Ein Violoncello (auch umgangssprachlich Cello genannt; Plural: Celli; Abk.: Vc) ist ein aus Holz gefertigtes Saiteninstrument. Die Bauweise entspricht im Wesentlichen der der Violine, nur ist es größer und die Zargen sind im Verhältniss zum Umfang deutlich höher. Das Cello wird vom Cellisten (wie alle Streichinstrumente) mit einem Bogen gestrichen (Streichinstrument). Im Gegensatz zur Violine oder Bratsche wird das Instrument aufrecht (mit dem Hals nach oben) zwischen den Beinen gehalten, es steht heute dabei meistens auf einem ausziehbaren Stachel aus Metall. In der Anfangszeit und in der heutigen HIP-Musik wurde das Cello ohne Stachel zwischen die Beine geklemmt.
Das Violoncello ist normalerweise mit vier Saiten im Quintenabstand bespannt: C - G - d - a, wobei in der Entwicklung des Instruments sowohl die Saitenzahl (auch 5-7 Saiten) als auch die Stimmung variierte.
Auf dem Griffbrett befinden sich keine Bünde als Orientierungshilfe wie bei der Gitarre (Saiteninstrument). Daher muss der Violoncellist, um den Ton einer Saite zu verändern, die Stelle genau treffen, an der er sie niederdrücken muss. Durch schnelles Hin- und Herbewegen des Fingers kann er ein Vibrato des Tons erzeugen. Durch verschiedene Geschwindigkeit und Umfang des Hin- und Herbewegens können sehr unterschiedliche Vibrato-Arten erzeugt werden. Der Steg ist beim Violoncello das Holzteil, das in der Mitte des Korpus von den Saiten auf die Decke gedrückt wird und so die Schwingungen der Saiten auf den Korpus überträgt.
Das Besondere am Violoncello ist einerseits der weiche und sehr vielfältige Klang, aber auch der große Tonumfang von rund 5 Oktaven, der auf anderen Streichinstrumenten kaum erreicht werden kann.
Die Literatur beginnt im Wesentlichen mit den Solo-Suiten von J. S. Bach. Die Literatur vor diesen Kompositionen sind fast alle für Gamben geschrieben, werden heute aber auch gerne mit "modernerer" Besetzung zu Gehör gebracht. Während Mozart dem Violoncello solistisch keine Bedeutung beimaß, gibt es von fast allen anderen namenhaften Komponisten Werke für Violoncello und Orchester (Konzerte und Konzertstücke) und Sonaten für Violoncello und Klavier. Auch wenn die Zahl der Werke sich nicht mit denen für Violine oder Klavier messen lässt, so ist doch ihre Qualität im Allgemeinen mindestens ebenbürtig. Als wichtige Cellokonzerte der Klassik und Romantik sind zu erwähnen:
Zu wirklich angemessener Bedeutung in solistischer Hinsicht konnte das Violoncello allerdings erst im 20. Jahrhundert gelangen. Viele Kompositionen, die das Cello in seiner ganzen Vielfalt umfassen, wurden von den großen Virtuosen dieses Jahrhunderts inspiriert und sind diesen gewidmet. Allen voran sind wohl Casals und Rostropowitsch zu nennen.
Erwähnt sei noch eine ganz neue Verwendung des Violoncellos: Die Gruppe Apocalyptica, die mit elektronisch verstärkten und veränderten Cello-Klängen Instrumentalmusik realisieren, die wohl der Heavy Metal Musik nahe kommt. Auch hier zeigt sich wieder die große Vielfalt des Cello-Klangs.
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