Walser stammte aus einer kinderreichen Familie. Er arbeitete 1898 als Bankangestellter, und nachdem seine ersten Gedichte veröffentlicht worden waren, ging er nach München, wo er Freunde im Kreis um die Zeitschrift "Die Insel" fand. 1904 erschien sein erstes Buch "Fritz Kochers Aufsätze". 1905 ging Walser nach Berlin, wo sein Bruder Karl Walser ihm Zugang zu Literaten- Verleger- und Theaterkreisen eröffnete. Hier schrieb er seine Romane "Geschwister Tanner", "Der Gehülfe" und "Jakob von Gunten". Kleine Prosastücke publizierte er in Zeitungen und Zeitschriften. Die Texte wurden bald als Bücher veröffentlicht. 1913 ging Walser nach Biel zurück und schrieb weiter eine Vielzahl von kleinen Prosastücken, die in den Bänden "Der Spaziergang" (1917), "Prosastücke" (1917), "Poetenleben" (1918) und "Seeland" (1919) erschienen. Ab 1921 lebte er in Bern. Da es für ihn schwieriger wurde, seine Texte zu publizieren, ergaben sich finanzielle und seelische Krisen, die starke Auswirkungen auf seine Prosa hatten. Sein Stil radikalisierte sich, er schrieb "Mikrogramme", Gedichte, Prosa, Theaterszenen und Romane ("Der Räuber" und weitere verschollene Romantexte) in winziger Bleistiftschrift. Er schrieb auch weiter, nachdem er sich 1929 freiwillig in die Heilanstalt Waldau bei Bern begeben hatte. Erst als er gegen seinen Willen 1933 in die Heil- und Pflegeanstalt Herisau versetzt wurde, hörte er auf zu schreiben. Dort besuchte ihn oft sein Freund und Gönner Carl Seelig, der später in dem Buch "Wanderungen mit Robert Walser" über seine Gespräche mit Walser in dieser Zeit berichtet hat.
Typisch für Robert Walsers Texte ist eine verspielte Heiterkeit, hinter der sich oft existenzielle Ängste verbergen. In seiner Sprache finden Anklänge an das Schweizerdeutsch einen charmanten und gleichsam frischen Ausdruck.
Walser liebte einsame Spaziergänge; er verstarb während einer Wanderung in einem Schneefeld. Das Thema "Tod im Schnee" wurde von Walser in seinem Roman "Geschwister Tanner" literarisch thematisiert.
Die Schweiz weigert sich, Walsers Nachlass zu erwerben.
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