Der Vorderlader ist die ursprüngliche Form der Feuerwaffe. Ein typischerweise glatter, gebohrter Lauf wird mit Treibladung und Projektil durch die Mündung geladen. Das hintere Ende des Laufes ist fest verschlossen und verfügt nur über ein relativ kleines Zündloch, durch das ein mittels Lunte (Luntenschloss), Feuerstein (Steinschloss), Radschloss oder Zündhütchen (Perkussionswaffe) erzeugter Funke oder Feuerstrahl die Treibladung zündet.
Typischerweise werden Vorderladerhandfeuerwaffen mit Schwarzpulver und einem Bleigeschoss geladen. Vorderladerkanonen verwendeten als Geschosse unter anderem Stein- oder Stahlkugeln, sowie Fragmentgeschosse wie Kartätschen.
Gezogene Waffen ließen sich lange Zeit nur schwer als Vorderlader realisieren - es ist eben ziemlich schwer, ein passgenaues Geschoss (das für gezogene Läufe benötigt wird) von der Mündung her den ganzen Lauf hinunterzustoßen. Um 1840 wurde mit dem Minie-Geschoss das Problem elegant gelöst. Das Geschoss ist dabei leicht unterkalibrig, d.h. minimal kleiner als der Laufdurchmesser, so daß es sich leicht laden läßt. Der Boden des Geschosses weist eine kleine Mulde auf; diese sorgt dafür, daß das Geschoss sich beim Schuss etwas verbreitert und in die Züge greift. Diese kleine Änderung vervielfachte die mögliche Kampfentfernung und hatte einen großen Einfluss auf die Kriegsführung (z.B. im amerikanischen Bürgerkrieg).
Vorderlader werden heutzutage in erster Linie sportlich geschossen, militärisch ist der Vorderlader technisch völlig überholt, da sowohl Ladegeschwindigkeit als auch Genauigkeit sehr gering sind. Lediglich Vorrichtungen wie Granatwerfer könnte man noch als militärisch eingesetzte Vorderlader bezeichnen.
Eine weiterer Nachteil der Vorderlader ist die deutliche Verzögerung zwischen Betätigung des Auslösers und dem eigentlichen Schuss. Je nach verwendeter Zündtechnik kann dies bis zu einer halben Sekunde betragen.
Zudem stellt der Vorderlader bei schneller Schussfolge auch eine Gefahr für den Schützen dar. Im Lauf verbliebene Glut vom letzten Schuss kann die neu eingefüllte Ladung zur vorzeitigen Zündung bringen, was meist beim Verdichten der Treibladung geschieht, also während der Ladestock in den Lauf geführt wird.
Sport
Gerade diese diversen Eigenheiten, denen man mit Geschick und Sorgfalt entgegenwirken muss, machen den Reiz des Vorderladers als Sportwaffe aus. In Deutschland wird diese Sonderform des Schießsportes und Variante der Brauchtumspflege beispielsweise von der Schwarzpulverinitiative vertreten. Diese ist nach dem Sprengstoffrecht ein staatlich anerkannter Schießsportverband.
Literatur
Thomas Fatscher/Helmut Leiser: Ausarbeitung zum neuen Waffenrecht. Krüger Druck+Verlag, Dillingen/Saar 2003 ISBN_30001200009
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