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Völkerbund

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Der Völkerbund (französisch: Société des Nations, englisch: League of Nations) nahm am 10. Januar 1920, kurz nach Ende des ersten Weltkrieges, seine Arbeit auf, um den Frieden dauerhaft zu sichern.


Er sollte sowohl die internationale Kooperation fördern, in Konfliktfällen vermitteln, als auch die Einhaltung von Friedensverträgen überwachen.


Inhaltsverzeichnis


1 Gründung

2 Geschichte

3 Organisationsstruktur des Völkerbundes

4 Mitglieder und Nichtmitglieder

  4.1 Gründungsmitglieder

  4.2 eingeladene Neutrale

  4.3 spätere Mitglieder

  4.4 Nichtmitglieder

  4.5 Völkerbundsmandate

    4.5.1 Freie Stadt Fiume

    4.5.2 ehemals türkische Gebiete

    4.5.3 ehemals deutsche Gebiete

5 Weblinks


Gründung

Die Idee eines Völkerbundes geht auf Immanuel Kants Schrift Zum ewigen Frieden zurück, in der erstmals die Idee einer durchgängig friedlichen Gemeinschaft der Völker beschrieben steht. Ein vergleichsweise konkretes Programm zur Umsetzung dieser Forderung fand sich, ausgelöst durch die Schrecken des ersten Weltkriegs im 14-Punkte Programm des US-Präsidenten Thomas Woodrow Wilson von 1918.


Die Satzung des Völkerbundes war Teil der Pariser Vorortverträge und somit auch des Versailler Vertrages. Die Satzung des Völkerbundes wurde am 28. April 1919 von der Vollversammlung angenommen. Mit der Unterzeichnung des Versailler Vertrags am 26. Juni 1919 unterzeichneten die beteiligten Staaten auch die Satzung des Völkerbunds - der Bund war Teil des Versailler Vertrags geworden. Mit seiner Ratifizierung am 10. Januar wurde auch der Völkerbund offiziell gegründet und trat am 15. November 1920 zum ersten Mal zusammen.


Geschichte

Da der amerikanische Senat die Ratifizierung des Versailler Vertrages ablehnte, waren die USA nie Mitglied des Völkerbundes. Das deutsche Reich wurde erst am 10. September 1926 Mitglied des Völkerbundes und trat am 14. Oktober 1933 unter Hitler wieder aus.


Umstritten war das Nichteingreifen des Völkerbundes beim japanischen Angriff auf China im Jahre 1931. Endgültig demonstrierte er 1935 seine Machtlosigkeit beim italienischen Angriff auf Abessinien. Obwohl der Bund seine stärksten Maßnahmen - Sanktionen - verhängte, blieben diese wirkungslos; sowohl die USA (Öl) als auch Deutschland (Kohle) belieferten Italien weiterhin und führten dadurch die Ohnmacht des Gremiums vor. Auf die Entstehung des Zweiten Weltkriegs hatte der Bund keinerlei Einfluss.


Der Völkerbund hatte keine eigenen militärischen Truppen, um in Krisenregionen eingreifen zu können. Zwar hätte er theoretisch den Beschluss zu militärischen Aktionen treffen können - die Entsendung der Truppen wäre dann aber durch die Mitglieder in nationaler Organisation vor sich gegangen. Ein Fall, der in der Praxis niemals vorkam.


Ein großes Problem des Völkerbundes und Grund für sein schließliches Scheitern war die Tatsache, dass die USA ihm nie beitraten und zahlreiche andere Staaten wieder ausgetreten waren.


Auf Initiative der Außenminister Chinas, Großbritanniens, der UdSSR und der USA wurden 1945 die Vereinten Nationen als Nachfolgeorganisation des Völkerbunds gegründet.


Organisationsstruktur des Völkerbundes

Die Organisation des Völkerbundes nahm in ihren Grundzügen bereits die Organisation der Vereinten Nationen vorweg. Der größte Unterschied zu heute bestand zum einen in der wesentlich kleineren Zahl an hauptamtlichen Mitarbeitern, zum anderen darin, dass es nicht nur ein Vetorecht gab, sondern dass fast alle Beschlüsse einstimmig gefasst werden mussten.


  • Die Völkerbundversammlung. Diese tagte einmal jährlich, jedes Mitgliedsland hatte eine Stimme, die meisten Beschlüsse erforderten Einstimmigkeit.
  • Der Völkerbundsrat. Dieser hatte ständige Mitglieder: Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan, Deutschland (1926-1933), UdSSR (1933-1939) sowie neun nichtständige Mitglieder. Entscheidungen mussten einstimmig gefällt werden, beteiligte Konfliktparteien hatten in der enstprechenden Abstimmung kein Stimmrecht.
  • Das ständige Generalsekretariat und einen Generalsekretär.


Mitglieder und Nichtmitglieder

Gründungsmitglieder

Gründungsmitglieder des Völkerbundes waren die Siegermächte des ersten Weltkrieges, die den Versailler Vertrag unterzeichneten. Hierzu zählten auch die britischen Dominions sowie Indien, auch die eigentlich erst nach dem Krieg gebildete Tschechoslowakei.




eingeladene Neutrale

Schon 1920 wurden eine ganze Reihe von im Krieg neutralen Staaten eingeladen, dem Völkerbund beizutreten.




spätere Mitglieder

Viele Staaten wurden erst später zugelassen beziehungsweise traten erst später bei, die ersten schon Ende 1920.




Nichtmitglieder

Einige unabhängige Staaten blieben dem Völkerbund völlig fern.




Völkerbundsmandate

Dem Vlkerbund wurden die bisher deutschen Kolonien und die von der Türkei abgetrennten arabischen Gebiete übertragen. Die 1911 von Frankreich an Deutschland abgetretenen Teile von Französisch-Äquatorialafrika wurden allerdings wieder an dieses angeschlossen. Der Völkerbund vergab diese Gebiete wiederum als Mandate an Mitgliedsstaaten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie als UN-Treuhandgebiete verwaltet. Im einzelnen waren dies:


Freie Stadt Fiume

  • Fiume (Rijeka), bis 1920 freie Stadt, 1921 Ausrufung der Republik Fiume, Besetzung durch Italien


ehemals türkische Gebiete



ehemals deutsche Gebiete



Weblinks



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