Waldersee wurde geboren als Sohn eines preußischen Generals in Potsdam. 1850 wurde er nach der obligatorischen Erziehung in verschiedenen Kadettenanstalten zum Leutnant ernannt. 1852 besuchte er dann die Artillerie- und Ingenieursschule. 1858 wurde er Adjutant der Artillerieinspektion.
1866 im Deutsch-Österreichischen Krieg war Waldersee erst Adjutant im königlich preußischen Großen Hauptquartier und dann im Stab des Generalgouverneurs von Hannover. Dann wurde er zum Generalstabsoffizier berufen. 1870 ging er als Militärattaché an die preußische Botschaft in Paris. In quasi-nachrichtendienstlicher Tätigkeit sammelte er hier Informationen über die französische Armee.
1870/71 im Deutsch-Französischen Krieg war Waldensee Flügeladjutant des preußischen Königs, dann Generalstabschef der Armee des Großherzogs von Mecklenburg. 1871 war er wieder, diesmal als diplomatischer Geschäftsträger des Deutschen Reichs, in Paris. 1873 wurde Waldersee Chef des 10. Armeekorps in Hannover, 1882 auf dessen eigene Initiative Generalquartiermeister und damit Stellvertreter Helmuth Graf von Moltkes im Großen Generalstab.
Die 1885/86 entwickelten Strategien für einen Präventivkrieg gegen Russland und Frankreich für den Fall eines Bündnisses zwischen beiden Staaten (wie sie später Schlieffen weiterentwickelte) gerieten nun zunehmend in den Widerspruch zur Außenpolitik des Reichskanzlers Fürst Otto von Bismarck. 1887 forderte Waldersee dann erneut einen Präventivkrieg gegen Russland zu überdenken, verbunden mit Annäherungen an das konservative Lager um Adolf Stoecker und Prinz Wilhelm, den späteren Kaiser. 1888, nach dem Amtsantritt Wilhelms II., wurde Wildersee dann Nachfolger Moltkes als Chef des Generalstabs. In dieser Position stärkte er das Militär gegenüber der Politik (Kriegsministerium und Reichsleitung) und wirkte am Sturz Bismarcks 1890 aktiv mit, ohne jedoch, wie erhofft, dessen Nachfolger zu werden.
1891 musste Waldersee nach unerwarteten Differenzen mit Wilhelm II. seinen Posten im Generalstab räumen und wurde Kommandierender General des 9. Armeekorps in Altona. Als Waldersees Nachfolger wurde Alfred Graf von Schlieffen Chef des Generalstabes. 1897 wurde Waldersee dann noch einmal politisch auffällig mit der (erfolglosen) Forderung repressiver Maßnahmen gegen die Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. 1898 wurde er Generalinspekteur der 3. Armeeinspektion in Hannover, 1900 dann zum Generalfeldmarschall ernannt. 1900/01 erhielt er den Oberbefehl über die europäischen Interventionstruppen zur Niederschlagung des sogenannten Boxeraufstandes in China. Da bei seinem Eintreffen die Unruhen bereits niedergeschlagen waren, begann Waldensee eine ebenso umstrittene wie blutige »Strafexpeditionen« gegen die Aufständischen. 1901 wurde er dann Generalinspekteur der 3. Armeeinspektion in Hannover und verstarb 1904.
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