Die Wasserfalle (Aldrovanda vesiculosa), auch Wasserhade oder Blasige Aldrovandie, ist eine fleischfressende Pflanze in der Familie der Sonnentaugewächse (Droseraceae). Ihren botanischen Namen erhielt sie nach dem italienischen Gelehrten Ulisse Aldrovandi (1522-1605). Fossile Samen- und Pollenfunde aus England lassen sich in den Alttertiär zurückdatieren.
Die Wasserfalle ist eine wurzellose Süßwasserpflanze. Die Pflanze wird etwa 10-30 cm lang; sie wächst an der einen Seite, und stirbt am anderen Ende ab. Entlang des Sprosses stehen in kurzen Abständen fünf bis neun Fangblättern in wirtelförmiger Anordnung.
Die Wasserfalle fängt kleine Tiere, vorzugsweise Wasserflöhe, aber auch z.B. Mückenlarven mit einer Klappfalle (ähnlich der der Venusfliegenfalle, nur kleiner). Aus den Fallen entspringen am Rand vier bis sechs auffällig steife Borsten.
Verbreitung
Die Wasserfalle ist in Europa, Afrika, Asien und Australien beheimatet. Vor allem in Europa ist sie selten, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben. In Europa waren vor 200 Jahren noch 150 Standorte nachgewiesen, gegenwärtig sind es nur noch knapp unter 40, meist in Polen, Russland oder der Ukraine. In Deutschland ist sie nur noch in Brandenburg und Worms nachgewiesen. Sie bedarf äußerst sauberer, heller und warmer stehender Gewässer.
Vermehrung
Die Wasserfalle vermehrt sich meist durch vegetative Vermehrung, die auf zwei Wegen erfolgt:
Während ihres Wachstums verzweigt sich die Pflanze stark. Durch das nachfolgende Absterben des Hauptsprosses entstehen voneinander unabhängige Individuen. Die andere Methode vegetativer Vermehrung ist die durch sogenannte Turionen: Dabei lösen sich zum Ende der Wachstumsperiode Blattwirtel von der Sprosspitze und sinken auf den Grund. Mit dem Neubeginn der Vegetationsperiode im Frühjahr steigen die Turionen wieder auf und beginnen neu mit dem Wachstum.
Nur sehr selten blüht die Wasserfalle. Die kleine, weisse Blüte erhebt sich an kurzen Stielen über die Wasseroberfläche, sie bleibt nur wenige Stunden geöffnet. Die nachfolgende Bildung der Samenkapsel hingegen erfolgt wieder unter Wasser.
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