Manchen Vögeln ist ihre Fähigkeit zum Gesang und die zugehörige Melodie und Rhythmik angeboren, während andere "lebenslanges Lernen" betreiben oder betreiben können.
Zu letzteren Singvögeln gehört unser heimischer Meistersänger, das Männchen der Amsel. Sie lernt bis zur Geschlechsreife quasi das Prinzip und vervollkommnet sich dann durch belauschen und beantworten der Rufe männlicher Konkurrenten.
Dabei sind durchaus große Unterschiede in Begabung oder Lernfähigkeit festzustellen, wofür bereits einige Abendstunden in einem Garten unserer Städte genügen. Ein Biologe (Humberto Maturana?) nannte den "Amsler" einmal als nettes Beispiel für ein Zwischenstadium von Kooperation und Konkurrenz.
Manche Vogelarten kennen fast so etwa wie Schulen, andere (wie Papageien oder Sperlinge) lernen quasi bei Massenparties.
Zahlreiche Volkslieder preisen die Schönheit des Gesangs der Nachtigall - obwohl es auch vorsichtige Gegenstimmen gibt. Auch klassische und moderne Komponisten - bis hin zur gehobenen Blasmusik - haben in zahlreiche Musikstücke Vogelstimmen "eingebaut", und manche Orchester wie die Philharmoniker haben dafür eigene Spezialisten.
Andere Vogelstimmen
Andere Vogelstimmen, die das menschliche Ohr weniger ansprechen, werden z.B. genannt:
Balzrufe, Blasen und Tuten, Gackern, Fauchen, Schnarren, Schmatzen, Schmätzen und Schwätzen, Zirpen, Flirren & Schwirren, Gurren, Klappern, Klopfen, Krächzen, Kreischen, Tschilpen und vieles mehr. Kein Wunder, dass da bei manchen "was piept" (;-).
Das Fehlen von früher vertrauten Vogelstimmen war der Beginn gewissen Umdenkens bei Städtern und auch Bauern um 1960 - siehe das Buch "Der tote Frühling".
Aus der Literatur
"Es war die Lerche - nicht die Nachtigall" (Romeo und Julia)
"Die sieben Raben" (Brüder Grimm)
"Wildgänse rauschen durch die Nacht, mit wildem Schrei .." (Wanderlied)
"Sitzt a kloas Vögerl im Tannawald, tuat nix als singa und schrein" (Volkslied)
... ...
Vogelsang als Ortsname
Durch die für unsere Ohren und Seelenzustände günstige Wirkung - vielleicht auch als frühe Art der Tourismuswerbung - gibt es allerorts Dörfer und Stadtbezirke mit dem Namen Vogelsang. In den Links hierher findet sich z.B.:
in Bayern: Siedlung bei Neusäß, Neusäß-Vogelsang gehört formal zum Ortsteil Steppach.
und in Österreich (z.B. bei Wien und Berg/Vogelsang).
Vermutlich neben Bayern auch in Böhmen, weil einige Komponisten dieses Raums Vogelstimmen sinfonisch verwerteten.
Es gibt jedoch keine Orte dieses namens über rund 5.000 Einwohner - was natürlich erscheint, denn unter den Singvögeln gibt es außer Amsel und Meise nicht viele "Kulturfolger".
Bekannte Persönlichkeiten
Karl von Vogelsang (1818-1890), Sozialreformer
Hans Vogelsang (* ca. 1910), Germanist
Hans Vogelsang (Nazi-Opfer, kommunist.Lokalpolitiker (Mittweida?)
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