Während Kleist in düsterer Melancholie, äußerlich mannigfach gedrückt, dahinlebte, trieb seine Dichtung gleichwohl ihre schönste Blüte, das Schauspiel Prinz Friedrich von Homburg, ein echt vaterländisches Schauspiel, charakteristisch, kräftig, eigenartig, im ganzen trotz einiger bedenklicher Szenen von reiner, klarer Vollendung, dabei eine Allegorie im edelsten Stil, denn im Charakterbild des Prinzen von Homburg bildete Kleist offenbar sein eignes Schicksal ab.
Die Erwartung, das Stück in Berlin aufgeführt zu sehen, wurde nicht erfüllt. Kleist, der seinen Lebensmut immer tiefer gebeugt fühlte, hatte zu seinem Unglück in dieser Zeit eine Freundin, Henriette Vogel, gewonnen, die an einer unheilbaren Krankheit litt, bei sich wie bei dem Freund Selbsttötungsgedanken nährte und den begreiflichen Lebensüberdruß des unglücklichen Dichters zu einer Tat aufstachelte.
Am 21. November1811 erschoss Kleist die Freundin und sich selbst in der Nähe des Wansees bei Potsdam.
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