Die erste Ausgabe der in Leipzig als Zentralorgan der Sozialistischen Arbeiterpartei gegründeten Zeitung erscheint am 1. Oktober1876. Der Vorwärts (Untertitel Central-Organ der Sozialdemokratie Deutschlands) wird unter der Leitung von Wilhelm Liebknecht und Wilhelm Hasenclever zunächst dreimal in der Woche herausgegeben. Als Folge der Sozialistengesetze muss er am 26. Oktober1878 sein Erscheinen einstellen.
Am 1. Januar1891 wird die Zeitung in Berlin erneut gegründet und dient jetzt als Zentralorgan der SPD, in der die Sozialistische Arbeiterpartei mittlerweile aufgegangen war. Chefredakteur ist erneut Wilhelm Liebknecht. Der Vorwärts erscheint als Tageszeitung. Kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wird der Vorwärts erneut verboten. Die vorerst letzte Ausgabe erscheint am 28. Februar1933.
Der Vorwärts im Exil
Bereits am 18. Juni geben ins PragerExil geflüchtete Sozialdemokraten unter dem Titel Neuer Vorwärts wieder eine monatliche Zeitung heraus. Wegen des wachsenden Drucks der Nationalsozialisten auf die tschechoslowakische Regierung wird der Sitz der Redaktion 1938 nach Paris verlegt, wo der Neue Vorwärts bis zum Einmarsch der deutschen Truppen im Mai 1940 herausgegeben wird.
Wiedergründung
Am 11. September1948 erscheint die erste Ausgabe nach dem Krieg, jetzt wieder als Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Allerdings nicht unter dem alten Titel Vorwärts, sondern unter dem im Exil entstandenen Namen Neuer Vorwärts: Der alte Titel war im Besitz der SED und wurde für die Montagsausgabe des Neuen Deutschlands verwendet.
Vorwärts heißt die Zeitung erst wieder seit dem 1. Januar1955. Mit dieser Umbenennung trennt sie sich auch von der Bezeichnung Zentralorgan und nennt sich fortan Sozialdemokratische Wochenzeitung. Im selben Jahr wird der Sitz der Redaktion nach Bonn verlegt.
Wandel zur Mitgliederzeitung
An die Erfolge der Vorkriegs- und Exilzeit kann der Vorwärts nicht mehr anknüpfen. Als Folge wurde immer wieder über eine Konzeptänderung oder sogar Einstellung diskutiert. 1976 erfolgte ein grundlegender Umbau des Vorwärts zum Magazin. Doch auch das geänderte redaktionelle Konzept und der Wechsel zum kleineren Format brachten keinen Aufschwung. 1989, nachdem die Auflage längere Zeit unter 50.000 Exemplare gesunken war, ist das Ende der Wochenzeitschrift gekommen: Der Vorwärts wird mit dem Sozialdemokrat Magazin zum Mitgliedermagazin verschmolzen und erscheint nun monatlich unter dem Titel Vorwärts / Sozialdemokratisches Magazin.
1994 erfährt der Vorwärts, der als Mitgliederzeitung über 800.000 Auflage erreicht, erneut eine grundlegende Überarbeitung. Er erscheint weiter monatlich, aber wieder im Zeitungsformat und mit einer moderneren, farbigen Aufmachung. Das neue Konzept ist erfolgreich.
Die Zahl der Leser steigt innerhalb von drei Jahren von mageren 0,8 auf 1,2 Leser pro Ausgabe, und auch das Anzeigengeschäft nimmt zu.
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