Weimarer Koalition ist die Bezeichnung für Koalitionsregierungen aus SPD, Zentrum und DDP (Deutsche Demokratische Partei)im Reich und auf Länderebene zur Zeit der Weimarer Republik. Nach dem Tagungsort der Nationalversammlung, Weimar, erhielt die Koalition ihren Namen.
SPD, Zentrum und die Fortschrittliche Volkspartei (Vorläufer der DDP) hatten bereits während des 1. Weltkriegs im "interfraktionellen Ausschuss" des Reichstages zusammengearbeitet.
Ihre herausragende Bedeutung erhielt sie bei der Entstehung der Weimarer Verfassung: Bei den Wahlen zur Verfassunggebenden Nationalversammlung am 19. Januar1919 erreicht die Weimarer Koalition mit 76,2 Prozent der abgegebenen Stimmen einen deutliche Mehrheit. Davon entfielen auf die SPD 37,9 Prozent, auf das Zentrum 19,7 Prozent und auf die DDP 18,5 Prozent der Stimmen. Damit entschieden sich die Deutschen gegen das Rätesystem sowie der Rückkehr zur Monarchie.
Bereitst bei den ersten Reichstagswahlen am 6. Juni1920 verlor die Weimarer Koalition ihre Mehrheit. Die Sozialdemokraten kamen nur auf 21,7 Prozent der Stimmen, das Zentrum nur noch auf 13,6 Prozent und die DDP nur noch auf 8,2 Prozent der Stimmen. Konnte die SPD ihren Stimmanteil in den folgenden Reichstagswahlen zwischen 18,3 (5. März1933) und 28,7 Prozent (20. Mai1928) und das Zentrum zwischen 13,6 (6. Juni1920) und 11,2 Prozent(5. März1933) stabilisieren, rutschte die DDP bis 1933 in die fast völlige Bedeutungslosigkeit ab (5. März1933 0,8 Prozent der abgegebenen Stimmen). Eine absolute Mehrheit erreichte die Weimarer Koalition auf Reichsebene nicht mehr.
Auch in den Bundesländern verlor die Weimarer Koalition ihren Einfluss, lediglich in Preußen bestand sie bis 1932 weiter.
Hauptgründe für den Verlust der Mehrheit der Weimarer Koalition war der Einsatz von Freikorps gegen linksradikale Kräfte und damit verbundene Entfremdung der SPD Anhänger von ihrer Partei, sowie hohen Belastungen durch den Versailler Vertrag. Die Dolchstoßlegende schwächte zusätzlich das Vertrauen in die etablierten Parteien.
Gewinner waren zunehmen radikale Parteien der extremen linken und rechten, deren Anhängerschaft bis zum Ende der Weimarer Republik ständig stieg und schließlich den Aufstieg der Nationalsozialisten möglich machte.
Chronologie der Weimarer Reichskoalitionsregierungen
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