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Vizcaína

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Die Vizcaína ist eines der Schiff, die Christoph Kolumbus auf seiner Vierten Reise im Jahre 1503 verlor und deren Wrack wahrscheinlich im Jahre 2001 durch den Schatztaucher Warren White in der Bucht von Nombre de Dios in Panama gefunden wurde.


Inhaltsverzeichnis


1 Das Schiff

2 Geschichte der Entdeckung

3 Archäologische Befunde

  3.1 Der Fundort

  3.2 Altersbestimmung

4 Literatur

5 Weblinks


Das Schiff

Bei der Vizcaína handelte es sich um ein Karavelle, einem Schiffstyp des 15. Jahrhunderts mit einem Großmast und zwei oder drei kleineren Masten. Karavellen waren am Bug und am Heck scharf hochgezogen und wahrscheinlich 18 bis 22 Meter lang.


Neben dem Flaggschiff Kolumbus' der La Capitana, der La Gallega und der Bermuda (eigentlich Santiago de Palos) war die Vizcaína das vierte Schiff der Flotte, die die vierte Reise antrat. Die Vizcaína soll drei Masten gehabt haben und 50 Tonnen Kapazität besessen haben. Diese Schiff war im Besitz eines Bürgers von Guetaria mit Namen Juan de Orquiva. Es wurde für einen monatlichen Betrag von 42.000 Maravedís für diese Reise gechartert und von Bartolomeo Fiesci befehligt, einem Freund Kolumbus'.


Die Besatzung bestand aus einem Bootsmann, acht Seeleuten, zehn Schiffsjungen, dem Kaplan Fray Aljandro und drei Privatleuten. Insgesamt befanden sich 25 Personen auf dem Schiff.


Mehrere Anzeichen sprechen dafür, dass es sich bei dem Wrack tatsächlich um die Vizcaína handelt. Es ist nach übereinstimmender Ansicht der untersuchenden Archäologen spanisch und es besteht nur aus Holz und es hat keine metallischen Beschläge. Im Jahre 1508 gab es aber einen Erlass des spanischen Königshauses, dass fortan jedes Schiff, dass in die Neue Welt segeln wollte, von außen mit Metall beschlagen sein musste. Der Grund dafür war der sogennante Schiffsbohrwurm, der die Schiffe innerhalb weniger Monate zerfraß.


Dies war eines der größten Probleme der Spanier in der Karibik. Aus den Aufzeichnungen des Kolumbusgetreuen Diego Méndez und des Sohnes von Kolumbus ist bekannt, dass dies auch das Schicksal der Vizcaína besiegelte (zitiert nach (1)).


Wir hielten an unserem Kurs bis wir Portobelo errreichten; dort mussten wir die 'Vizcaína' zurücklassen, weil sie viel Wasser aufnahm und ihre Planken vom Schiffsbohrwurm komplett durchlöchert war.

In den Plankenresten des Wracks von Nombre de Dios fanden die Forscher tatsächlich Löcher, die von jenen Schiffsbohrwürmern stammen könnten.


Geschichte der Entdeckung

Von der Entdeckung des Schiffes gibt es drei verschiedene Versionen.


Zum ersten soll das Schiff von einem amerikanischen Tauchlehrer zusammen mit seinem Sohn während der Suche nach Tauchplätzen entdeckt worden sein.


Archäologische Befunde

Das Wrack wird derzeit (2004) von Unterwasserarchäologen der Texas A&M University und des Institute of Nautical Archaeology (INA) mit Unterstützung durch das Hamburger Nachrichtenmagazin Der Spiegel untersucht.


Der Fundort

Im September 2003 untersuchten Dr. Donny Hamilton, Präsident des INA, und Dr. Filipe Castro von der Texas A&M University das Wrack und begannen mit den Vorbereitungen für die Ausgrabungen. Das Wrack liegt in einer Tiefe von etwa 4,5 bis 6 m und der umliegende Bereich besteht aus einem Haufen von Ballaststeinen auf einer Fläche von etwa 60 m2, etwa 10 mal 6 Meter, mit drei großen Ankern und mindestens 16 Kanonen aus Eisen, 13 Falkonettas und 3 Mörser.


Der größte Teil des Rumpfes liegt geschützt unter den Ballaststeinen. Die Planken sind 6 cm dick, und die Spanten messen 27 mal 7 cm. Nach Aussagen der Wissenschaftler resultiert aus der Anzahl der gefundenen Kanonen, der Größe der Balken und der Anker das das Wrack zu einem größeren Schiff gehört, als die Vizcaína mit ihren 50 Tonnen gewesen sein soll.


Das Alter einer Holzprobe des Schiffes konnte auf Grund der zu geringen Anzahl von Jahresringen nicht mit Hilfe der Dendrochronologie datiert werden. Jedoch wurde das Holz als nordeuropäische Eiche bestimmt. Diese Holzsorte wurde sehr häufig von spanischen Schiffbauern verwendet. Deshalb importierte Spanien Eichenholz aus dem Baltikum.


Altersbestimmung

Deshalb wurde eine Altersbestimmung mit Hilfe der C14-Methode notwendig. Diese ergab ein Zeitraum von 1469 bis 1487 indem der Baum gefällt wurde. Die Vizcaína sank 1503. Der untersuchende Wissenschaftler Prof. Pieter Meier Grootes vom Leibniz-Labor für Isotopenforschung und Altersbestimmung der Universität Kiel sagte zu diesem Untersuchungsergebnis (Zitiert nach (1)):


Es beweist nicht, dass das Schiff Kolumbus gehörte, aber es ist ein Hinweis darauf, dass es Columbus gehört haben kann. Es beweist jedenfalls nicht, dass es ihm nicht gehört haben kann.


Um die Ergebnisse der ersten Untersuchung zu verifizieren wurde ein zweites Stück, diesmal von einer Wante, untersucht. Diese Probe ergab den Zeitraum von 1530 bis 1550 für die Entstehung des Holzes. Dieses Ergebnis ist insofern kompatibel mit dem ersten, da Planken aus wesentlichen größeren Bäumen gefertigt wurden und die erste Probe aus dem Inneren eines Stammes stammte.


Die Untersuchungen der beiden verschiedenen Holzproben des Rumpfes wurden von unterschiedlichen Laboratorien durchgeführt und bestätigten zumindest das Alter des Schiffes aus dem späten 15. bzw. frühen 16. Jahrhundert.


Von Spanischen Forscher wurden bereits seltsame schwarze Ablagerungen untersucht, die an Tonkrügen aus dem Wrack entdeckt worden waren. Die Analyse ergab, dass es sich dabei um Olivenöl aus Andalusien handelt. Genau dort ließ Kolumbus seine Schiffe ausrüsten.


Literatur

  • Klaus Brinkbäumer, Clemens Högens: Die letzte Reise, München und Hamburg 2004, ISBN_3-421-05823-7


Weblinks



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