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Vratislav II.
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Vratislav II. (geboren um 1035, verstorben am 14. Januar 1092, begraben auf Vysehrad) gehörte zum Geschlecht der Přemysliden.


Er wurde als Sohn des Břetislav I.. geboren. Seine Mutter Judith stammte als Tochter des Heinrich von Schweinfurt aus dem Haus der Babenberger.


Nach dem Tod des Vaters (1055) sollte Vratislav II. als Teilfürst in Mähren (Olmütz) regieren. Er mußte jedoch wegen Auseinandersetzungen mit seinem älteren Bruder, Spytihněv II., nach Ungarn fliehen. Mit ungarischer Hilfe wurde er wieder Herzog von Mähren-Olmütz.


Nach Versöhnung und nach dessen Tod (1061) bestieg Vratislav II. den Thron in Prag. Fast die gesamte Regierungszeit Vratislav II. war von Zwistigkeiten mit den jüngeren Brüdern geprägt.


Die Erneuerung des Bistums Olmütz (1063) sollte die Macht des Prager Bischofs schwächen. Vratislav II. verlegte seine Residenz von der Prager Burg nach Vyšehrad, wo er das berühmte Kollegiatkapitel gründete (1070). Um seine Macht im Innern zu festigen, suchte Vratislav II. Unterstützung von außen, doch entwickelten sich auch nach der Eheschließung mit der polnischen Prinzessin Swatawa die böhmisch-polnischen Beziehungen nicht positiv.


Dagegen führte das gute Verhältnis zum deutschen König Heinrich IV.. um 1075 zu einem beiderseits vorteilhaften Bündnis. 1076 bekam er beide Lausitzen und die Mark Meißen zugesprochen, ohne sie gegen die Wettiner gewinnen zu können. Nicht besser erging es ihm mit der baierischen Ostmark.


Seitdem gehörte Vratislav II. zu den treuesten Verbündeten der Salier. So beteiligten sich die böhmischen Truppen an den Schlachten bei Homburg (1075), Flarchheim (1080), Kriegszügen gegen Sachsen, gegen aufständische deutsche Fürsten und zogen auch in Italien ein. Es war eine Zeit ständiger bürgerkriegsähnlicher Zustände. Dazu kamen Grenzkriege gegen Polen um Schlesien. Er versuchte vergeblich, die Reichsexekution an Österreich zu vollziehen, obwohl er am 12. Mai 1082 bei Mailberg siegte.


1076 Die Belohnung für seine Dienst war die Erteilung der Königswürde bei der Reichsversammlung in Mainz (1085). Am 15. Juni 1086 wurde Vratislav II. als der 1. böhmische Herrscher in Prag vom Trierer Erzbischof Egilbert feierlich gekrönt. Nach Cosmas von Prag erhielt Vratislav II. auch gleichzeitig die polnische Königswürde. Er erlangte mit seinem Königtum eine Vorrangstellung Böhmens unter allen slawischen Mächten Osteuropas.


In den letzten Jahren seiner Regierung festigte Vratislav II. seine Autorität sowohl in Böhmen als auch in Mähren. Dabei kam es zu scharfen Konfrontationen mit Konrad von Brünn und besonders mit dem ältesten Sohn Vratislavs II., Břetislav I.. Vratislavs Nachfolger mußten sich wieder mit dem Fürstentitel begnügen.


Er starb 1092 durch einen Sturz vom Pferd bei einem Jagdunfall. Aus seinen beiden Ehen mit Adelheid von Ungarn und Swatawa von Polen hinterließ er 4 Söhne, die einander in der Herrschaft abwechselten.


Literatur

  • H. Patze, Die Pegauer Annalen, die Kgs.erhebung Wratislaws v. Böhmen Wratislaws v. Böhmen und die Anfänge der Stadt Pegau, JGMODtl 12, 1963, 1-62
  • P.E. Schramm, Böhmen und das Regnum: Die Verleihung der Kg.swürde an die Hzg.e v. Böhmen (1085/86,1158,1198/1203) (Adel und Kirche. G. Tellenbach z. 65. Geb., hg. J. Fleckenstein-K. Schmid, 1968), 346-364.


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