Vuillaume war nicht nur einer der besten französischen Geigenbauer des 19. Jahrhunderts, sondern auch zu seiner Zeit eine zentrale Persönlichkeit im Geigenbau.
Er folgte der Tradition seiner Familie. Sein Vater und Großvater waren bereits Geigenbauer, bei denen er die Kunst des Geigenbaus erlernte. 1818 ging er nach Paris, wo er sich bei dem bekannten François Chanot weiterbildete. Seine Vorbilder waren die Schönheit und die Ethik der Instrumente aus Cremona, deren Ideale er zu erreichen suchte. Ab 1821 arbeitete er bei Joseph Dominique Lete und drei Jahre später gründeten sie gemeinsam die Firma Lete et Vuillaume in der rue Croix-des-Petits-Champs.
1827 erhielt er auf der Pariser Weltausstellung seine erste Silbermedaille. Im Folgejahr 1828 machte er sich selbstständig in der rue des Petits-Champs 46.
Dort baute er Violinen, Bratschen, Cellos, Kontrabässe immer nach den Vorbildern der Cremoneser Meister. Außerdem stellte er hervorragende Bögen her.
Auf Reisen in die Schweizer Berge hielt er Ausschau nach alten Schränken, Tischen und gar Tanzböden, die er zum oftmals zum Schrecken der Verkäufer sofort zerlegte und nur die für ihn brauchbaren Hölzer aufladen ließ. Mit der Zeit wurden seine Kopien so perfekt, dass sie kaum von den Originalen zu unterscheiden waren.
In den folgenden zwanzig Jahren wuchs seine Werkstatt zu einer der führenden Europas heran. 1855 kaufte er bei einem Händler 144 italienische Geigen, davon 24 Stradivarius und darunter die berümte Messias. Diese zerlegte er teilweise als Studienobjekte. In den Jahren 1839, 1844 und 1855 erhielt er Goldmedaillen auf den Weltausstellungen und wurde 1851 Mitglied der französischen Ehrenlegion.
Als seine goldene Periode bezeichnet man die 1860er Jahre, in dieser Zeit schuf er mehr als 3000 nummerierte Instrumente. Äußeres Charakteristikum seiner Instrumente war die rötlich-braune Lackierung, welche ab 1860 heller wurde.
Seine Kontakte mit Hector Berlioz, den Solisten Niccolò Paganini, Henri Vieuxtemps, Alard, Pablo de Sarasate, Sevais, Bull und dem Akustikforscher Savart übten auf ihn eine großen Einfluss aus. Aus diesen Kontakten entstanden auch neuartige Instrumente wie die tieferklingende "Kontrabratsche" und der "Oktobaß", ein riesiger Kontrabass. Vuillaume entwickelte ebenfalls eine Reihe von Werkzeugen und Verfahren, die im Geigenbau nützlich sind.
Einige Violinisten, welche auf Vuillaume-Instrumenten spielen oder spielten:
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