr oder wenige klare Handlungsorientierung gegeben ist.
Problematisch ist auch, wie man die allgemein anerkannten Werte durchsetzt. Aus egoistischer Sicht ist es manchmal vorteilhafter, sich nicht an Wertvorstellungen zu halten, insbesondere dann, wenn man eine gute Chance hat, nicht erwischt zu werden. Deswegen muss eine Gesllschaft ein moralisches und materielles Sanktionssystem aufbauen, damit die Werte möglichst gut von allen eingehalten werden. Ist dieser Druck zu groß, beschneidet man allerdings wieder die individuelle Freiheit des Einzelnen.
Im Grundrechtsteil des Grundgesetzes werden einige grundlegenede Wertvorstellungen in geltendes Recht umgesetzt. Der Grundrechtsteil gibt insoweit auch eine Rangfolge vor. Jedoch bilden die juristisch abgesicherten Grundwerte nur den kleineren Teil der Wertvorstellungen.
Hrsg. v. Walter Schweidler. Werte im 21. Jahrhundert. Schriften des Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI), Bd.27. Freiburg (NOMOS) 2001, ISBN_3-7890-6976-0
Karl-Heinz Hillmann, Wertwandel. Ursachen - Tendenzen - Folgen, Würzburg (Carolus) o. J. [2004], ISBN_3-9806238-1-5
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