Der Weißstorch (Ciconia ciconia) ist eine Vogel-Art aus der Familie der Störche (Ciconiidae).
Weißstörche sind etwa 100 bis 110 cm lang und haben eine Flügelspannweite von etwa 200 bis 220 cm. Bis auf die schwarzen Schwungfedern ist das Federkleid rein weiß. Schnabel und Beine sind rötlich. Weißstörche haben ein Gewicht von etwa 2,5 bis 4,5 kg.
Da die Stimme des Weißstorchs nur schwach ausgeprägt ist, verständigt er sich durch Klappern mit dem Schnabel. Deshalb wird er auch Klapperstorch genannt. Vor allem sein Balzritual beinhaltet ausgiebiges gemeinsames Schnabelklappern.
Der Weißstorch ernährt sich ausschließlich von Kleintieren wie Würmern, Fröschen, Mäusen oder auch Jungvögeln. Seine Jagdmethode ist höchst charakteristisch und macht ihn schon aus weiter Entfernung erkennbar: Er schreitet auf der Suche nach Beute durch Wiesen und Sumpfland und stößt dann blitzartig mit dem Schnabel auf seine Beute herab.
Er nistet auf Felsvorsprüngen, Baumstümpfen, dicken Ästen, Kaminen und Hausdächern und bevorzugt feuchte und wasserreiche Gegenden. Der größte Teil dieser Vögel brütet in Mittel- und Osteuropa, ein kleiner Teil auch in Nordafrika.
Zugverhalten
Beim Weißstorch handelt es sich um einen Zugvogel, der jedes Jahr lange Strecken zwischen seinen Brutquartieren in Europa und seinen Winterquartieren zurücklegt. Der größte Teil der Störche überfliegt die Sahara und überwintert in Afrika, die östlichsten Populationen dagegen in Asien. Der Storch hat eine ausgeprägte Scheu vor großen Wasserflächen, so ziehen die so genannten "Weststörche" bei Gibraltar über das Mittelmeer, die "Oststörche" über den Bosporus. Die Wüste zu überqueren macht ihm dagegen nichts aus, da er die dort entstehende Thermik geschickt auszunutzen versteht.
Bestandsentwicklung
1934, bei der ersten Storchenzählung, gab es etwa 9.000 Storchenpaare auf den Gebiet des heutigen Deutschlands, 1959 gab es etwa 4.800 Storchenpaare, in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre wurde mit etwas weniger als 3.000 Paaren ein Tiefststand erreicht. Zu Beginn des dritten Jahrtausends gibt es in Deutschland wieder etwa 4.500 Storchenpaare, wobei aber in der amtlichen Statistik einige hundert Paare nicht gezählt werden, weil sie vom Menschen wieder angesiedelt wurden.
In der Schweiz gab es um 1900 etwa 140 Brutpaare. Der Bestand nahm aber in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts immer mehr an, so dass 1950 keine Störche mehr in der Schweiz brüteten. Durch Auswilderung und Schutz ist der Bestand heute (2004) jedoch wieder auf etwa 200 Paare angestiegen.
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