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Virusinfektion

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Eine Virusinfektion ist eine Infektion durch Viren. Viren haften an Zellen des Körpers, so daß diese sie aufnehmen und vermehren. Dabei bevorzugt jede Virusart ein mehr oder weniger enges Spektrum bestimmter Organe und bestimmter Lebewesen. Durch die Virusvermehrung und die Entzündung als Antwort des Immunsystems gehen Zellen zugrunde. Das kann je nach Virus zu einer bestimmten Krankheit führen. Die meisten Virusinfektionen sind harmlos.


Inhaltsverzeichnis


1 Häufige Infektionswege

2 Seltene Übertragungswege

3 Lokale Virusinfektionen

4 Gefährliche Virusinfektionen

5 Virusdiagnostik

6 Virusinfektionen nach Infektionsweg


Häufige Infektionswege

Am häufigsten ist die Infektion durch die Luft (Tröpfcheninfektion) oder über fäkal verunreinigte Nahrung (über die Finger). Die Viren dringen dann über die Schleimhaut des Atemtraktes bzw. des Darmes in den Körper ein. Deshalb verursachen viele Viren zunächst Beschwerden im Nasenrachenraum oder eine Durchfallerkrankung (Lokalinfektion).


Darmviren sind meist unbehüllte Viren, weil diese umweltstabiler sind. Behüllte Viren werden meist nur über Tröpfcheninfektion oder direkten Kontakt übertragen.


Nach einer Inkubationszeit von Tagen bis Wochen (meistens ungefähr zwei Wochen) können dann je nach Virus spezifischere Krankheitssymptome an anderen Organen des Körpers auftreten (Zyklische Allgemeininfektion).


Über Tröpfcheninfektion werden z.B. die Kinderkrankheiten mit Hauterscheinungen Masern, Mumps, Röteln, Ringelröteln, Drei-Tage-Fieber oder Windpocken übertragen. Dabei kündigen sich z.B. die Masern durch Schnupfen, Husten und durch kleine weiße Flecken auf der Innenseite der Wangen an. Etwa zwei Wochen später entstehen dann die typischen roten Flecken auf der Haut. Der Erreger der Windpocken, das Varizella-Zoster-Virus, gehört zu den Herpesviren und persistiert nach Ende der Krankheit lebenslang in sensiblen Nervenzellen: Wer einmal Windpocken hatte, kann dann Jahrzehnte später bei Abwehrschwäche Gürtelrose bekommen.


Das Poliovirus lebt im Darm, macht dort aber kaum Beschwerden, wenn es sich nicht weiter ausbreitet - sonst kann es zum Krankheitsbild der Kinderlähmung kommen. Auch die Erreger der akuten Hepatitis (A und E) gehören zu den Darmviren, nur bei Befall der Leber führen sie zu den Symptomen der Gelbsucht.


Seltene Übertragungswege

Manche Viren werden nur durch direkten Blut- oder Schleimhautkontakt (Bluttransfusion, Nadelstich, Geschlechtsverkehr) übertragen, hier sind HIV und viellecht die chronische Hepatitis (B und C) von Bedeutung.


(siehe auch: Bluterkrankheit Hämophilie)


Röteln, Masern, Ringelröteln und das Zytomegalievirus werden auch auf das ungeborene Kind übertragen. Beim Geburtsvorgang können HIV, Hepatitis B und Herpes übertragen werden.


Tollwut wird über Tierbiss übertragen, FSME über Zeckenbiss. Über Insektenstich übertragene Viren kommen bei uns nicht vor. Ebola und Hepatitis B werden auch durch Hautkontakt mit Blut übertragen, weil Viren durch winzige, unsichtbare Wunden in der Haut (Mikroläsionen) eindringen können. Dieser Übertragungsweg ist sonst aber unbedeutend. Diskutiert wird auch eine Übertragungsmögligkeit von Viren durch Aerosolnebel bei der Arbeit an medizinischen Testgeräten.


Lokale Virusinfektionen

Diese Virusinfektionen mit ihren mehr oder weniger spezifischen Symptomen an der Haut, an der Leber oder am Nervensystem sind zyklische Allgemeininfektionen. Im Gegensatz dazu verursachen manche Viren nur Lokalinfektionen im Atem- oder Verdauungstrakt, seltener an den Hirnhäuten oder am Auge. Hier sind die Symptome der verschiedenen Viren und Bakterien dann ähnlich. Der Arzt muß zwischen ihnen unterscheiden, um etwa unnötige Antibiotikagaben zu vermeiden.


Infektionen der oberen Atemwege sind meistens viral, typisch sind Husten und Schnupfen durch Rhinoviren, RSV oder Parainfluenzaviren. Die echte Influenza (Grippe) zeichnet sich durch Halsschmerzen und trockenen Husten ohne Schnupfen sowie Fieber mit Kopf- und Gliederschmerzen aus. Eine besondere Therapie ist nicht notwendig. Eine Mandelentzündung kann dagagen durch Bakterien verursacht sein oder durch Coxsackie-Virus A oder Epstein-Barr-Virus. Virusinfektionen sind nicht eitrig. Eine Lungenentzündung durch RSV oder Parainfluenzaviren ist interstitiell, d.h. diffus zwischen den Zellen verteilt und im Röntgenbild schlecht zu sehen (i.Ggs. zu einer alveolären Pneumonie durch Bakterien). Der Husten ist ohne Auswurf und begleitet von einer Infektion der oberen Atemwege, also Schnupfen, Husten, Kopfschmerzen und Fieber. Auch eine Hirnhautentzündung verläuft bei Viren milde, im Liquor findet sich kein Eiter. Hirnhautentzündungen werden meistens von Erregern verursacht, die sich auch in den Atemwegen finden, weil sie von dort über Läsionen in die Blutbahn gelangen.


Auch Darminfektionen durch Viren (Rotaviren, Adenoviren) oder seltener Bakterien bedürfen normalerweise keiner besonderen Diagnostik oder medikamentösen Therapie. Bei Durchfall ist es wichtig, viel Wasser und Salz zu sich zu nehmen (Cola und Salzstangen).


Das Herpes-simplex-Virus wird durch Speichel oder durch Geschlechtsverkehr übertragen und verursacht typische Bläschen an den Lippen (Herpes labialis meist durch Typ 1) oder an der Schleimhaut im Urogenitalbereich (Herpes genitalis, meist Typ 2). Der Herpes simplex verschwindet nach erfolgreicher Immunabwehr, das Virus persistiert lebenslang in sensiblen Nervenzellen (ähnlich wie Varizella-Zoster).


Viren können auch eine Bindehaut- oder Hornhautentzündung am Auge erregen.


Viren verursachen keine Sepsis (Blutvergiftung) und bilden keine Toxine.


Gefährliche Virusinfektionen

Als Faustregel gilt, daß Virusinfektionen fast immer häufiger und dafür fast immer harmloser sind als andere Infektionen. Bestimmte Kinderkrankheiten macht im Grunde jeder einmal durch, und die meisten Menschen sind latent mit Herpes-simplex-Viren, Varizella-Zoster-Viren, Zytomegalieviren und Epstein-Barr-Viren infiziert.


Ausnahmen stellen solche Viren dar, die von Tieren auf den Menschen übergegangen sind, wie z.B. Tollwut, AIDS, Ebola oder SARS. Solche Erreger können furchtbar gefährlich sein. Manche scheinbar harmlosen Kinderkrankheiten können Organschäden hinterlassen, wenn nicht geimpft wurde, besonders beim ungeborenen Kind.


Einige Viren stehen im Verdacht, die Entstehung von Krebs zu begünstigen, wenn sie über lange Zeit eine latente Infektion verursachen. So wurden Papillomviren mit dem Zervixkarzinom in Verbindung gebracht, Epstein-Barr-Virus mit dem Nasopharynxkarzinom.


Auch bei Immunsuppression (bei AIDS oder Organspende) können Viren gefährlich werden, die sonst vielleicht ohne Symptome in Zellen persistieren. Deshalb testet man vor einer Organspende den Spender auf das Zytomegalievirus, um sein Organ nicht einem Empfänger zu übertragen, der diese Infektion noch nicht durchgemacht hat.


Für solche schweren Fälle stehen Virostatika zur Therapie zur Verfügung. Im Gegensatz zu Antibiotika gegen Bakterien wirken sie aber oft unzureichend und werden schlecht vertragen. Deshalb wird gegen die bei uns vorkommenden Viren, soweit sie nicht ganz harmlos sind, routinemäßig nach einem bestimmten Impfkalender prophylaktisch geimpft. Andere Impfungen sind nur Indikationsimpfungen vor Reisen in Endemiegebiete, z.B. Gelbfieber in Afrika und Südamerika.


Virusdiagnostik

Ist eine spezifische Diagnose notwendig, gibt es immunologische und molekularbiologische Testverfahren. Bei Masern, Mumps, Röteln, Influenza und Adenoviren kann man das Hämagglutinin nachweisen. Allgemein weist man oft spezifische Antikörper gegen das Virus nach. IgM-Antikörper weisen auf eine frische Infektion hin, IgG-Antikörper können auf eine chronische Infektion oder auf eine bestehende Immunität hinweisen. Beim Epstein-Barr-Virus macht man sich diagnostisch zunutze, daß der Patient Antikörper bildet, die auch gegen Hammelerythrozyten wirken (Verklumpung). Man kann auch die DNS oder RNS eines Virus mittels PCR nachweisen. Viele Viren kann man auch in einer Zellkultur züchten, und ein Fachmann kann dann die Fraßspuren des Virus beurteilen. Die Elektronenmikroskopie dient eher nur wissenschaftlichen Zwecken.


Virusinfektionen nach Infektionsweg

Tröpfcheninfektionen:




Schmierinfektionen:




Infektionen über Bluttransfusion oder Geschlechtsverkehr:




außerdem Infektionen im Mutterleib:




beim Geburtsvorgang:




Anderes:




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