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Inhaltsverzeichnis


1 Allgemeines

2 Versionen

3 Zur Programmiersprache

4 Vor- und Nachteile

5 Weblinks


Allgemeines

Visual Basic (Abk. VB) ist ein Sammelbegriff für verschiedene Programmierumgebungen der Firma Microsoft, die auf der Programmiersprache BASIC basieren und aus der MS-DOS-Anwendung QBasic hervorgegangen sind. Die mit VB erstellten Anwendungen laufen vornehmlich auf Microsoft-Plattformen. Der historische Erfolg von VB ist vor allem auf eine relativ einfach zu lernende Programmiersprache, eine visuelle Entwicklungsumgebung (daher der Name Visual Basic) und eine unkomplizierte Ausbaufähigkeit zurückzuführen.


Versionen

Es muss zwischen verschiedenen Versionen unterschieden werden, deren zugrundeliegende Programmiersprache und Funktionalität sich teilweise stark unterscheiden:




VB1 entstand aus dem Zusammenschluss von QuickBasic und einer Umgebung zur interaktiven Gestaltung von Benutzeroberflächen. Diese Umgebung, die auf Alan Cooper (manchmal als "Vater" von Visual Basic bezeichnet) zurückgeht, erlaubte es zum ersten Mal, schnell und einfach Anwendungen für Windows zu erstellen. Für VB1 war als einzige Version ebenfalls eine DOS-Version erhältlich.


Der Quellcode wurde interpretiert; zur Ausführung mussten so genannte Laufzeitbibliotheken als separate Dateien mit dem eigentlichen Programm mitgeliefert werden.




Es wurden verschiedene Erweiterungen an der Sprache und Entwicklungsumgebung gemacht; unter anderem wurden Objekte eingeführt. Ab VB2 wurden außerdem so genannte Zusatzsteuerelemente (Controls) unterstützt, mit denen Dritthersteller die Funktionalität von Visual Basic erweitern konnten und die ein wichtiger Faktor beim Erfolg von VB waren.


Seit VB2 gibt es eine zusätzliche Professional Edition des Produkts.




VB4 gab es sowohl als 16-Bit als auch als neuartige 32-Bit-Edition, mit der Programme für Windows NT und Windows 95 entwickelt werden konnten. Die Programmiersprache (nunmehr Visual Basic for Applications (VBA) genannt) wurde um gewisse objektorientierte Eigenschaften erweitert, ohne jedoch alle Kriterien der objektorientierten Programmierung zu erfüllen.


Seit VB4 gibt es nicht nur eine Standard- und Professional-Edition, sondern auch eine Enterprise Edition.




VBA wurde, zusammen mit einer Visual Basic ähnelnden Entwicklungsumgebung, als Makrosprache für Microsoft Office eingeführt.




Die wohl größte Änderung bei VB5 war die Möglichkeit, Programme kompilieren zu können. Damit war es - im Gegensatz zu Vorgängerversionen - nicht mehr möglich, die mit Visual Basic erstellten Programme zu dekompilieren und an den Quelltext zu gelangen. Außerdem ergab sich ein erheblicher Performancegewinn, der es möglich machte, auch zeitkritische Anwendungen zu erstellen. Trotz des Compilers müssen bei VB5 und VB6 immer noch die Laufzeitbibliotheken mitgeliefert werden.


Für VB5 gab es eine eingeschränkte, kostenlose Version namens Control Creation Edition (CCE).




Mit der Eingliederung in Microsofts .NET-Architektur erfolgte ein Umbruch in der VB-Produktlinie. Die Programmiersprache wurde verändert und ist nun objektorientiert. Der Quellcode kann nicht mehr kompiliert werden, sondern wird in eine Zwischensprache übersetzt.


Zur Programmiersprache

Die Versionen vor VB.net waren nur eingeschränkt objektorientiert. So konnte man zwar Objekte erstellen und benutzen, Polymorphie über Interfaces implementieren, jedoch nicht ableiten und erweitern. Darüber hinaus wurde das statische Linken von Programmbibliotheken nicht unterstützt. Unter der neuesten Version VB.net, die neben C# eine der Sprachen des .NET-Frameworks ist, gelten diese Einschränkungen nicht mehr. Das heißt aber auch, dass das Programmieren mit VB.NET komplexer geworden ist. Trotzdem ist Visual Basic für viele leichter zu erlernen als andere Hochsprachen wie beispielsweise Java, C oder C++. Visual Basic bietet die Möglichkeit, über API auf so genannte Einsprungs-DLLs zuzugreifen und hat somit einen sehr großen Möglichkeitsbereich, auch auf andere Programme einzuwirken.


Vor- und Nachteile

Es wird oft behauptet, dass Anwendungen, die man mit Visual Basic erstellt, langsamer ausgeführt werden als etwa in C geschriebene Programme. Diese Behauptung ist zum Teil darauf begründet, dass bis zur Version 4 VB-Programme zwangsläufig interpretiert wurden. Für die Versionen VB5 und VB6, die Compileroptimierungen anbieten, sind die Unterschiede jedoch unwesentlich.


Es wird gemeinhin argumentiert, dass die Zeit, die man für die Entwicklung eines Programms mit Visual Basic benötige, nur ein Bruchteil der Entwicklungszeit von C oder C++ (Rapid Application Development RAD) betrage. Durch die bis VB6 eingeschränkte Objektorientierung kann sich dieser Zeitgewinn jedoch schnell bei sehr umfangreichen Projekten relativieren. Im professionellen Umfeld wird Visual Basic deshalb von einigen Entwicklern ungern eingesetzt.


Heutzutage wird VB auch wegen seiner Plattformabhängigkeit und der fraglichen Zukunftssicherheit der Investition nicht mehr so gerne eingesetzt. Oft wird auf plattformunabhängige Programmiersprachen wie Java, auf allen Plattformen verfügbare Sprachen wie C oder je nach Anwendungsgebiet Scriptsprachen wie PHP oder Perl umgestiegen.


Die Plattformunabhängigkeit wird sogar noch weiter eingeschränkt, weil in Visual Basic geschriebene Applikationen (Executable's) und Komponenten (DLL's) eine so genannte Laufzeitbibliothek und weitere Dateien benötigen, die nicht unbedingt auf jedem Windows-System vorhanden sind.


Es kann aber auch sein, dass sich die Situation der Plattformunabhängigkeit mit VB.NET ändert. Es ist allerdings noch nicht weit verbreitet, da .NET (gesprochen dot net) von Microsoft nur für Windows angeboten wird und vor allem aktuelle Versionen von allen Windows-Komponenten benötigt (d.h. man muss ggf. seinen ganzen Serverpark updaten oder als Privatnutzer das .NET Framework installieren). Es sind jedoch alternative Versionen von .NET in Arbeit, welche dieses Manko ausmerzen sollen.


Weblinks



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