Weismantel wurde am 10. Juni1888 in Obersinn, einem kleinen Dorf im Übergangsbereich von Spessart und Rhön nahe Gemünden im heutigen Landkreis Main-Spessart als siebtes Kinder der Eheleute August und Barbara Weismantel geboren.
Nach dem Gymnasium in Münnerstadt, das er nach einer schweren Krankheit ohne Abitur verließ und dem Studium der Philologie, Philosophie und Naturwissenschaften, promovierte er 1914 zum Dr. phil. an der Universität Würzburg mit einer geographischen Monographie über die Haßberge.
Als Lehrer an der privaten Handelsrealschule für Knaben Adam in Würzburg (1915-1919) veröffentlichte er 1917 seinen ersten Roman "Marie Madlen". Dieser "Roman aus der Rhön" begründete seinen schriftstellerischen Ruf und war zugleich das erste von vielen Büchern und Veröffentlichungen über die Rhön.
1920 verließ Weismantel den Schuldienst und verzog nach Marktbreit, wo er als frei schaffender Künstler und Pädagoge tätig war.
Von 1924 bis 1928 war Weismantel als Abgeordneter der Christlich-Sozialen Volkspartei im Bayerischen Landtag.
Zu einem Mittelpunkt der pädagogischen Reformbewegung entwickelte sich das von ihm 1928 in Marktbreit gegründete Lehr- und Forschungsinstitut "Schule der Volkschaft". Weismantel widmete seine schriftstellerische Produktion bis 1933 in erster Linie reformpädagogischen Themen.
Mit Beginn der Zeit des Nationalsozialismus blieb für seine pädagogischen und kulturpolitischen Reformvorstellungen jedoch kein Raum mehr, so daß er sein Institut schließen mußte und 1936 wieder nach Würzburg zog. Hier wendete er sich vorwiegend religiösen Themen zu und veröffentlichte Künstlerbiographien. Insbesondere sein biographischer Roman von 1939 "Gericht über Veit Stoß" ist geprägt von seiner katholischen Haltung, die unverkennbar der nationalsozialistischen Weltanschauung entgegenstand. Die in diesem Werk vertretenen Werte des Individualismus und Humanismus sind auch ohne eindeutige Anspielungen als Kritik an der herrschenden Weltanschauung aufzufassen. Sein unmißverständliches Bekenntnis zum Katholizismus führte zu seiner zweimaligen Verhaftung 1939 und 1944 durch die Gestapo. Der zweiten Inhaftierung schloss sich eine Verbringung in ein Sonderlager in Würzburg an.
Der englische Terrorangriff auf Würzburg am 16.03.1945 führte auch zur Zerstörung seiner Wohnung, so daß Weismantel wieder in seinen Geburtsort Obersinn zurückkehrte. Hier erlebte er das Ende des Zweiten Weltkrieges und des Dritten Reiches.
Die Amerikaner, zu deren Besatzungszone auch die fränkische Heimat des Dichters gehören sollte, erstellten bereits im Herbst 1944 eine so genannte "Weiße Liste" mit unbelasteten deutschen Persönlichkeiten, die für eine Mitarbeit zur demokratischen Erneuerung des besiegtes Landes gewonnen werden sollten. Hierzu zählte auch Leo Weismantel, der als bayerischer Kultusminister in Erwägung gezogen wurde. Weismantel lehnte einen solchen Posten jedoch ab und übernahm stattdessen das Amt eines Schulrates im ehemaligen Landkreis Gemünden sowie später eine Professur am Pädagogischen Institut in Fulda.
Seine reformerischen Vorstellungen fanden aber erneut nicht die Aufnahme, die ihm eine weitere Tätigkeit auf diesem Wirkungsfeld gestatteten, sondern wurden immer weniger beachtet. Lediglich der Verlag der DDR-CDU zeigte Interesse am Werk Weismantels. Ähnlich wie auch Leonhard Frank, verlieh die (Ost-)Berliner Humboldt-Universität Weismantel die Ehrendoktorwürde. Seine Ablehnung der Konfessionsschule und seine Proteste gegen die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland und schließlich seine Mahnungen zu einer Verständigung mit der DDR und UdSSR als Hauptgegner des kalten Krieges sowie der Beifall aus diesem Lager, führte Weismantel in die Isolation. In den 50er Jahren wurde er sogar als Kommunistenfreund verfemt.
Bereits 1948 wurde Weismantel Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde. Die Stadt Würzburg hat ihn im Dezember 1954 als Redner zur 150-Jahr-Feier des Stadttheaters wieder ausgeladen, nachdem seine Teilnahme an einem Schriftstellertreffen auf der Wartburg (Thüringen) bekannt wurde.
Leo Weismantel starb am 16. September1964 in Rodalben nach einem Herzinfarkt. Begraben ist er in Jugenheim/Bergstraße.
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