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Weichtiere

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Tabelle


Die Weichtiere (Mollusca) oder Mollusken bilden einen arten- und formenreichen Tierstamm innerhalb der Gewebetiere (Eumetazoa). Aufgrund moderner DNA-Untersuchungen fasst man heute die Weichtiere vielfach mit einigen anderen Tiergruppen zu den Lophotrochozoen zusammen. Heute leben noch etwa 50 000 Arten von Weichtieren auf der Erde, fossil sind sie seit dem Präkambrium bekannt. Die Wissenschaft von den Weichtieren ist die Malacologie.


Inhaltsverzeichnis


1 Lebensweise der Weichtiere

2 Aufbau der Weichtiere

3 Fortpflanzung und Entwicklung der Weichtiere

4 Systematik der Weichtiere

5 Literatur

6 Weblinks


Lebensweise der Weichtiere

Weichtiere leben mit Ausnahme der Polarregionen und der Hochgebirge in allen Lebensräumen der Erde. Die meisten Mollusken leben allerdings im Meer, fast alle Gruppen sind ausschließlich marin (Kopffüßer, Kahnfüßer, Einschaler, Wurmmollusken, Käferschnecken). Die Muscheln finden sich auch im Süßwasser und teilweise sogar in feuchter Erde, wie z.B. die Erbsenmuscheln (Pisidium spec.). Alle anderen Lebensräume werden von der größten Gruppe der Weichtiere, den Schnecken, besiedelt.


Aufbau der Weichtiere

Der Körper der Mollusken ist mit Ausnahme der Einschaler und in Ansätzen der Käferschnecken unsegmentiert, meistens zweiseitig symmetrisch gebaut und besteht aus vier Abschnitten: dem vorderen Kopf, dem muskulösen Fuß, einem Eingeweidesack und einem Mantel. Der Mantel scheidet bei vielen Arten ein Außenskelett, die Schale, ab. Diese Schale kann z.B. in Form von zwei Klappen wie bei den Muscheln oder als spiralig gewundenes Gehäuse wie bei den Schnecken auftreten. Den Raum zwischen Körperoberfläche und Mantel bezeichnet man als Mantel- oder Atemhöhle.


Die Haut der Weichtiere ist einschichtig, weich, drüsenreich und oft mit Wimpern versehen. Mit ihrer gut ausgebildeten Muskulatur können sich die Weichtiere meist wurmartig fortbewegen. Sinnesorgane kommen in Form von Tast-, Geruchs- und Geschmacksorganen vor. Vor allem Kopffüßer und Schnecken besitzen auch Lichtsinnesorgane in Form von Augen. Die Augen der Kopffüßer sind in ihrer Leistungsfähigkeit und ihrem Aufbau mit den Augen der Wirbeltiere zu vergleichen.


Die meisten Weichtiere haben Schalen aus Kalk, die als Schutz dienen und - in begrenztem Umfang - eine Art Außenskelett bilden. Diese Molluskenschale besitzt in allen Gruppen einen einheitlichen Aufbau aus drei Schichten. Sie fehlt bei den Wurmmollusken und ist dort durch Kalknadeln in der Außenhaut ersetzt worden. Bei manchen Kopffüßern befindet sich im Körper ein so genannter Schulp aus Kalk oder Horn, der als Innenskelett fungiert. Dieser Schulp, bei Kalmaren auch als Gladius bezeichnet, stellt die nach innen gewachsene, gekammerte Schale der Stammart der Kopffüßer dar. Sie ist auch heute noch bei den Nautilus-Arten zu finden.


Fortpflanzung und Entwicklung der Weichtiere

Die meisten Muscheln, alle Kopffüßer und viele Schnecken sind getrenntgeschlechtlich. Zwitter kommen nicht so häufig vor, wie früher angenommen wurde. Die Befruchtung erfolgt meist im freien Wasser, in das die Eier und Spermien abgegeben werden, bei vielen höheren Mollusken ist eine innere Befruchtung die Regel. Die Entwicklung der Weichtiere erfolgt meist über ein Larvenstadium mit einer typischen Larvenform, die als Hüllglockenlarve, Präveliger oder Veliger bezeichnet wird und der Trochophora-Larve der Ringelwürmer ähnelt. Eine Ausnahme bilden hier die Kopffüßer, bei denen sich durch diskoidale Furchung auf den dotterreichen Eiern ein Embryo bildet. Manche Weichtier-Arten betreiben Brutfürsorge.


Systematik der Weichtiere

Zu den Weichtieren werden traditionell mehrere Taxa als Klassen gezählt:




Phylogenetisch, d.h. nach ihren Verwandtschaftsverhältnissen, werden diese Gruppen aufgebrochen, indem die Evolution der Weichtiere aufgrund verschiedener Merkmale rekonstruiert wird. Dabei gibt es zwei konkurrierende Hypothesen, von denen die prominentere hier im Diagramm vorgestellt wird. Die Alternative stellt sowohl die Wurmmollusken als auch die Cyrotosoma als paraphyletische, nicht-natürliche Gruppen dar, die nicht sämtliche Nachfahren ihres letzten gemeinsamen Vorfahren umfassen.


Text


Siehe auch: Portal Lebewesen


Literatur

  • Anderson, DT (2001): Invertebrate Zoology, 2nd Ed., Oxford Univ. Press, Kap. 7, S. 120, ISBN_0195513681
  • Barnes, RSK, Calow, P., Olive, PJW, Golding, DW, Spicer, JI (2001): The invertebrates - a synthesis, 3rd ed., Blackwell, Kap. 5, S. 119, ISBN_0-632-04761-5
  • Brusca, RC, Brusca, GJ (2003): Invertebrates, 2nd Ed., Sinauer Associates, Kap. 20, S. 701, ISBN_0878930973
  • Moore, J (2001): An Introduction to the Invertebrates, Cambridge Univ. Press, Kap. 10, 11, S. 131, ISBN_0521779146
  • Ruppert, EE, Fox, RS, Barnes, RP (2004), Invertebrate Zoology - A functional evolutionary approach, Brooks/Cole, Kap. 12, S. 283, ISBN_0030259827
  • Taylor, JD (1996): Origin and Evolutionary Radiation of the Mollusca, Oxford Univ. Press
  • Vermeij, GJ (1993): A Natural History of Shells, Princeton Univ. Press


Weblinks



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