Der Computer-Hersteller DEC entwickelte für seine VAX-Rechner (Virtual Address eXtension) ab 1978 ein für die damalige Zeit recht umfangreiches 32-Bit-Betriebssystem, das Multiuser- und Multitaskingfähig ist:
VMS.
1978 als Version 1.0 veröffentlicht, war es zu Beginn eher für den lokalen Betrieb als Einzelplatzsystem ausgelegt, entwickelte sich ab Version 3 aber schnell zu einer netzwerkfähigen Umgebung (DECnet). Ab Version 5 konnte es mit graphischen Oberflächen umgehen
(DECwindows). Die letzten entwickelten Versionen 7.x aus dem Jahr 2000 hatten bereits Unterstützung für die als VAX-Nachfolger entwickelte 64-Bit-Prozessorarchitektur Alpha (diese Variante hieß AXP) sowie moderne Datenverarbeitung mit XML und LDAP.
VMS entspricht in etlichen Punkten eher der Unix-Philosophie (POSIX-Standard)
(z.B. alles ist eine Datei) als Unix selbst. So waren selbst Verzeichnisse als Dateien organisiert, in denen jede Zeile eine Datei darstellte, die dann selbst wieder Unterverzeichnis sein konnte. Andererseits ist die Nichtunterscheidung von Groß- und Kleinschreibung eingesetzt worden, auch wurden Verzeichnisangaben immer relativ zum Laufwerk gemacht, nicht relativ zu einer gemeinsamen laufswerksübergreifenden Wurzel.
Viele Nutzer sahen (und sehen) VMS als das stabilere System an.
Hochverfügbarkeitstechnologien wie Clustering wurden in VMS schon frühzeitig implementiert. Heute noch laufen zahlreiche Anwendungen, bei denen es auf hohe Verfügbarkeit ankommt, unter diesem Betriebssystem.
Als Skriptesprache steht DCL (Digital Command Language) zur Verfügung. Kommandos werden nach Konvention in Großbuchstaben angegeben, wie SHOW (Informationen über Datum, eingeloggte Nutzer, freier Speicherplatz), RECALL, DIR und HELP.
So wie die Entwickler von VMS Konzepte von den PDP-Systemen RSTS/E, RT-11 und RSX übernommen haben, wurden später VMS-Konzepte (und Entwickler) von
DEC wurde später von Compaq übernommen, die wiederum inzwischen von HP übernommen wurde.
Wer sich mit VMS beschäftigen möchte, kann sich bei einer lebhaften Community rund um das jetzt OpenVMS heißende System informieren. Neben VAX-Rechnern läuft es auch auf Alpha-Maschinen.
Hinsichtlich der Vermarktung von OpenVMS gab es bis zur Übernahme durch HP keine klare Leitlinie. Dies hat sich in letzter Zeit deutlich geändert. Die Version 8.1 ist verfügbar, erste gemischte Cluster zwischen VAX, Alpha und Itanium-II Systemen wurden erfolgreich demonstriert.
Aufgrund der unerreichbaren Vorteile im Bereich des Clustering und seiner extrem hohen Sicherheitstandards ist OpenVMS in vielen Bereichen wieder die erste Wahl.
Nahezu alle SMS-Center bei Mobilfunkanbietern laufen unter OpenVMS, die Großzahl der Börsensysteme ebenso.
Die Auslieferung der OpenVMS Portierung auf IntelIA-64 Systeme steht unmittelbar bevor, was die Zukunft des Systems auch angesichts des Erwerbs der Alpha Architektur durch Intel sichern sollte.
Für nicht-kommerzielle Anwendungen werden kostenlos Lizenzen für OpenVMS und die wichtigsten Programme im Rahmen des OpenVMS Hobbyist Programs bereitgestellt. Verfügt man nicht über die für OpenVMS benötigte Hardware, kann dank SIMH ein VAX-Rechner in Software simuliert werden.
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