Werft (alt-niederl./Friesl.) = Der am Wasser baut.
Eine Werft ist ein Betrieb zum Bau und zur Reparatur von Booten und Schiffen. Auch für Anlagen zur Produktion und Grundinstandsetzung von Luftschiffen und Flugzeugen wird teilweise der Ausdruck Werft (Luftschiffwerft, Flugzeugwerft) benutzt.
Nach den hergestellten Typen von Wasserfahrzeugen wird unterschieden zwischen
Bootswerften
Binnenschiffswerften
Seeschiffswerften.
Die ersten Werften, auf denen Schiffe in Serie entstanden, wurden vermutlich von den Karthagern und Phöniziern erbaut. Später hatten die Römer ausgedehnte Werftkomplexe, vor allem zum Bau von Galeeren.
Lange Zeit erfolgte der Bau von Schiffen in den Werften an Land. Die ersten sicher nachgewiesenen und noch heute existierenden Trockendocks entstanden unter Zheng He in Nanking, China, zum Bau der legendären Schatzflotte Anfang des 15. Jahrhunderts. Mit dieser Entwicklung wurde der Bau großer, über 100 m langer Schiffe möglich.
Für Reparaturzwecke wurde 1839 vom amerikanischen Ingenieur Gilbert das Schwimmdock erfunden. Schwimmdocks funktionieren ähnlich wie U-Boote: Zum Einfahren der Schiffe werden sie geflutet und tauchen soweit ab, dass das zu reparierende Schiff einfahren kann. Anschließend wird das Wasser aus den Tanks herausgepumpt oder mit Pressluft herausgedrückt, so dass das Schwimmdock mit dem Schiff soweit auftaucht, dass der Boden trocken ist. Der Neubau von Schiffen findet zunehmend in großen, geschlossenen Hallen statt.
Vom 16. Jahrhundert bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts befanden sich die größten Werften zunächst in Europa, dann auch in Nordamerika.
Im Zuge der sog. Werftenkrise wurden Schiffbaukapazitäten abgebaut, die größten Werftkapazitäten entstanden nun in Japan, Korea und China.
Die drei großen Werften Blohm & Voss, HDW und Deutsche Nordseewerke wollen sich zusammenschließen. Dazu will der Thyssen-Krupp-Konzern, der bereits Eigentümer von Blohm & Voss und der Nordseewerke ist, die HDW vom US-Finanzinvestor One Equity Partners übernehmen. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde von beiden Parteien unterschrieben. Im Rahmen der Übernahme bekommen die Amerikaner 25 Prozent am neuen Verbund und 240 Millionen Euro in bar.
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