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VW Golf

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Der VW Golf ist eine Auto-Serie der Firma Volkswagen. In den USA wurde der Golf anfangs wegen seiner Wendigkeit unter der offiziellen Typenbezeichnung Rabbit (dt: Kaninchen) geführt.


Inhaltsverzeichnis


1 Kennzeichen der Kompaktklasse

2 Richtungsweisende Antriebskonzepte

  2.1 Golf GTI

  2.2 Golf Diesel

  2.3 Golf TDI

  2.4 Golf VR6/V6

3 Design

4 Historie

5 "Moneymaker"

6 Konkurrenzprodukte

7 Ladenhüter

8 Modellgeschichte

  8.1 Golf I

  8.2 Golf II

  8.3 Golf III

  8.4 Golf IV

  8.5 Golf V

9 Kritik

10 Zeitgeist

11 Literatur


Kennzeichen der Kompaktklasse

Der VW Golf ist ein Fahrzeug der Kompaktklasse. Diese wird in Deutschland auch nach ihm benannt (Golfklasse). Die Merkmale dieser Klasse sind neben dem quer eingebauten Frontmotor, Vorderradantrieb und dem niedrigen Fahrzeuggewicht vor allem die Heckklappe, die ein problemloses Be- und Entladen ermöglicht.


Richtungsweisende Antriebskonzepte

Das Plattformkonzept der Golfbaureihe erlaubt mit geringen Umbauaufwand die Kombination eine Karosse und Motors eines beliebigen Baujahres miteinander. So ist ein G60 Motor aus dem Golf 2 sowohl im Golf 1 wie auch im Golf 3 zu finden. Viele Modelle des VW Programms teilen sich gleiche Achsteile.


Golf GTI

Mit dem Golf I kamen kleine Kompaktautos auf den Markt, die für jedermann erschwinglich waren und trotzdem einem uneingeschränkten Alltags-Nutzwert und gute Fahrleistungen boten.


Der Golf GTI war ein Meilenstein in der Entwicklung des VW Golfs wie auch der Automobilgeschichte und bot zum ersten Mal einen sehr leistungsstarken Motor in einem für die breite Masse der Autofahrer erschwinglichen kompakten, alltagstauglichen Auto. Niemand ahnte, dass die drei Buchstaben GTI einen Kult erschaffen würden. Ausgestattet mit einem Einspritzmotor mit 1,6 Liter Hubraum und 80 kW (110 PS) Leistung bei einem Leergewicht von 800 kg beeindruckte der Golf GTI mit Fahrleistungen damaliger Sportwagen. Der GTI war die stärkste Motorvariante im Golf 1.


Andere Automobilhersteller erkannten ebenfalls rasch den Trend und boten attraktive, PS-starke Klein- und Mittelklassewagen an, unter Anderem den Opel Kadett GT/E ioder den Ford Escort RS.


Die Bezeichnung GTI blieb als Synonym für die stärkste Motorversion in den Köpfen, obwohl die stärksten Varianten im Golf 2 der G60 bzw. 16V G60, im Golf 3 der 2.9l VR6 und im Golf 4 der R32 waren.


Golf Diesel

Waren Dieselfahrzeuge früher eher LKW (oder behäbige Mercedes-Limousinen), läutete der Golf I Diesel den Beginn des Einbaus von kräftigen, lauffreudigen und dabei sparsamen Dieselmotoren in Kleinwagen ein.


Der Dieselmotor wurde aus einem bekannten Ottorumpfmotor von Audi abgeleitet, bei dem die dieseltypischen Komponenten die einem - im Vergleich zum Ottomotor - höherem Belastung standhalten müssen (Kurbelwelle, Pleuel, Kolben, Kolbenbolzen, Zylinderkopf, Zahnriemen) als auch die Kühlung meist durch Verstärkung modifiziert wurden. So wurde der Zylinderkopf mit neuartigen Wirbelkammern versehen, an der Stelle des beim Diesel nicht erforderlichen Zündverteilers konnte eine Vakuumpumpe für den Bremskraftverstärker plaziert werden, und die neuartige Verteiler-Einspritzpumpe (VEP) über den vorhandenen Zahnriementrieb der Nockenwelle betrieben. Damit war der Dieselmotor nicht größer als ein vergleichbarer Ottomotor mit gleichem Hubraum; bis zur Vorstellung des Dieselmotor für den Golf waren Dieselmotoren mehr in Richtung Schwermaschinenbau konzipiert.


Der Dieselmotor hatte zunächst einen Hubraum von 1,5 Liter mit einer Leistung von 37 kW (50 PS), dann 1,6 Liter mit 40 kW (54 PS).


Ab 1982 wurde das Diesel-Pendant zum Golf GTI vorgestellt, der Golf GTD mit 52 kW (70 PS) im "GTI-Look" und strafferen Fahrwerk. Durch den GTD wurde die Evolution des leistungsfähigen und sportlichen Golf Diesel gestartet.


Zur Leistungssteigerung des 40-kW-Saugdiesel mit 1,6 Liter Hubraum war der GTD mit einem Turbolader ausgestattet. Wegen der höheren thermischen Belastung der Kolbenböden wurden diese von unten mittels Öl-Strahldüsen zwangsgekühlt.


Golf TDI

Ein weiterer Meilenstein war die Einführung des Golf TDI (Turbodiesel mit Direkteinspritzung) im Jahr 1992 mit 1,9 Litern Hubraum und einer Leistung von zunächst 66 kW (90 PS).


Nach diversen Weiterentwicklungen, wie z.B. der variablen Turbinengeometrie (VTG) des Turboladers 80 kW (110 PS) und dem Pumpe-Düse-System (PD) 76 kW (100 PS) bzw. der Kombination aus beiden 85 kW (115 PS) gipfelt sie im modernen 110 kW (150 PS) TDI-PD (Turbodiesel mit PD-Direkteinspritzung und VTG).


Golf VR6/V6

Eine weitere Neuheit in der Kompaktklasse war der Einbau eines Sechszylindermotors in Querlage in den relativ schmalen Motorraum des Golf 3. Dabei ist zu bemerken, dass es sich nicht um einen V-Motor mit einem Zylinderwinkel von 90 oder 60 Grad handelt. Der VR6 war mit seinem Zylinderwinkel von 15 Grad eine Mischung aus V und Reihenmotor. Bereits im Golf 3 löste der VR5 Motor den 2l 16V Motor ab. Ab dem Golf 4 hiess der VR6 Motor aus marketingtechnischen Gründen V6, das Konzept blieb aber dasselbe. Weitere Vorteile des VR Konzepts sind ein einziger Zylinderkopf und Motorblock.


Design

Das Design des Golf wurde und ist nach Aussagen des Konzern eher konservativ als modisch oder designerisch verpsielt gewählt, um den Absatz nicht zu gefährden. Die Abmessungen nahmen mit jedem Modell zu und die Größe der Modelle Golf I und II wird heute bereits vom VW Polo erreicht. Die Namen der Modelle Golf, Polo, dessen aktuellem Sondermodell Cricket sowie dem Nutzfahrzeug Caddy ergeben sich aus dem Bezug zu britischen Sportarten, die alle mit kleinen Bällen zu tun haben.


[Bild extern:] VW Studie EA276

[Bild extern:] VW Studie EA266


Historie

Ursprünglich war der Nachfolger des Käfer als ein Fahrzeug mit einem Mittelmotor und dem VW-typischen Heckantrieb konzipiert, was dann aber wieder verworfen wurden. Einer der Gründe war die ungünstige Lage des Motors, der einen mehr als 1 Meter langen Ölmessstab erforderte und das Fahrzeug nicht besonders servicefreundlich machte. Innerhalb von weniger als 18 Monaten wurde dann ein Ersatz für diese Studien entwickelt, welche dem ersten Golf schon sehr nahe kam.


Der Karosserie-Stylist Giorgio Giugiaro gab dann dem Golf I sein markantes Aussehen, mit dem er eine Erfolgsgeschichte zu schreiben begann, die dem Volkswagenwerk wieder zu einem wirtschaftliche Aufschwung verhalf.


"Moneymaker"

Der VW Golf ist das umsatzstärkste Modell des Volkswagenkonzerns und trägt maßgeblich zum Erfolg von Volkswagen bei. Zum Zeitpunkt seiner Einführung bedeutete er die Rettung des finanziell stark angeschlagenen VW- Konzerns. In Europa ist der Golf das meistverkaufte Modell. Auch insgesamt gilt er als das meistverkaufte Kraftfahrzeug, sofern man die Toyota Corolla nicht mitrechnet, deren Konzept jedoch im Laufe der Jahre gravierend geändert wurde. Er ist nach dem VW Käfer die Modellserie mit den insgesamt meisten gefertigten Exemplaren weltweit. Er überholte im Juni 2002 den bis dahin mit über 21 Millionen Fahrzeugen führenden VW Käfer (externer Link).


Im Jahr 2004 wurden die allerersten VW Golf I 30 Jahre alt, und sind damit offiziell Oldtimer.


Konkurrenzprodukte

Konkurrenten des VW Golf sind u.a. der Opel Kadett/Astra, BMW 1er, Audi A3, Seat Leon, Seat Altea oder Ford Focus.


Ladenhüter

VW scheiterte Anfang der 1990er Jahre mit der Einführung des Golf Eco, der wegen des hohen Preises keinen Absatz fand. Hier wurde ein Schwungrad eingesetzt, um die beim Bremsen verlorene Energie zu Speichern, und beim Anfahren wieder abgeben zu können.


Auch wurde eine Motorabschaltautomatik verwendet, die bei jedem Stopp den Motor ausschaltete und mit Betätigung der Kupplung und des Gaspedals wieder startete.


Die Varianten des Golf mit klassischen Kofferraumdeckel (Jetta, Vento) wirken noch konservativer als der Golf, haben aber den Vorteil einer günstigeren Schadenklasseneinstufung in der KFZ-Versicherung.


Modellgeschichte

Golf I

[Bild extern:] VW Golf I Cabriolet


  • 1974: Der neue Golf wird vorgestellt
  • 1976: GTI mit 81 kW (110 PS) und sowie Golf Diesel mit 37 kW (50 PS); serienmäßig mit Automatikgurten vorn und Kopfstützen
  • 1979: Golf Cabriolet
  • 1981: neue Ausstattungsvarianten: C und CL
  • 1982: Golf GTD, Produktionsbeginn des Golf I als Citi Golf in Südafrika
  • 1983: Pirelli GTI, Sondermodelle LX und GX
  • 1983: Ende der Produktion, ausser in Südafrika.
  • 2004: In Südafrika wird weiterhin ein modifizierter Golf I als Citi Golf hergestellt. Die Preise beginnen 2004 bei 66.270 Rand. Externer Link: http://www.volkswagen.co.za/


Golf II

Länge: 3985 mm


Breite: 1665 mm


Höhe: 1415 mm


Radstand: 2475 mm


Leergewicht: 845 kg (3-türer)


  • 1983: Der Golf II wird vorgestellt
  • 1984: GTI und der im Golf neuartige Katalysator
  • 1986: Synchro, GTI 16V, Antiblockiersystem (ABS) für die Modelle GT, GTI und GTI 16V
  • 1987: Dreiecksfenster fallen weg und Aussenspiegel wandern weiter nach vorne
  • 1988: Sondermodell Ralley G60 mit Allradantrieb und verbreiteter Karosserie
  • 1989: Sondermodell Edition One
  • 1990: Sondermodell Fire & Ice, Sondermodell Golf Country, der geregelte Katalysator wird Serienausstattung, G60 Motor für Serienkarosserie lieferbar
  • 1991: Sondermodell Edition Blue mit vielen Extras
  • 1992: Ende der Produktion.


Golf III

Länge: 4020 mm


Breite: 1695 mm


Höhe: 1425 mm


Radstand: 2475 mm


Leergewicht: 960 kg


  • 1991: VR6, Airbag als Extra
  • 1993: Golf Variant, Golf TDI, Golf Cabrio
  • 1994: Sondermodelle Ecomatik und Color Concept, elektronische Wegfahrsperre wird Serienausstattung, neues Topmodell wird der VR6 mit 2.9 Liter Motor und Synchroantrieb
  • 1995: SDI, Airbag wird Serienausstattung
  • 1996: Sondermodell 20 Jahre GTI, ABS für alle Modelle serienmäßig, Seitenairbags als Extra
  • 1997: Ende der Produktion.


Golf IV



Golf V



Kritik

Der Golf wird wie viele Fahrzeuge des VW-Konzerns wegen seiner hohen Preise und der umfangreichen Aufpreisliste kritisiert. Im Gegensatz zu Konkurrenten hat der Golf einen hohen Wiederverkaufswert und relativ günstige Ersatzteilpreise. Die breite C-Säule wird als sicherheitsrelevant kritisiert.


Zeitgeist

Der mit dem VW Golf verbundene, im Rückblick recht oberflächliche Zeitgeist der 1970er und 1980er Jahre charakterisiert Florian Illies in seinen Büchern "Generation Golf" und "Generation Golf zwei" recht treffend. Vielfach wird von vielen Altersgenossen der Geburtsjahrgänge ab 1965 die Welt auf eine bildreiche Erinnerung an Markennamen reduziert.


Literatur

Florian Illies "Generatin Golf", Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Erscheinungsdatum: Juni 2001, ISBN_3596150655


Florian Illies "Generation Golf zwei" Verlag: Blessing, ISBN_3896672460


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