Wachtendonk liegt in der niederrheinischen Tiefebene am Zusammenfluss von Niers und Nette im Süden des Kreises Kleve. Die nächstgrößeren Städte sind Krefeld, Duisburg und Venlo (NL). Letztere sind schnell über die Autobahn A 40 mit den Anschlußstellen AS 4 - Wachtendonk und AS 3 - Wachtendonk-Wankum zu erreichen.
Das Gebiet des heutigen Wachtendonk - Land Geißern genannt - gehörte nach germanischer Einteilung zum Mühlgau.
Im 12. Jahrhundert nahmen die Erzbischöfe von Köln das Land Geißern in Besitz. Deren Vögte ließen sich auf einer Erhebung im Bruch, einer Donk, nieder (Vogtendonk - s.o.) und errichteten dort eine Wasserburg. Von dieser Vogtendonk leitet sich der Name Wachtendonk ab.
Seit 1326 gehörte Wachtendonk zum Oberquartier des Herzogtums Geldern und erhielt 1343 die Stadtrechte. Die Stadt wurde mit Graben und Stadtmauer befestigt und bekam eine eigene Kirche.
Im niederländischen Freiheitskampf gegen die Herrschaft Spaniens - auch Achtzigjähriger Krieg genannt - wurde Wachtendonk mehrmals von den Niederländern erobert und von den Spanier wieder rückerobert: 1572 besetzen die Truppen Wilhelm von Oraniens die Festung, 1578 nehmen Truppen der Generalstaaten die Stadt erneut ein und behalten sie für 10 Jahre. 1588 erobert Graf Ernst von Mansfeld Wachtendonk für die Spanier zurück, die 1600 wieder den Niederländern weichen müssen. Obwohl die Festung mit Wällen und Gräben ausgebaut gebaut wird, erobern sie die Spaniern erneut zurück. 1607 schließlich wird die Befestigung geschleift.
1794 besetzten die französischen Revolutionsheere das linke Rheinufer und bleiben für 20 Jahre. Eine Zeitlang gehörte Wachtendonk zum 1798 eingerichteten Département de la Roer - und damit zu Frankreich. Nach der Abdankung Napoleons kam es im Wiener Kongress 1815 wieder zu Preußen und blieb dort bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.
Die Kommunale Neugliederung schließt am 1. Juli1969 die bisher selbständigen Orte Wachtendonk und Wankum zur neuen Gemeinde mit dem Namen "Wachtendonk" zusammen.
Ortschaft Wankum
Der Name Wankum leitet sich von fränkischen Wankheim ab und heißt Heim in den Wiesen und Weiden. Die Endung -um bedeutet -heim und kommt häufiger in Ortsnamen vor - so z.B. in Lottum, Latum, Stockum, Vernum etc.
Das Sankt Martin als Schutzpatron der Pfarre ist, spricht auch für eine fränkische Besiedlung. Die Gründung der Martinspfarre Wankum wird auf die Zeit um 500 angesetzt.
Mit Datum vom 28. August1279 wird Wankum erstmals als Wanchheim in einer Urkunde erwähnt. Damals trafen sich Herzog Johann von Brabant, der Kölner ErzbischofSiegfried von Westerburg, der Graf Dietrich von Kleve und der Graf Rainald I. von Geldern in Wankum, um den später so genannten Wankumer Landfrieden zu schließen. Dies war ein Vertrag, der die Bekämpfung von Falschmünzerei und Raubrittertum zum Inhalt hatte. Er verpflichtete die Parteien zum gegenseitigen Beistand.
Wie Wachtendonk gehörte Wankum zum Herzogtum Geldern, das 1713 in Teilen an Preußen fiel. In der Zeit der französischen Besetzung 1794-1814 war Wankum Hauptort des zum Département de la Roer gehörenden Kanton Wankum.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Wachtendonk verfügt über einen malerisches Stadtkern mit alten Häusern und winkeligen Sträßchen. Es gilt als das Tor zum Naturpark Schwalm-Nette als Teil des Deutsch/Niederländischen Naturparks Maas-Schwalm-Nette. Die Burgruine wurde bei Grabungen freigelegt und kann besichtigt werden. Mit dem Bau der Pfarrkirche St. Michael wurde um 1380 begonnen. Haus Püllen stammt aus dem Jahr 1634 bleib als eines von wenigen Häusern bei der Feuersbrunst von 1708 verschont - ebenso wie der ehemalige Pulverturm, der heute als Ausflugslokal genutzt wird.
Die Wankumer Heide ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. Das ehemalige Rittergut Haus Langenfeld in Wankum ist der Stammsitz der Grafen von Spee.
Die Gemeinde Wachtendonk verbindet seit 1980 eine Städtepartnerschaft mit der französischen Gemeinde Acigné (Frankreich/Bretagne).
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