Philippe de Vitry wurde 1291 geboren, seine genaue Herkunft ist allerdings unbekannt, da es mehrere Orte dieses Namens gibt. Er studierte an der Sorbonne und war möglicherweise auch Schüler des Petrus de Cruce. Wahrscheinlich trat er schon früh dem Klerus bei, später war er Sekretär Karls IV.. Nach dessen Tod diente er bei verschiedenen französischen Adeligen, unter anderem auch am päpstlichen Hof in Avignon. 1351 wurde er von PapstKlemens VI. zum Bischof von Meaux ernannt, wo er auch im Jahr 1361 starb.
Vitry galt als einer der führenden Intellektuellen seiner Zeit, er wurde von Petrarca verehrt und war mit Johannes de Muris befreundet, der seine musikalischen Theorien mathematisch zu untermauern versuchte. Als "klasssischer" Künstler schuf er gehaltvolle Werke in grosser Form, die stets die persönliche künstlerische Handschrift ihres Urhebers tragen und nicht - wie zu dieser Zeit überwiegend noch üblich - religiöse oder gesellige Zweckschöpfungen sind. Neben Guillaume de Machaut ist er der bedeutendste französische Komponist des 14. Jahrhunderts.
Werk
Von den vielen Schriften, die Philippe de Vitry zugeschrieben werden, stammt nur die wichtigste mit dem Titel Ars nova von 1322 mit Sicherheit von ihm. Diese hatte allerdings einen sehr starken Einfluss auf die Entwicklung der Musik und der Musiktheorie. Die Epoche der mittelalterlichen Musik im 14. Jahrhundert insbesondere in Frankreich trägt ihren Namen nach diesem Traktat.
Von seinen Kompositionen sind nur etwa 12 erhalten, darunter fünf frühe Motetten aus dem Roman de fauvel (1316). Das oft zitierte Meisterwerk Tuba - In Arboris ist ein Glaubensbekenntnis mit der Gegenüberstellung von "fides" (lat. Glaube) und "ratio" (lat. Vernunft), in der Motette Hugo - Cum statua, schreckt er nicht davor zurück, sich selbst und einen Gegner beim Namen zu nennen.
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