Marianna Wladimirowna Werfkina wurde 1860 in Tula als Tochter eines Kommandeurs des Ekaterinburger Regiments geboren. 1880 wird sie Privatschülerin von Ilja Repin, dem bedeutendsten Maler des russischen Realismus. 1888 erleidet sie einen Jagdunfall, bei dem sie sich die rechte, die "Malerhand" durchschießt. 1892 lernt sie Alexej von Jawlensky kennen, den sie zu fördern beschließt. 1896 ziehen sie und Jawlensky zusammen mit einem neunjährigen Dienstmädchen nach München. Zugunsten von Jawlenskys Ausbildung unterbricht sie ihre eigene künstlerische Tätigkeit für nahezu zehn Jahre.
1907 entstehen ihre ersten expressionistischen Werke. In diesen folgt sie dem Stil der Flächenmalerei von Paul Gauguin und Louis Anquetin. In den Motiven lehnt sie sich oftmals auch an Edvard Munch an. 1909 wird in München die Neue Künstlervereinigung München, kurz NKVM, gegründet, die am 22. März in das Münchener Vereinsregister eingetragen wird. Sie dient als Ausstellungs- und programmatisches Forum.
1911 wird die Redaktion Der Blaue Reiter gegründet, die auch den gleichnamigen Almanach herausgibt und im Winter 1911/12 eine erste Ausstellung präsentiert. 1912 verlassen auch Marianne Werefkin und Jawlensky die NKVM und schließen sich dem Blauen Reiter an.
Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 emigrieren beide in die Schweiz, zunächst in die Nähe von Genf, später dann nach Zürich. 1918 zieht sie - mittlerweile von Jawlensky getrennt - nach Ascona am Lago Maggiore. 1924 gründet sie dort die Künstlergruppe "Großer Bär".
In ihren späteren Lebensjahren verdient sie sich ihren Lebensunterhalt mit dem Malen von Plakaten. Vor größerer wirtschaftlicher Not wird sie immer wieder von ihren Freunden Carmen und Diego Hagmann bewahrt.
Sie stirbt am 6. Februar1938 in Ascona und wird auf dem dortigen russischen Friedhof beigesetzt.
Zitiert aus: "Marianne von Werefkin in Murnau - Kunst und Theorie, Vorbilder und Künstlerfreunde", Katalog einer Sonderausstellung im Schloßmuseum Murnau, bearbeitet von Brigitte Salmen.
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