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Vulkaneifel

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Die Eifel bildet gemeinsam mit Hunsrück, Taunus, Westerwald, Rothaargebirge und Sauerland einen Teil des Rheinischen Schiefergebirges.


Als Vulkaneifel bezeichnet man verschiedene Teile der Eifel, vorwiegend das Gebiet um Daun, das durch Maare geprägt ist, aber auch den östlichen Teil der Eifel zwischen Mayen und Andernach. Die Landschaft der Vulkaneifel ist geprägt durch die Formen des jungen Vulkanismus: Vulkankrater, mächtige Bimsstein- und Basalt-ablagerungen und Maare.


Rund hundert gut datierbare Vulkanausbrüche in der Eifel haben Vulkanologen für den Zeitraum der letzten 700.000 Jahre festgestellt. In der Regel herrschen zwischen den Eruptionsphasen etwa 10 000 bis 20 000 Jahre Ruhe.


Einer der dramatischsten Ausbrüche, nämlich der des Laacher-See-Vulkans, fand erst vor 13 000 Jahren statt. Der jüngste Vulkan nördlich der Alpen ist das Ulmener Maar, der vor ca. 10.000 Jahren zum letzten Mal ausbrach.


Schon die Statistik zeigt, dass dies nicht der letzte Ausbruch war. In den vergangenen fünf Jahren konnte mittels seismographischer Messungen nachgewiesen werden, dass unter der Eifel eine 1000 bis 1400°C heiße Zone (Plume) liegt, die 200 Grad heißer ist, als die unmittelbare Umgebung. Aufschmelzungsvorgänge sind mit Volumenvergrößerung verbunden, was sich in Form von Hebungen bemerkbar machen muss. Tatsächlich ist die Eifel schon seit langem als Hebungsgebiet bekannt: Mit vergleichsweise rasanter Geschwindigkeit (gemessen an geologischen Zeiträumen) wird die etwa 32 km dicke Erdkruste hier um 1 bis 2 mm pro Jahr gehoben.


Vulkane entstehen weltweit am häufigsten an Spreizungszonen oder Subduktionszonen, dass heißt an den Rändern der großen Kontinental- oder ozeanischen Platten. Seltener bildet sich Vulkanismus über Hot--Spots, wie das z.B. in Hawaii der Fall ist. Unter dem Eifel-Hot Spot befindet sich ein Plume, der für das vulkanische Geschehen in den letzten 700 000 Jahren verantwortlich ist.


Ende der letzten Eiszeit vor etwa 12 000 Jahren standen im heutigen Laacher Becken mehrere Vulkane, die in eher ungefährlicher Dauertätigkeit waren. Menschen und größere Tiere hielten sich jedoch von ihnen fern, wie das Fehlen entsprechender archäologische Funde zeigt.


Dann begann plötzlich eine hochexplosive Tätigkeit: Vulkankegel im Gebiet des heutigen Sees wurden in die Luft gesprengt. Lavafetzen und hochgejagtes Lockermaterial (Bomben, Lapilli, Aschen) bildeten bei ihrer Ablagerung am Ringwall des Beckens bis zu 30 m hohe gebänderte Tuff-, Bims- und Ascheschichten. In 15 km Entfernung, bei Neuwied am Rhein, sind die Schichten noch 6 m mächtig. Staubfeines Material wurde in der oberen Atmosphäre bis Bornholm in der Ostsee und nach Norditalien transportiert und lässt sich als dunkler Streifen in den entsprechenden Bodenhorizonten nachweisen. Bei der Eruption müssen mindestens zwei Megatonnen Schwefel in die Stratosphäre transportiert worden sein.


Rund 5 Kubikkilometer Magma wurde in 4 bis 5 Tagen ausgeworfen. Das entspricht der Fördermenge des Vesuv bei seinem großen Ausbruch im Jahr 79 n. Chr., der zum Untergang von Pompeji führte. In der Eifel ebenso wie am Vesuv sorgten pyroklastische Flüsse für größte Verheerung. Vom Laacher Vulkan aus sind sie vor allem ins Brohltal abgeflossen und haben dort bis zu 60 m hohe Ablagerungen aus porösem Gestein hinterlassen.


Nur wenige Menschen sind in dem kaum besiedelten Gebiet ums Leben gekommen: Bei Weißenthurm fand man Reste eines menschlichen Skeletts.


Der katastrophale Bimsausbruch des Laacher See-Vulkans hat nicht nur für Zerstörung gesorgt. Die wissenschaftliche Erforschung des Eifelgebiets vor 700 000 Jahren ist möglich, weil eine ganze Landschaft im Zustand der Nacheiszeit durch die Bimslagen konserviert wurde.


Der ehemalige Eifelvulkanismus hat auch wirtschaftlichen Nutzen: So stammten rund 40 Prozent aller für den Wiederaufbau der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg verwendeten Bausteine aus dem riesigen Bimstuff-Gebiet des Laacher Vulkans.


Weblinks

http://www.uni-geophys.gwdg.de/~eifel/

Detaillierte Analyse des Vulkanismus in der West- und Hocheifel:


http://www2.uni-jena.de/chemie/geowiss/angeol/goepel/home.html

http://www.uni-muenster.de/MineralogieMuseum/vulkane/Vulkan-5.htm
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